Mission nachhaltige Zukunft

Kaufbeurerin leitet sozialunternehmerisches Projekt

Anna Neumann Kaufbeuren
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„Uncap the Change“: Die 22-jährige Anna Neumann hat gemeinsam mit ihrem Glassic-Team Großes vor: Sie sagen dem Plastikproblem den Kampf an.
  • Mahi Kola
    VonMahi Kola
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Kaufbeuren – Sie haben den Einweg-Plastikflaschen den Kampf angesagt: Eine Gruppe von zwölf Münchner Studenten, der auch die gebürtige Kaufbeurerin Anna Neumann angehört. Die 22-Jährige studiert Management & Technology und leitet das sozialunternehmerische Projekt in Asien, welches das Plastikproblem im Ursprung bekämpft. 

Entstanden ist das Projekt Glassic bei Enactus, der weltweit größten studentischen Ini­tiative für Sozialunternehmertum. Um Plastikflaschen durch Mehrweg-Glasflaschen zu ersetzen, baut das Team auf der thailändischen Insel Ko Kut ein Getränke-Startup auf, das Trinkwasser von einer lokalen Quelle aufbereitet, minimalisiert und in Mehrweg-Glasflaschen verkauft. Dadurch, dass die gesamte Produktionskette lokal ist, können über 90 Prozent an CO2-Emissionen gegenüber herkömmlichem Trinkwasser in Plastikflaschen eingespart werden – plus eine halbe Million Plastikflaschen jährlich.

Einen Wandel bewirken

„Ich wollte über das Studium hinaus etwas Sinnvolles machen“, sagt Anna Neumann über die Motivation hinter dem Projekt. „Viele Privilegien, die wir hier haben, sind in vielen Teilen der Welt kein Standard. Und da wollen wir was ändern, einen Wandel initiieren“, so Neumann. Von all dem Plastik im Meer seien knapp 20 Prozent nur Plastikflaschen und Deckel. „Wir gehen das Problem an der Wurzel an, damit es gar nicht erst entsteht.“ Die Devise lautet: Weg von linearer, hin zu einer Kreislauf-Wirtschaft. Denn erstere sei „unnachhaltig und unwirtschaftlich“. Für die Kunden, hauptsächlich aus dem Bereich Hotellerie und Gastronomie, vor allem im Tourismus, sei dies ein Anreiz, mit den Ressourcen schonender umzugehen. Das Plastikproblem bringe die Umwelt ins Ungleichgewicht, macht Neumann auf die Dringlichkeit des Anliegens aufmerksam. Dass das Thema „uns alle angeht“, und nicht nur den asiatischen Raum betreffe, verdeutlicht die 22-Jährige. Denn die Probleme seien zwar insbesondere dort sichtbar, „aber die Ursachen und Auswirkungen sind nicht nur in Asien spürbar. Es ist ein globales Problem für unser Öko-System.“

Eine gemeinsame Vision

Um die große Herausforderung stemmen zu können, hat Glassic kürzlich eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, und freut sich über jeden Unterstützer. Unter www.glassic.world können Interessierte mehr über das Projekt erfahren. Das Ziel sind 12.500 Euro, die in den Aufbau des ersten Standorts und Zertifizierung der Wasserqualität in der örtlichen Anlage fließen. Die ideellen Ziele dienen als stärkster Antrieb, Glassic muss aber auch wirtschaften, um diese Ziele erreichen zu können, sagt Neumann. Ein Teil des erwirtschafteten Gewinns geht in Bildungskampagnen vor Ort, die ein Bewusstsein für das Plastikproblem schaffen sollen. Auch Clean-ups am Strand werden in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und NGOs wie Trash Hero durchgeführt. Bei einer Umfrage unter der lokalen Bevölkerung sei das Projekt von Glassic von vielen begrüßt worden.

Die Glassic-Glasflasche kann sich Anna Neumann in diesem Herbst schon in der Hand vieler Touristen vor Ort vorstellen. Die 22-Jährige ist überzeugt, dass jeder Einzelne den Unterschied machen kann. Und auch sie hat sich zum Ziel gesetzt, weiter aktiv zum Wandel beizutragen, damit aus der Vision in naher Zukunft Wirklichkeit werden kann.

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