Oberbürgermeister Stefan Bosse trifft Eilentscheidung

Ghostbike wieder entfernt

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Das so genannte Ghostbike („Geisterfahrrad“) an der Ecke Neugablonzer-/Liegnitzer Straße wurde jetzt auf Bitten der Familie des beteiligten Lkw-Fahrers via Eilentscheidung entfernt. Der psychische Gesundheitszustand des Mannes soll sich seit Aufstellung des Rades „massiv“ verschlechtert haben. An dieser Stelle wurde am 2. Oktober 2017 ein 16-Jähriger mit seinem Fahrrad von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt.

Kaufbeuren – Seit einigen Tagen ist das so genannte Ghostbike an der Ecke Neugablonzer-/Liegnitzer Straße abmontiert. Oberbürgermeister Stefan Bosse traf dazu eine entsprechende Eilentscheidung. Hintergrund war eine Bitte der Familie des am Unfall beteiligten Lastwagenfahrers, dessen psychischer Gesundheitszustand sich seit Aufstellung des Ghostbikes „massiv verschlechtert“ habe. Der Stadtrat wurde in nichtöffentlicher Sitzung darüber informiert und befürworte das Vorgehen einhellig.

Wie mehrfach berichtet, kam an besagter Kreuzung am 2. Oktober 2017 ein 16-jähriger Radfahrer beim Überqueren der Liegnitzer Straße ums Leben. Er wurde von einem abbiegenden Lkw erfasst. Der Junge war auf dem Fahrradweg stadteinwärts unterwegs. Die Klärung des genauen Unfallhergangs ist bis heute nicht abgeschlossen.

Zur Mahnung

Die SPD-Stadtratsfraktion hatte dann beantragt, am Ort des Unfalls ein sogenanntes Ghostbike (zu Deutsch: „Geisterfahrrad“) als „sichtbare Erinnerung an den verunglückten Radfahrer“ aufzustellen. Dieses wurde vom Stadtrat dann auch so genehmigt und Mitte November an der Unfallkreuzung aufgestellt. Dort sollte es eigentlich für ein Jahr als Mahnung stehen bleiben.

Via Eilentscheid entfernt

Wie OB Bosse auf Anfrage erklärte, sei nun die Familie des beteiligten Lastwagenfahrers mit der Bitte auf ihn zugekommen, das Ghostbike zu entfernen. Denn seit dessen Aufstellung habe sich der psychische Gesundheitszustand des Lkw-Fahrers „massiv verschlechtert“. Er werde ohnehin schon durch die Kreuzung selbst und die dort immer noch aufgestellten Kerzen und Herzchen täglich daran erinnert, so die Familie gegenüber Bosse. Mit der Aufstellung des Ghostbikes sei es nun schlimmer geworden, der Mann stehe kurz davor in psychiatrische Behandlung zu kommen. Ein Attest des Hausarztes hätte dies so bestätigt, so Bosse. Daher erging die „dringende Aufforderung“ an die Stadt, das Bike zu entfernen.

Dieser kam das Stadtoberhaupt jetzt in einer Eilentscheidung nach und ließ das Ghostbike entfernen. Darüber informierte er auch den Stadtrat. „Niemand hat widersprochen“, so Bosse und fügte hinzu: „So ein Unfall hat Opfer auf allen Seiten. Es bleiben bei allen Beteiligten schwere Schäden zurück.“

von Kai Lorenz

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