Ein großer Tag für die Feuerwehr

Görisried weiht sein neues Feuerwehrhaus feierlich ein

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Die hölzerne Fassade stellt den Bezug zur ländlichen Umgebung her.

Görisried – Es war ein großer Tag für die Gemeinde Görisried. Vergangene Woche feierte die Freiwillige Feuerwehr Görisried die Fertigstellung und Segnung ihres neuen Feuerwehrhauses im Gewerbegebiet mit einem Gottesdienst im Festzelt.

Angeführt von der Musikkapelle Görisried marschierte der Festzug, bestehend aus Festgästen und Fahnenabordnungen der Feuerwehren aus der gesamten Umgebung, durch Görisried hinaus ins Gewerbegebiet im Norden.

Im Festzelt hielt Pfarrer Edward Wastag den Gottesdienst und bedankte sich bei allen Feuerwehrleuten: „Gott sei Dank gab es zu allen Zeiten Menschen, die sich um andere kümmern.“ Er widersprach dem ironisch zu verstehenden Sankt-Florian-Prinzip – „Heiliger Sankt Florian, Verschon’ mein Haus, Zünd’ and’re an!“ – bei dem potentielle Bedrohungen oder Gefahrenlagen nicht gelöst werden, sondern auf andere verschoben werden. „Es ist uns nicht gleichgültig, was mit anderen passiert!“ hätten Menschen aus Görisried schon vor vielen Jahren gesagt und deshalb 1871 die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Schön sei, dass auch heute junge Menschen bereit seien, sich für andere einzusetzen.

Bürgermeisterin Thea Barnsteiner freute sich, dass das neue Feuerwehrhaus nach 16 Monaten Bauzeit fertiggestellt worden war. Bereits 2015 war der Neubau im Gemeinderat beschlossen worden. Es sollte ein innovatives Gebäude werden und eine Stele sollte es haben, aber auch einen Bezug zur ländlichen Umgebung. Nach den entsprechenden Planungen wurde 2017 mit dem Bau begonnen und bereits 2018 konnte die Feuerwehr einziehen. Anschließend ging es an die Außenarbeiten. Bis heute wurden rund 2.600 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Der Feuerwehrverein selbst spendete 34.000 Euro und Firmen steuerten 93.000 Euro zu den gesamten Baukosten von 965.000 Euro bei. Die Bürgermeisterin bedankte sich bei allen Beteiligten mit dem Leitspruch der Freiwilligen Feuerwehren: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

Kreisbrandrat Markus Barnsteiner dankte den 1.400 Bürgern der Gemeinde Görisried sowie den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten für den Einsatz beim Bau des neuen Feuerwehrhauses. „Neben dem Engagement beim Einsatz muss auch die richtige Ausrüstung bereitgestellt und auch untergebracht werden“, meinte der Kreisbrandrat und wünschte den Feuerwehrleuten „gesunde Heimkehr ins Feuerwehrhaus.“ Zur Erinnerung an den Einweihungstag überreichte er einen Gedenkteller an den Feuerwehrkommandanten Martin Häring.

Zur Erinnerung an den Einweihungstag überreichte Kreisbrandrat Markus Barnsteiner (rechts) einen Gedenkteller an den Feuerwehrkommandanten Martin Häring.

Als stellvertretender Landrat ermutigte Lars Leveringhaus die Feuerwehrleute: „Der gesamte Landkreis Ostallgäu steht hinter seinen Feuerwehren“. Auch der Landkreis habe seinen Beitrag zu den Baukosten geleistet. Er dankte der Gemeinde und den Gemeinderäten und betonte: „Es ist gut, dass wir unsere Feuerwehren haben“.

Feuerwehrkommandant Martin Häring erinnerte in seinen Grußworten an den Tag im November vergangenen Jahres, als die Feuerwehr an einem Tag ins neue Domizil umgezogen sei. Häring dankte ebenfalls den vielen Helfern, besonders denen, die nicht Mitglieder der Feuerwehr seien. Anschließend segnete Pfarrer Wastag bei einem Rundgang die Anwesenden, die Feuerwehrleute und das neue Feuerwehrhaus samt Fahrzeugen.

Die Feuerwehr in Görisried baut auf 60 Aktive, darunter eine Frau, sowie zwölf Feuerwehranwärter aus der Feuerwehrjugendgruppe. Auf knapp 560 Quadratmeter auf zwei Stockwerken verteilt, stehen im neuen Feuerwehrhaus zwei Garagen für zwei Einsatzfahrzeuge und drei Anhänger, ein Materiallager, Umkleiden, ein Büro und Schulungsräume zur Verfügung. Die Wege in den Einsatz sind optimiert: vom Parkplatz durch die Umkleiden, getrennt für Frauen und Männer, zu den Einsatzfahrzeugen und nach dem Einsatz umgekehrt.

Die Stele vor dem neuen Feuerwehrhaus im Gewerbegebiet zeigt weithin sichtbar die Einsatzrufnummer „112“.

Die hohe Stele vor dem Gebäude mit der Einsatzrufnummer „112“ weithin sichtbar, erinnere zwar an einen Schlauchturm, wie er früher zum Trocknen der Schläuche Verwendung fand. Laut Kreisbrandrat Barnsteiner werde aber die Schlauchpflege heute zentralisiert durchgeführt und dabei die Schläuche auch technisch überprüft. Feuerwehrkommandant Häring zeigte sich sichtlich stolz auf das neue Gebäude und durch die Lage am Ende des Gewerbegebietes sei auch die Geräuschsituation bei abendlicher Ausbildung und Übung nicht störend für die Bevölkerung.

von Wolfgang Krusche

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