Experten sollen bei stadtgestalterischen Bauvorhaben beraten

Gestaltungsbeirat für die Stadt

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Bei zukünftigen Bauvorhaben mit „besonderer städtebaulicher Bedeutung“, wie hier das 2012 in Kaufbeuren eröffnete Modehaus Röther, soll zukünftig ein Stadtgestaltungsbeirat beratend tätig werden.

Kaufbeuren – Bei der optischen Gestaltung von größeren Bauprojekten scheiden sich häufig die Geister. In Kaufbeuren hat dieses Thema zuletzt mit dem Neubau des Modepark Röther und den Plänen zum "Forettle" an Brisanz gewonnen. Jetzt will die Stadt einen "Gestaltungsbeirat" ins Leben rufen.

Die Stadt Kaufbeuren plant einen so genannten „Stadtgestaltungs- beirat“ ins Leben zu rufen. Dieses kündigte OB Stefan Bosse im Rahmen seiner Ansprache beim kürzlichen Neujahrsempfang der Stadt an. Der Gestaltungsbeirat soll zukünftig die Stadt Kaufbeuren in architektonischen und stadtgestalterischen Fragen bei Bauvorhaben von besonderer städtebaulicher Bedeutung beraten. 

Wie Baureferatsleiter Helge Carl auf Anfrage des Kreisbote erklärte, gebe es bereits in vielen Städten solch ein beratendes Gremium. Es sei als ein Angebot der Stadt zu verstehen, das Architekten bei etwaigen städtebauliche relevanten Bauvorhaben beratend zur Seite stehen kann. Dies solle jedoch nicht „schulmeisterlich“ geschehen, sonderen in einem konstruktivem Dialog. Dabei gibt der Gestaltungsbeirat lediglich eine Empfehlung ab, eine Entscheidung trifft er nicht. Profitieren könnten damit Gestaltung und Baukultur der Stadt, „die hierdurch einen ganz anderen Stellenwert gewinnt“, so Carl. 

Wer zukünftig im Gestaltungsbeirat sitzt und wie viele Mitglieder es sein werden, steht momentan noch nicht fest. Sicher ist aber: Es wird ein unabhängiges Gremium von Sachverständigen wie etwa Architekten oder auch Experten im Bereich Immobilien sein. „Wichtig ist, es müssen externe Fachleute sein, die in Kaufbeuren selbst nicht tätig sind“, betonte Carl. So könne er sich auch den Zusatz in den Regularien vorstellen, dass die Mitglieder mindestens zwei Jahre vor und nach ihrer Tätigkeit im Gestaltungsbeirat nicht in der Wertachstadt tätig sein dürfen. Damit wolle man vor allem die Objektivität und Unabhängigkeit des Gremiums wahren, so der Baureferatsleiter. 

Wie arbeitet das Gremium? 

Der Gestaltungsbeirat wird von der Stadt beauftragt, etwaige Projekte im Hinblick auf architektonische und stadtgestalterische Fragen bei öffentlichen und privaten Bauvor- haben von besonderer städtebaulicher Bedeutung zu beleuchten und eine Empfehlung abzugeben. Als Beispiel führte Carl den Bau des Modehauses Röther an oder auch ganz aktuell das anvisierte Einkaufszentrum im Forettle. Doch für dieses Projekt komme der Gestaltungsbeirat wohl zu spät, da er wahrscheinlich erst mit dem neuen Stadtrat seine Arbeit aufnehmen werde. Dieser neue Stadtrat wird es wohl auch sein, der über die Experten entscheidet, die im neuen Gremium Platz nehmen dürfen. 

Carl kündigte aber schon an, dass man den Gestaltungsbeirat aus Kostengründen „sehr schlank“ halten werde. Je nach Stärke des Gremiums rechnet Carl mit rund 30000 Euro Kosten jährlich, die die Stadt in dieses Vorhaben investieren muss. Wenn alles nach Plan verläuft, sollen die Experten in der zweiten Hälfte 2014 ihre Arbeit aufnehmen. Carl selbst ist überzeugt, dass sich dies positiv auf die städtebauliche Entwicklung auswirken werde. Die Idee zum Gestaltungsbeirat hatte im Übrigen OB Stefan Bosse. von KAI LORENZ

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