„Geweiht in bewegter Zeit“

Bischof Bertram weiht Pforzener Marco Leonhart zum Priester

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Bischof Bertram spendet Marco Leonhart das Sakrament der Priesterweihe.

Augsburg/Pforzen – Bischof Dr. Bertram Meier hat am Sonntag im Hohen Dom zu Augsburg vier Männern die Priesterweihe gespendet. In dem feierlichen Weihegottesdienst empfingen Marco Leonhart aus Pforzen, Ludwig Bolkart (Weißenhorn), Richard Hörmann (Bad Grönenbach) und P. Michael Sommer CPPS (Illerrieden) durch die Handauflegung und das Gebet des Bischofs das Sakrament der Priesterweihe. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten nur geladene Gäste der Feier beiwohnen. Der Gottesdienst wurde live im Internet übertragen und ist auf dem YouTube-Kanal von katholisch1.tv abrufbar.

„Sie haben gewählt, was Sie lieben. Das spürt man“, wandte sich der Bischof in seiner Predigt an die Neupriester. Die vier Männer hätten sich für einen der schönsten Berufe entschieden, den es gebe. Dies sage er nach 35 Dienstjahren als Priester aus eigener Erfahrung und bezog sich auf die alte Weisheit: „Wähle einen Beruf, den du liebst. Und du brauchst keinen Tag im Leben mehr zu arbeiten.“ Das Messgewand zu tragen sei Lust und keine Last; es werde gleichsam zur zweiten Haut, wenn sich der Neupriester ganz auf Jesus einlasse. Aus diesem Gedanken heraus habe er für diesen Tag auch ein besonderes Messgewand ausgesucht, das ihm zu seiner Bischofsweihe geschenkt worden war.

Gleichzeitig erwähnte der Bischof aber auch die „aufgewühlte See“, in der die Neupriester heutzutage unterwegs seien. Damit bezog er sich nicht nur auf die Corona-Pandemie, die im Gottesdienstablauf Spuren hinterlassen hatte, sondern auch auf die öffentlichen Debatten, die sich an Kirche im Allgemeinen und Priestertum im Besonderen entzündeten. Umso mehr freue er sich, dass die vier Männer sich dennoch in den Dienst der Kirche stellen: „Ganz schön mutig – ein solcher Schritt in dieser Zeit“. Maßstab und Richtschnur für ihr kommendes Tun müsse fortan die Brüderlichkeit Christi sein. Sie sollten sich „nicht als Herren über den Glauben, sondern als Mitarbeiter der Freude“ sehen, zitierte der Bischof aus dem zweiten Korintherbrief und legte den Neupriestern die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils an das Herz: Als Priester seien sie „Brüder unter Brüdern und Schwestern“ und dem geschwisterlichen Miteinander in der Kirche verpflichtet. Dies gelte auch für ihn selbst, führte Bischof Bertram weiter aus. Als Bischof sei er „Freund und Bruder“ auch der Geistlichen seiner Diözese. Das Gehorsamsgelübde bedeute nicht, alle seine Entscheidungen richtig finden zu müssen. Stattdessen zeige es vielmehr, dass sie ihm das Herz öffnen und notfalls auch Unangenehmes ins Gesicht sagen sollten.

Während der Weihehandlung traten die vier Kandidaten einzeln vor Bischof Bertram und versprachen ihm ihre Bereitschaft zum priesterlichen Dienst. Nach Handauflegung und Gebet folgten die „ausdeutenden Riten“: Den vier Männern wurden die priesterlichen Gewänder angelegt, die Hände gesalbt sowie Hostienschale und Kelch überreicht. Am Schluss des Gottesdienstes spendeten die Neupriester ihren ersten priesterlichen Segen, den Primizsegen.

kb

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