Serie: Burgen im Ostallgäu Burgenführer

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Südansicht der Burg Eisenberg.

Ostallgäu – Oftmals sind von ihnen nur noch sogenannte „Burgställe“ in Form von Erhebungen vorhanden, einst wurde von hier jedoch über die Menschen im Ostallgäu geherrscht: Unter dem Titel „Burgen im Ostallgäu“ stellt der Kreisbote historische Orte und Ziele für geschichtlich Interessierte im gesamten Ostallgäu vor. Götz Finger als offizieller und zertifizierter Führer der Burgenregion Allgäu und sonst auch unter anderem unterwegs als „Gottfried von Ronsberg“ nimmt Sie dabei an die Hand und zeigt Ihnen Ruinen und Burgställe im Landkreis.

Nördlich von Pfronten, oberhalb der Ortschaft Zell, liegen sehr malerisch die Burgen Eisenberg und Hohenfreyberg. Die jüngere der beiden Burgen, die Hohenfreyberg wurde bereits in einem früheren Artikel beschrieben. 

Die Burg Eisenberg ist eine in Bayern sehr seltene Bauform, die einer sogenannten „Mantelmauerburg“. Als Mantelmauer (auch Hoher Mantel genannt) wird eine besonders hohe Ringmauer bezeichnet, die die Kernburg wie ein schützender Mantel umgibt. „Dieser Bautypus ist eigentlich eher in Tirol vertreten“, erklärt Götz Finger. So sei es auch nicht verwunderlich, dass die Eisenberg sehr den Burgen Kaldiff (Nähe Bozen) und Lichtenberg ähnele. 

Die Bauherren, die Herren von Hohenegg, haben laut Finger diese Bauform vermutlich gewählt, um den Grafen von Tirol Paroli bieten zu können für den Bau der Burg Falkenstein.

„Hierzu sollte angemerkt werden, dass bis auf die Burg Hopfen alle heutigen Ruinen oder das ,Hohe Schloss’ in Füssen aus der Zeit des späten 13. und frühen 14. Jahrhunderts stammen“. Dies war laut dem Burgenführer eine Folge des Aussterbens der Staufer. 

Denn das Gebiet Füssen, Reutte, Vils, Pfronten und der Fernpass gehörten ursprünglich dem Stauferhaus, welches es wiederum 1212 von den Markgrafen von Ronsberg geerbt hatte. Reutte, Vils und alle Gebiete im heutigen Österreich gingen damals an die Grafen von Tirol. Nur für das Gebiet Füssen, Pfronten, Hopferau und Eisenberg waren sich die Adelsherren der Umgebung nicht ganz einig. 

Ab diesem Zeitpunkt begann der Burgenbau, wobei die Wittelsbacher den Startschuss gaben mit dem Bau der Burg in Füssen. In Eisenberg waren es die Reichsfreien (Reichsministerialen) Herren von Hohenegg, die hiermit ihren Anspruch auf das Gebiet baulich gegenüber den grauen von Tirol verdeutlichten. 

Die Herren von Hohenegg, benannt nach der Stammburg Hohenegg bei Ebratshofen (Gemeinde Grünenbach, Kreis Lindau), gehörten bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts zu den mächtigsten Familien im Allgäu. 

• 1382 verkaufte Berthold von Hohenegg die Burg und die Herrschaft an den Herzog Leopold III. von Österreich. 

• Ab 1390 erschien Friedrich von Freyberg zu Eisenberg, der seit 1376 mit Anna von Hohenegg zu Eisenberg verheiratet war. Die Herren von Freyberg haben also die Herrschaft Eisenberg geerbt, beziehungsweise wurde Friedrich von Herzog Leopold III. von Österreich als Erbe mit der Herrschaft belehnt. Der Ursprung der Familie von Freyberg war auf der heute abgegangenen Burg Freyberg bei Gutenzell-Hürbel im Landkreis Biberach. Zu der Herrschaft Eisenberg gehörten damals die Orte Eisenberg und Hopferau samt einigen umliegenden Weilern. 

• Im Jahr 1525 wurde die Burg Eisenberg von aufständischen Bauern besetzt und auch beschädigt. 

• Anschließend wurde die Burg Eisenberg mit den Geldern und Reparationsleistungen der Bauern wieder saniert und ausgebaut. Gebaut wurde die Ge- schützplattform und der heute als Ausflugturm benutzte Artillerieturm. Denn im 16. Jahrhundert gewannen Pulverwaffen immer mehr an Bedeutung. 

• Den Schlusspunkt setzten die Tiroler Truppen im 30-jährigen Krieg. 1632 wurden alle Kanonen und sonstigen Pulverwaffen von der Burg ab- und auf der Festung Ehrenberg zusammengezogen. 1646 zündeten die Tiroler die leer- geräumten Burgen Eisenberg und Hohenfreyberg endgültig an, um zu verhindern, dass sich dort feindliche schwedische Truppen festsetzen könnten. Dass diese gar nicht mehr kamen, konnten die Tiroler nicht wissen. 

• Ab diesem Zeitpunkt verfiel die Burg bis in die 80-iger Jahren des vorherigen Jahrhunderts, bis der Eisenberger Burgenverein die Burg bis zum heutigen Zustand wieder herrichtete.

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