Legale Gestaltung von Freiflächen im Kaufbeurer Stadtgebiet

Graffiti als Angebot

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Beispiel Eisstadion: So könnte eine Freifläche für das seitens der Stadt geplante Vorhaben aussehen.

Kaufbeuren – In seiner letzten Sitzung hat der Kulturausschuss ein Förderprogramm namens „GeSTADTung“ zur legalen Gestaltung von Freiflächen beschlossen. Dabei sollen in einem ersten Schritt drei ausgewählte Flächen zur allgemeinen Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

Aus Sicht von Abteilungsleiter Günther Pietsch kommt die Stadt damit einem schon oft angefragten Wunsch nach. Erklärtes Ziel ist es nach den Worten von Pietsch, die Kunst im öffentlichen Raum zu stärken. Zur Sensibilisierung und Weiterentwicklung von sogenannten Urban-Art-Projekten soll die freie Gestaltung von Flächen an der Nord-Ost-Seite des Eisstadions, eine Betonwand am Bolzplatz (Promenadenweg Neu- gablonz) und das Toilettenhäuschen am Tänzelfestplatz legalisiert werden. 

„GeSTADTung“ hat das Ziel, eine Professionalisierung der Urban-Art- Szene zu unterstützen und im Idealfall gleichzeitig die illegale künstlerische Nutzung städtischer und privater Flächen zu verringern. Die Flächen werden durch geeignete Marketingmaßnahmen öffentlich kenntlich gemacht und durch ein Schild sowie einen aufgemalten Begrenzungsrahmen gekennzeichnet. Der Künstler erhält auf Antrag und nach Unterzeichnung eines Regelwerks einen Urban-Art-Ausweis der Abteilung Kultur, mit dem er unter Einhaltung bestimmter Rahmenbedingungen (beispielsweise Tageszeit, Nutzungs- rechte, Extremismus- Klausel) die ausgewiesenen Flächen eigenständig und immer wieder neu gestalten kann. 

„Besprühte Wände werden seltener verschmiert“, zitiert Pietsch aus Erfahrungen anderer Städte. Das Projekt fand die einhellige Zustimmung der Ausschussmitglieder. „Gutes Graffiti ist besser als wilde Schmierereien“, brachte es Helga Ilgenfritz (SPD) auf den Punkt. Neben den frei ausgeschriebenen Flächen ist auch eine einmalige Neugestaltung der Fuß- gängerunterführung zum Bahnhof angedacht. Diese ist derzeit regelmäßig das Ziel von Schmierereien oder illegaler Beklebung. Nach Erfahrung aus anderen Städten ist die Deutsche Bahn AG als Grundstückseigentümer einer Neugestaltung gegenüber grundsätzlich durchaus aufgeschlossen. Die Flächenvergabe wird nach Qualität und Motivvorschlag im Rahmen einer Ausschreibung durch die städtische Abteilung Kultur und in Absprache mit der Bahn erfolgen.

Das Projekt

„GeSTADTung“ hat das Ziel, eine Professionalisierung der Urban-Art-Szene zu unterstützen und im Idealfall gleichzeitig die illegale Gestaltung städtischer und privater Flächen zu verringern. Später sollen neben legalem Graffiti wei- tere Formen von Urban Art gefördert werden. „Ziel ist es, Kunst im öffentlichen Raum so zu fördern, dass eine Gestaltung ohne Sachbeschädigung stattfindet und sich eine Szene etabliert, die eine vielfältige Nutzung des urbanen Raums im Blick hat“, so Pietsch. von Wolfgang Becker

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