Glyphosatfreies Kaufbeuren

CSU-Antrag: Mit Freiwilligkeit und leichtem Druck Verzicht auf Einsatz

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Unkrautvernichter mit Glyphosat sollen in Kaufbeu­ren nicht mehr zum Einsatz kommen.

Kaufbeuren – Die Stadt Kaufbeuren möchte praktisch eine „Glyphosatfreie Zone“ werden. Unkrautvernichtungsmittel mit diesem Wirkstoff waren insbesondere durch eine umstrittene Entscheidung des geschäftsführenden Landwirtschaftministers Christian Schmidt in den Fokus der Öffentlichkeit geraten.

Er hatte in der EU mit „Ja“ zu einer Verwendung gestimmt und dabei für kontroverse Diskussion auch im eigenen Lager gesorgt. Die CSU beantragte im jüngsten Verwaltungsausschuss, den Verzicht auf das Mittel durch Freiwilligkeit und leichtem Druck bei Pächtern von bewirtschafteten stadteigenen Flächen zu erreichen.

Es war CSU-Stadtrat und Umweltbeauftragter Gerhard Limmer, der einen Antrag auf Verzicht des Mittels im städtischen Bereich eingebracht hatte. „Nicht nur das Verschwinden der Beikräuter ist zu beobachten, auch dem Naturraum Wald ist der Einsatz nicht zuträglich“, erläuterte der Forstdirektor im Ruhestand. Er bezeichnete sich schmunzelnd als „Grüner unter den Schwarzen“ und sagte: „Wir sollten als Stadt eine Vorbildfunktion wahrnehmen.“ Gemäß Antrag sollen die Pächter/mit bereits bestehenden Verträgen von landwirtschaftlich genutzten Grundstücken gebeten werden, freiwillig auf den Einsatz von Glyphosat zu verzichten. Dabei sei im Bedarfsfall zu klären, ob ein finanzieller Anreiz gegeben werden sollte. Er wünscht sich zudem die Empfehlung der Stadt an einschlägige Firmen und Geschäfte, auf den Verkauf beziehungsweise die Verwendung von Glyphosat in ihrem Betrieb freiwillig und dauerhaft zu verzichten. Die Bitte auf den Verzicht für den Einsatz von Glyphosat sei auch an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt gerichtet.

Maßnahmen

Der Städtische Bauhof und andere städtische Abteilungen, unter anderem Forstverwaltung, Immobilienverwaltung und Wasserwerk, verzichten bereits auf die Verwendung von Glyphosat, heißt es in der Beschlussvorlage der Stadt. Auch neue Pachtverträge von landwirtschaftlich genutzten Grundstücken schließe die Stadt nur noch ab, wenn darin der Pächter auf den Einsatz von Glyphosat ohne besondere Gegenleistung verzichtet.

Weitere Maßnahmen sollen initiiert werden. Darunter eine freiwillige Selbsterklärung für Pächter von bestehenden Pachtverträgen. Auch die Aufnahme eines Verbots der Verwendung des Mittels in die Gartenordnung für Kleingärten durch die Liegenschaftsabteilung. Außerdem ist die Durchführung einer Informationskampagne „Glyphosatfreies Kaufbeuren“ geplant.

Rundum Einigkeit

Alle Fraktionen begrüßten den Antrag und die daraus resultierenden Maßnahmen. Oliver Schill (Grüne) war nach seinen Worten so angetan, dass er sich in launiger Art fragte, ob er dem CSU-Mann „die Mitgliedschaft oder doch gleich die Ehrenmitgliedschaft“ seiner Partei anbieten solle. Catrin Riedl (SPD) bezeichnete das Vorhaben „als sehr positiv, entschieden von unten nach oben“ und Bernhard Pohl (FW) sagte in Anspielung auf die „Schmidt-Entscheidung“ in der EU: „Wir entscheiden uns für Limmer und gegen Schmidt.“

von Wolfgang Becker

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