Grausiger Fund

Die Taucher der BP Dachau suchen unterhalb der Marienbrücke nach dem Leichnam des 46-Jährigen, der in Aalen seine Frau und seine Tochter erdrosselt haben soll. Foto: Sommer

Ein Familiendrama im baden-württembergischen Aalen hat in der vergangenen Woche sein Ende in der Pöllatschlucht unterhalb von Schloss Neuschwanstein gefunden. Taucher bargen am Mittwoch vergangener Woche die Leiche eines 46-jährigen Familienvaters aus einem Gumpen unterhalb der Marienbrücke. Er steht im Verdacht, seine 45-jährige Frau und seine 17-jährige Tochter getötet zu haben. Polizei und Staatsanwaltschaft nennen finanzielle Probleme als mögliches Motiv der Tat.

Beamte der alpinen Einsatzgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West und neun Taucher der Bereitschaftspolizei Dachau waren am Mittwochmittag vergangener Woche in der Pöllatschlucht im Einsatz, nachdem sie bereits in den Tagen zuvor mit dem Hubschrauber und Wärmebildkameras die Schlucht abgesucht hatten. Es galt, die Leiche des Verdächtigen zu finden, dessen Auto die Polizei am Freitag der Vorwoche nahe Schloss Neuschwanstein gefunden hatte. Gegen Mittag wurden die Taucher fündig: Sie fanden in einem Wasserloch unterhalb der Marienbrücke einen männlichen Leichnam. Einen Tag später stand fest, dass es sich um den gesuchten Mann aus Aalen handelt. Die Rechtsmediziner der Ludwig-Maximilians-Universität München, die die Leiche untersuchten, gaben einen Sturz aus großer Höhe als Todesursache an, ein Fremdverschulden sei ausgeschlossen. Dem Selbstmord ging offenbar ein Familiendrama voraus. Am Freitagabend vorvergangener Woche entdeckten Beamte der Aalener Polizei die Frau und die Tochter des Mannes tot in deren Wohnung. Rechtsmediziner der Uni Ulm fanden heraus, dass die beiden Frauen erdrosselt wurden, eine Kordel als mögliches Tatwerkzeug stellten die Beamten sicher. Offenbar hatte der Familienvater danach einen Bekannten per SMS über die Gewalttat und seine Selbstmordabsicht informiert. Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei zufolge hat der 46-Jährige seine Frau wahrscheinlich am vorvergangenen Freitagvormittag in der Wohnung der Familie erdrosselt. Die Tochter wurde gegen 13.30 Uhr des selben Tages zuletzt in der Öffentlichkeit gesehen, sie starb demnach voraussichtlich am frühen Nachmittag – einen Tag vor ihrem 18. Geburtstag. Nach der Tat fuhr der Mann dann ins Ostallgäu, dort hatte die Familie jüngst Urlaub gemacht. Noch am selben Abend fanden Beamte den Wagen des Mannes in der Nähe des Schlosses. Die Familie hatte nach Angaben der Behörden finanzielle Probleme, der Familienvater ging offenbar seit Jahren keiner geregelten Arbeit nach. Zudem gebe es Hinweise, dass der Mann als Kassier eines örtlichen Sportvereins einen fünfstelligen Geldbetrag veruntreut hat.

Meistgelesen

Eiskalt durch den Dreck
Eiskalt durch den Dreck
Frau klettert auf Laterne und kommt nicht mehr herunter
Frau klettert auf Laterne und kommt nicht mehr herunter
Kommandoleiter der Taliban im Ostallgäu festgenommen
Kommandoleiter der Taliban im Ostallgäu festgenommen
Stolz auf geleistete Arbeit
Stolz auf geleistete Arbeit

Kommentare