Grande Dame der Lüfte in Kaufbeuren

Das bekannteste Flugzeug Deutschlands, das immer noch aktiv in der Luft ist, trägt das Kennzeichen D-AQUI und gehört der Deutschen Lufthansa Stiftung. Am Kaufbeurer Fliegerhorst herrschte großer Andrang auf die vorher gebuchten Rundflüge.

Ein nicht alltäglicher Gast weilte am vergangenen Wochenende in Kauf- beuren: Eine Junkers Ju 52 der „Deutschen Lufthansa Stiftung Berlin“ machte erstmals Station auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst. Auf ihrer saisonalen Tour zu großen deutschen Verkehrsflughäfen war dieser Zwischenaufenthalt auf Einladung des Luftsportvereins Kaufbeuren (LSVK) zustande gekommen. Bereits am Vorabend war das Flugzeug aus Memmingen kommend gelandet. Am Sonntag wurden dann vier Rundflüge und ein Streckenflug zur nächsten Station in Friedrichshafen für Interessierte angeboten, die jedoch bereits im Vorfeld alle ausgebucht waren.

„Wind Nordost Startbahn Null-Drei, bis hier hör ich die Motoren…“ Der Refrain des bekannten Hits von Reinhard May kam einem unweigerlich beim Anblick der Traditionsmaschine aus dem Jahre 1936 in den Sinn. Zumal auch die Atmosphäre im Shelter des LSVK bei Kaffee und Kuchen durchaus mit einer „Luftaufsichtsbaracke“ vergleichbar war. Und spätestens nach dem Anlassen der drei Motoren musste jeden Flugbegeisterten ein „Gänsehautgefühl“ überkommen. Trotz widriger Wetterbedingungen zwischen nasskalt und stürmisch sowie der dadurch verursachten Verzögerungen der Abflugzeiten war das Interesse in der Bevölkerung groß. Für die nach geltenden Flugverkehrsbestimmungen nicht nur für Sichtflug, sondern auch für Instrumentenflug ausgestattete Maschine war das Wetter aber kein Hindernis, sodass jeder Fluggast zu seinem 30-minütigen Flug kam. Bei jedem Flug haben 16 Passagiere in bequemen Sitzen einen Fensterplatz. Eva und Herbert Liebl aus Buchloe hatten noch glänzende Augen, als sie schon längst wieder festen Boden unter den Füßen haben. „Wir haben den Flug in keiner Weise bereut und würden das jederzeit wieder machen“, lautet ihr Kommentar. Bei Romy und Wolfgang Schuh aus Blöcktach waren offenbar genetische Wurzeln die Ursache für das Interesse an der Luftfahrt: Die Väter der beider Eheleute waren im Krieg mit der Ju 52 geflogen! Ehrenamtlicher Einsatz Die fünfköpfige Crew mit den beiden Flugzeugführern Axel Holler und Matthias Schulz, Flugingenieur Martin Papert sowie Thomas Grütjahn als Wartungstechniker und Christina Honigbaum ist ehrenamtlich unterwegs und sonst auf ganz normalen Linienflügen der Lufthansa im Einsatz. Alle weilten das erste Mal in dieser Funktion in Kaufbeuren – und waren begeistert von der Lage des Flugplatzes. „Wir hoffen, dass dieser wunderbare Platz als Ausgangspunkt für Rundflüge erhalten bleibt“, so Holler, „wir würden auch im nächsten Jahr sehr gerne wiederkommen.“ Die Erlöse aus den Rundflügen kommen dem Erhalt und Ausbau der historischen Lufthansaflotte zugute. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.dlbs.de.

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