Gesundheit der Kaufbeurer fördern

Anträge auf eine „Oase für Gesundheit“ und den Bau einer Sauna gestellt

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Die Kaufbeurer CSU meint: Die Stadt braucht eine öffentliche Sauna im Jordan-Badepark.

Kaufbeuren – Dass das alte Eisstadion abgerissen werden muss, steht außer Frage. Jedoch bleibt die Antwort auf das Wann und Wofür Diskussionsgrundlage. Einen Antrag zur Nutzung des Geländes, als eine „Oase für Gesundheit“, stellte die SPD bei den jüngsten Haushaltsberatungen des Verwaltungsausschusses. Auch im Sinne der Gesundheit und der Bedürfnisse der Bürger war ein Antrag der CSU. Eine Sauna soll beim Jordan-Badepark gebaut werden.

SPD-Fraktionssprecherin Catrin Riedl formulierte den Antrag von Stadträtin Dr. Maria-Elisabeth Angst. Zentrumsnah soll diese Oase sein und grün. Angst ist der Meinung, dass die wachsende Stadtbevölkerung das Bedürfnis nach einem Ort für „Erholung, Entspannung und Gesundheitspflege“ habe. Dementsprechend sei dies „die einmalige Gelegenheit“ beim Jordanpark Fläche hinzuzugewinnen und somit im Grünen eine Anlage zu schaffen. Das abbruchreife Stadion soll also einem Areal weichen, das mit Vorrichtungen bestückt werden soll. Ein Kneipp‘sches Wasserbecken zählte Angst als Beispiel auf sowie Barfußwege und Flächen für Gymnastik, Aerobic, Yoga und Qi Gong. Damit würden sich, was im vergangenen Jahr bereits versuchsweise praktiziert worden sei, „erfolgreiche Anwendungen“ verwirklichen.

Für die zügige Schaffung einer „Oase für Gesundheit“ beantragten die Sozialdemokraten deshalb die Hinzunahme der Fläche, auf der bislang noch das marode Eisstadion steht. Außerdem solle mit dieser Maßnahme der Etat für das Parkpflegwerk aufgestockt werden, um diese „gesundheitsfördernden Einrichtungen“ auf einem Teil der Fläche bereitzustellen. Im gleichen Atemzug solle eine Machbarkeitsprüfung erfolgen, ob es möglich wäre, mehr kulturelle Veranstaltungen auf dem somit neugewonnenen Areal durchzuführen.

Die Frage, was mit dem Areal geschehen soll, stand nicht selten im Raum. Auch die Ideen anderer Fraktionen wurden bereits diskutiert. „Eine grundsätzliche Entscheidung, was mit dem Grundstück geschehen soll, steht noch aus“, sagte der städtische Baureferent Helge Carl. Nicht zuletzt, da Oberbürgermeister Stefan Bosse die Fläche dem Staat anbot. Dieser prüfe momentan mehrere Varianten bezüglich des Baus eines Studentenwohnheims. Die Finanzhochschule bemüht sich darum, den Studierenden bezahlbaren Wohnraum zu bauen. Sollte das alte Eisstadion nicht in Betracht gezogen werden – eine Alternative wäre die Fläche am Bahnhof, welche die Stadt priorisiere – könnten alternative Szenarien bedacht werden, so Carl.

Für Riedl war diese Begründung ausreichend, um den Antrag „zum jetzigen Zeitpunkt“ zurückzuziehen. Die Frage um den Etat für die Parkpflege nahm Carl ebenfalls auf. Dieser Betrag sei aus dem Haushalt ausgegliedert und werde nicht angegangen. Auch dabei hänge es von der zukünftigen Nutzung des Grundstücks ab, so der Baureferatsleiter. Es steht somit in den Sternen, wie lange das alte Stadion noch in voller Größe aber verblichener Pracht dort stehen bleibt.

„Stadt braucht eine Sauna“

Für die CSU stellte Stadtrat und Fraktionssprecher Dr. Thomas Jahn, in Bezug auf den bereits im vergangenen Februar gestellten Antrag, erneut die Forderung auf den Bau einer öffentlichen Sauna im Jordan-Badepark. Helmut Foltert (CSU) wies darauf hin, dass Kaufbeuren als Stadt mit über 46.000 Einwohnern keine Sauna besitze und die Bevölkerung somit gezwungen sei, in die Städte und Gemeinden im Umkreis zu fahren. Die Begründung im Antrag selbst lautete: „Die Maßnahme ist wirtschaftlich und erhöht das Besucheraufkommen im Hallenbad.“ Bernhard Pohl (FW) kritisierte, dass der Antrag bereits genehmigt, jedoch von der Verwaltung ausgegliedert worden sei. „Wenn wir das jetzt beschließen, sollte es dann auch umgesetzt werden“, so Pohl. Auch Oliver Schill (Grüne) sieht in dem Bau einer „Bad-Sauna-Einheit als Gesamtkonzept“ einen Nutzen. Somit würde eine Aufwertung des Bads erreicht, sagte er. Eine Aufwertung des rund 40 Jahre alten Badeparks laufe bereits, erklärte Bosse. Für die Maßnahmen, die vor allem im technischen Bereich, dem Brandschutz und den Oberflächen (Fließen) durchgeführt werden, seien bereits vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden, sagte Baureferatsleiter Helge Carl. Eine Förderung von 400.000 Euro würde dafür vom Freistaat bereitgestellt. „Die Fließen und Bodenbeläge sind nicht mehr zeitgemäß. Das hätten wir ohnehin tun müssen“, erklärte Carl diese Verschönerungsmaßnahmen. Um eine Neuverschuldung zu verhindern, so der OB, wurde der Saunabau deshalb bisher ausgesetzt. Denn Betrachtungen für eine Saunalandschaft wurden bereits angestellt. „Wir verstehen, dass das wichtig ist“, sagte der OB. „Jedoch ist mit einer Million nichts zu machen“. Es seien dafür mindestens 2,6 Millionen Euro anzusetzen, alleine aus dem Grund, dass die gesamte Terrassenfläche erneuert und von der Höhe her angepasst werden müsste.

Es gelte eine Kostenbasis seriös und neu zu berechnen um zu sehen, ob das machbar ist, sagte Carl. Mit dem Ziel „energetisch vorteilhaft zu investieren“.„Keine Luxusplanung, sondern Kostenrichtpläne von Fachberatern“, pflichtete Bosse bei und schlug vor, die Planung voranzutreiben, um die Kosten ermessen zu können. Bedacht werden müsse dabei ebenfalls, dass die Sauna auch unabhängig vom Bad betrieben werden könne.

Mit dem Antrag, die Planung und Berechnung erneut in die Haushaltsberatungen einzugliedern wird das Thema mit der Gegenstimme von Richard Drexl (FW) angegangen.

von Selma Höfer

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