„Glücklich und stolz“

Kaufbeurer Klarinettist Klaus Hampl erhält Kulturpreis Bayern

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Klaus Hampl mit seinem Preis.

München/Kaufbeuren – „Das ist für mich ein emotionaler Höhepunkt des Jahres“, sagte Bayernwerk-Vorstandsvorsitzender Reimund Gotzel als Gastgeber des Galaabends im Münchner Kesselhaus gegenüber dem Kreisbote. Zusammen mit Bayerns Wissenschafts- und Kunstministerin Prof. Dr. Marion Kiechle zeichnete er fünf Künstler und 32 Wissenschaftler aus. Außerdem wurde ein Sonderpreis vergeben. In der Kategorie Musik erhielt Kaufbeurens Kulturbotschafter Klaus Hampl die begehrte Bronzestatue – den „Gedankenblitz“. „Ich schätze mich glücklich und bin stolz, zu dem Kreis der bisher ausgezeichneten großen Namen zu gehören“, freute sich der Virtuose an der Klarinette.

„Die ausgezeichneten Künstler und Wissenschaftler geben unserem Kulturstaat Bayern wertvolle gesellschaftliche Impulse. Sie erweitern unseren Horizont und schärfen unser Bewusstsein für Vergangenheit und Zukunft. Sie festigen so Bayerns Rolle als bedeutender Kunst- und Wissenschaftsstandort“, würdigte Bayerns Wissenschafts- und Kunstministerin Prof. Dr. Marion Kiechle die diesjährigen Preisträger. Neben dem international gefeierten Klarinettisten Klaus Hampl wurden der Musiker und „Spider-Murphy-Gang“-Mitbegründer Günther Sigl, der Architekt Peter Haimerl, der unter anderem das Konzerthaus in Blaibach gestaltet hat, Bildhauer Christian Schnurer für seine Internationalen Projekte im öffentlichen Raum, und Nina Sonnenberg, besser bekannt als Rapperin „Fiva“, geehrt. Der Sonderpreis ging an die Kabarettistin Martina Schwarzmann, die laut Ministerin Kiechle „eine herausragende Menschendarstellerin ist, die gesellschaftliche und soziale Realitäten in ihrem Programm treffsicher bewusst macht“, so Ministerin Kiechle in ihrer Laudatio.

„Von Bach bis Blues“

„Bemerkenswert ist, dass Hampl in seinem Schaffen künstlerische Zusammenhänge aufdeckt und eigenschöpferisch in Einspielungen wiedervereint. Er bemüht sich um das Ansehen vergessener Komponisten und sucht neue Anknüpfungspunkte wie bei einem Konzert in einer Flugzeughalle im Fliegerhorst oder mit Kulturpreisträger Siggi Schwab und der von ihnen gegründeten Camerata Bavarese von Bach bis Blues“, sagte Dr. Richard Loibl, Historiker und Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte als Laudator, der auch die bedeutende Verantwortung bayerischer Künstler in Bezug auf den genau vor 100 Jahren ausgerufenen Freistaat hervorhob. „Die Auszeichnung bedeutet für mich eine sehr hohe Wertschätzung und unglaubliche Anerkennung, welche mich für neue Projekte motiviert“, freute sich Hampl im Gespräch mit dem Kreisbote. Sein Partner Sigi Schwab schwärmt in höchsten Tönen: „Es ist eine unglaubliche Genugtuung für mich, denn es braucht einen Musikertypen wie Klaus Hampl, der so offen ist für Improvisationen wie beim Blues, die vor 300 bis 400 Jahren ein Muss waren. In der Vergangenheit gab es in Europa ein übergeordnetes Kulturverständnis, die Jungen müssen das jetzt anpacken und pflegen, dann bekommen wir das wieder hin.“ Der Song „Streets of London“ sei ein Beispiel dafür.

„Mit der nun zwölften Preisverleihung möchten wir die Brücke zwischen Kunst und Wissenschaft, aber auch zwischen Tradition und Moderne schlagen“, erklärte der Gastgeber. Das Netzwerk herausragender Künstler und Wissenschaftler reiche mittlerweile weit über den Freistaat hinaus. „Da ist eine Familie entstanden“, so Gotzel, der seit fünf Jahren an der Unternehmensspitze steht. Der Preis geht auf den Kulturpreis Ostbayern zurück, der erstmals 1959 verliehen wurde. Die Auszeichnung ist in der Sparte Kunst mit jeweils 5.000 Euro und in der Sparte Wissenschaft mit jeweils 2.000 Euro dotiert.

Bayern-3-Moderator Thorsten Otto führte die rund 350 geladenen Gäste in gekonnt launiger Art durch den Abend.

von Wolfgang Becker

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