Glockenweihe und Verabschiedung von Pfarrer Lappat

Buchloe: Vier neue Glocken für die Stadtpfarrkirche

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Im Glockenschweißwerk wurde die Glocke repariert. Dazu wurden Fehlstellen und Beschädigungen am Schlagring mit circa sechs Kilogramm Bronze in einem speziellen Schweißverfahren ausgebessert. Der ausgebesserte Bereich ist durch den Glanz der neuen Bronze gut zu erkennen.

Buchloe – Bei der letzten Glockenweihe, am 17. März 1948, waren vier Stahlglocken als Ersatz für die eingeschmolzenen Bronzeglocken geweiht worden. Nun findet wieder eine Glockenweihe in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Buchloe statt.

Diesmal sind es die Stahlglocken, die altersbedingt ersetzt werden: Bei einer Glocke war der Klöppel abgebrochen, eine Glocke konnte wegen eines Lagerschadens nicht mehr geläutet werden. Beim stählernen Glockenstuhl aus den 1920er Jahren zeigten sich erste Korrosionsschäden, die nicht ohne weiteres beseitigt werden konnten und schließlich wurde der Turm beim Läuten stärker bewegt als zulässig. So fiel die Entscheidung, vier neue Bronzeglocken zu gießen und den stählernen durch einen hölzernen Glockenstuhl aus Eiche zu ersetzen.

Zuerst wurde die historische Marienglocke von 1623, die als Einzige alle Unruhen und Kriege überdauert hatte, am 11. September 2018 aus dem Glockenturm abgenommen und im Glockenschweißwerk Lachenmeyer instandgesetzt (siehe Foto). Diese Glocke gibt den Referenzton für das ganze Geläut, das den Anfang des „Salve Regina“, „Sei gegrüßt, o Königin“ bilden wird, vor.

Am 13. März wurden die Stahlglocken aus dem Kirchturm gehievt. Anschließend wurde die Treppenanlage überarbeitet, das heißt, die Stufen wurden mit neuen Trittbrettern versehen, zusätzliche Handläufe montiert und der Treppenverlauf angepasst. Es wurde eine neue Zwischendecke betoniert, auf der der neue Glockenstuhl verankert wird. Die Schallläden wurden modifiziert, die Glockenstube verputzt und weitere vorbereitende Arbeiten mit einem hohen Anteil an Eigenleistung durch die Pfarrei erbracht.

Am Patrozinium „Mariä Himmelfahrt“, am 15. August, weiht Bischof Dr. Dr. Anton Losinger nun die neuen Glocken. Bereits am Mittwoch, 14. August, findet um 20 Uhr in der Stadtpfarrkirche eine Präsentation über die Entstehung der neuen Glocken statt. Im Anschluss ist geselliges Beisammensein im Festzelt. An Mariä Himmelfahrt startet der Festzug um 9 Uhr, um 9.30 Uhr finden der Festgottesdienst und die Glockenweihe statt. Ab 12.30 Uhr gibt es ein Familienprogramm und um 14 Uhr wird Pfarrer Reinhold Lappat verabschiedet.

Nach dem aktuellen Terminplan werden die Holzteile und Beschläge für den Glockenstuhl etwa zwei Wochen nach der Glockenweihe angeliefert. Diese Teile werden samt Zubehör und zusammen mit den Glocken in einem Autokraneinsatz in die Glockenstube gehoben. Anschließend erfolgt der Zusammenbau des Glockenstuhls, die Montage der Glocken und Antriebe und der Einbau der Steuerung. Im Oktober sollen die Glocken das erste Mal geläutet werden. Geplant ist ein „Glockenkonzert“, bei dem die Glocken einzeln vorgestellt und dann in unterschiedlicher Zusammensetzung – entsprechend der Läuteordnung – geläutet werden.

Die neuen Glocken

Die Firma Bachert in Neunkirchen bei Heidelberg, ein Familienunternehmen, das seit 1725 Glocken im traditionellen Lehmgussverfahren herstellt, hat am 5. Juli dieses Jahres drei Glocken gegossen und die vierte Glocke eine Woche später:

Dreifaltigkeitsglocke: Gewicht circa 3000 Kilogramm, Ton h. Als Symbol für das umfassende Glaubensgeheimnis der Dreifaltigkeit.

Franziskusglocke: circa 1700 Kilogramm, Ton dis. Zur Erinnerung an den heiligen Franz von Assisi und das segensreiche Wirken der Dillinger Franziskanerinnen in Buchloe.

Crescentiaglocke: circa 1050 Kilogramm, Ton fis. Gewidmet der hl. Crescentia von Kaufbeuren.

Josefsglocke: circa 750 Kilogramm, Ton gis. Als Pendant zur Marienglocke beziehungsweise zum Josefsaltar, Sterbeglocke.

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