Kliniken: Wirtschaftsplan 2015 steht – Bettenhaus in Füssen kommt

Sanierungsmaßnahmen greifen

+
Das dringend gebrauchte Bettenhaus soll in der Füssen Klinik im kommenden Jahr realisiert werden.

Landkreis – Der Klinikenverbund Ostallgäu-Kaufbeuren (KU) kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. So konnte Vorstand Dr. Philipp Ostwald auf der jüngste Sitzung des Kliniken-Verwaltungsrates gestiegene Patientenzahlen verkünden, auch das Vertrauen der Bevölkerung ins Unternehmen sei weiter gestärkt worden.

Darüber hinaus wurde der Wirtschaftsplan für 2015 verabschiedet. Dieser geht von einem prognostizierten Defizit von rund 6,9 Millionen Euro aus. Ostwald legte dem Gremium erneut detailliert dar, dass eine Vielzahl der Herausforderungen erfolgreich bewältigt werden konnten: Das Klinikum Kaufbeuren wurde fertig gestellt und eingeweiht, das Haus Obergünzburg in die wohl bestmögliche Nachnutzung überführt. 

Das Krankenhaus Marktoberdorf wurde erneut europaweit ausgeschrieben und man arbeite mit Hochdruck daran, ernsthafte Interessenten zu finden. Intern seien viele Prozesse verbessert worden, so Ostwald. Durch eine Verbesserung des Controllings bestehe jetzt mehr wirtschaftliche Transparenz und mache gezielte Maßnahmen möglich. So seien daraufhin schon neue Verträge mit verschiedensten externen Anbietern abgeschlossen und so nachhaltig die wirtschaftliche Situation des Unternehmens in dauerhaft gute Bahnen gelenkt worden. 

„Aber auch medizinische Neuerungen, Anpassungen und Verbesserungen in 2014 tragen neben noch besserer Patientenversorgung letztlich zum wirtschaftlichen Erfolg unserer Kliniken bei.“, ergänzt Ostwald. So habe sich das Klinikum Kaufbeuren erstmals als Endoprothetikzentrum zertifizieren können. Ein neu eingeführtes „Triage-System“ entzerre und verbessere die Versorgung im Kaufbeurer Notfallzentrum. 

Das Brustzentrum Allgäu habe die Re-Zertifizierung geschafft wie auch die Geriatrische Rehabilitation in Füssen. Das kleinste EKG-Gerät der Welt sei erstmals in Kaufbeuren implantiert worden. Die Klinik Füssen sei Teil des NEVAS- Schlaganfall-Versorgungsnetzwerks geworden, die Bereitschaftspraxis Geniall habe in der Klinik St. Josef angesiedelt werden können, und für die Kinderklinik in Kaufbeuren habe man mit PD Dr. Markus Rauchenzauner einen exzellenten Chefarzt gewinnen können. Vor allem jedoch habe der Brand in Füssen auf „eindrucksvolle Weise die hervorragende Zusammenarbeit im Verbund unter Beweis gestellt“, so Ostwald. 

So sei in kürzester Zeit eine Station für Füssener Patienten mit Füssener Personal im Klinikum Kaufbeuren eingerichtet worden, um dort die Füssener Patienten behandeln zu können (wir berichten). Da sich die Sanierungsarbeiten aufgrund des Brandes länger gestalten als bislang angenommen, werden laut Ostwald noch vor Weihnachten zwei OP-Säle in der Klinik Füssen in Modulbauweise aufgestellt, so dass der normale OP-Betrieb voraussichtlich bereits ab Mitte Januar 2015 wieder aufgenommen werden kann. 

Wie bereits berichtet, soll zudem im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen an der Klinik Füssen ein Interimsbettenhaus errichtet werden, um Kapazitätsengpässe während der Bauphase zu vermeiden. „Ich freue mich sehr für die Füssener Bevölkerung, dass die dringend nötigen Baumaßnahmen beginnen können. Wir gehen von einer Inbetriebnahme noch Ende 2015 aus“, so die Verwaltungsratsvorsitzende und Landrätin Maria Rita Zinnecker. Demnach könne in 2016 die geplante große Sanierungsmaßnahme mit dem Neubau eines Bettenhauses in Füssen in vollem Umfang durchgeführt werden. von Kai Lorenz

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Gnadenfrist fürs Eisstadion?
Gnadenfrist fürs Eisstadion?
Mauerreste entdeckt
Mauerreste entdeckt
Hat der Standort Kaufbeuren eine Chance?
Hat der Standort Kaufbeuren eine Chance?

Kommentare