Kreisverband der Imker ist zufrieden mit der Honigernte und dem Zustand der Völker

Gesunde Bienen im Ostallgäu

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Vorsitzender Christoph Langhof (links) dankt im Namen der vielen anwesenden Imker dem Referenten Thomas Janscheck für dessen Vortrag mit einem kleinen Gastgeschenk.

Landkreis – Als ein gutes Honigjahr bezeichnete Christoph Langhof, Kreisvorsitzender der Ostallgäuer Imker, das vergangene Jahr in der Jahreshauptversammlung des Verbands in Ruderatshofen. In der dortigen Gaststätte „Walburg“ begrüßte Langhof neben zahlreichen Imkern auch eine ganze Reihe von Ehrengästen.

In seinem Jahresbericht erklärte der Christoph Langhof, dass nach einem verhältnismäßig milden Winter die Ostallgäuer Bienenvölker sehr gut „im Schuss“ waren und man berechtigte Hoffnungen auf eine gute Frühjahrsernte haben konnte. Diese fiel aber dann nach einem verspäteten Kälteeinbruch nahezu komplett aus. Mit dem Ertrag des im Allgäu etwas selteneren Waldhonig in den Monaten Mai und Juni konnten die heimischen Imker dann jedoch zufrieden sein. Der Sommer entschädigte schließlich reichlich, sodass 2017 doch noch mit Fug und Recht als ein gutes Honigjahr bezeichnet werden könne.

An der „Gesundheitsfront“ im Bienenstock gab es kaum nennenswerte Ausfälle und so sprach Langhof von einer „entspannten Situation“ im Ostallgäu. Allerdings appellierte der Kreisvorsitzende in diesem Zusammenhang eindringlich, ab Juni dieses Jahres gut aufzupassen, da erfahrungsgemäß im Zweijahres-Rhythmus verstärkt Varroaschäden auftreten.

Einsatz für Imkerei

Die heimische CSU-Landtags­abgeordnete Angelika Schorer ging in ihrem Grußwort auf die Themen „Glyphosat und Neonicotinoide“ näher ein. Zwei Problemfälle, mit denen die Imker auch im Allgäu mittlerweile konfrontiert werden. Im Landtag habe man aber in den Fachausschüssen diese Gefahren – die für Bienen oft tödlich enden – fest im Auge und so wolle sie sich auch weiterhin mit all ihren Kräften für die Imkerei einsetzen.

Kaufbeurens OB Stefan Bosse (CSU) bezeichnete die Bienen als die drittwichtigsten Nutztiere des Menschen und so werde vonseiten der Stadt Kaufbeuren alles Erdenkliche zum Insektenschutz getan. Das Projekt „Allgäuer Blumenwiese“ werde in der Stadt erfolgreich praktiziert und auf den Einsatz von Glyphosat verzichte man schon seit Jahren. Mit Respekt begegne er der Imkerei und habe es stets bedauert, dass es die Imker nicht ins „Grüne Zentrum“ geschafft haben.

Auch Behördenleiter Paul Dosch vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) wies in seiner Rede auf die Bedeutung der Imkerei hin und betonte, dass man weiterhin mit einander im Kontakt bleiben und nach sinnvollen Lösungen zwischen Landwirtschaft und Imkerei suchen wolle.

Langjährige Mitglieder

Mit Alois Pröbstl aus Buchenberg und Erhard Schilling aus Lindenberg wurden zwei verdiente und langjährige Mitglieder geehrt und mit der silbernen bzw. goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Mit Thomas Janscheck aus Wolnzach in der Holledau, bekannt durch seine volkskundlichen Betrachtungen der Natur im Bayerischen Rundfunk und Fernsehen, hatte Vorsitzender Christoph Langhof außerdem ein „richtiges Ass aus dem Ärmel gezaubert“. In seinem Vortrag „Was die Alten noch wussten und die Jungen wieder interessiert – aus der Welt der Geschichten, Märchen und Sagen“ faszinierte der Referent durch sein umfangreiches Wissen. Kurzweilig und mit humorvollen Zwischenbemerkungen und dem einen oder anderen „Geschichtle“ gewürzt, verstand er es, den interessierten Zuhörern so manches über Brauchtum und Symbolik im Zusammenhang mit Blumen, Pflanzen und Bäumen rund ums Haus zu erzählen.

Bauernregeln und Lostage im Jahreskreis bildeten ein weiteres Schwerpunktthema. Dabei erfuhren die teilweise recht erstaunten Anwesenden, dass die Insekten und damit auch die Bienen und Imker mit der Heiligen Ambrosia eine eigene Schutzpatronin besitzen.

von Klaus-Dieter Körber

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