"Größtmögliche Fairness"

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MICHAELA FRISCH Buchloe/Stöttwang – Am 10. Mai war Baubeginn, am vergangenen Mittwoch dann setzten die beiden Bürgermeister Josef Schweinberger (Buchloe, CSU) und Richard Ficker (Stöttwang, Freie Wählervereinigung) den offiziellen Spatenstich: dem geplanten „Hochwasserrückhaltebecken IV“ auf dem Gemeindegebiet Stöttwang-Thalhofen steht nun nichts mehr im Wege. Rund 110000 Kubikmeter Wasser soll das Becken bei Hochwasser zukünftig auffangen können – ein unverzichtbarer Schritt, um einige hundert Anwesen im Einzugsgebiet vor der Überflutung zu schützen, so Josef Schweinberger. Der Stöttwanger Bürgermeister ist Vorsitzender des „Zweckverbandes Hochwasserschutz Gennach – Hühnerbach“, der das Projekt initiiert hat und dem außer Buchloe und Stöttwang noch zehn weitere Nachbargemeinden angehören. Insgesamt sollen im Verbandsgebiet sechs solcher Becken entstehen. In Dillishausen wurde bereits im letzten Herbst mit der Verwirklichung begonnen. „Es ist toll, dass die gemeindeübergreifende Zu-sammenarbeit bei einem Projekt dieser Größenordnung so problemlos funktioniert,“ freut sich Angelika Schorer, Landtagsabgeordnete für die CSU. Dies zeige, wie bewusst man sich in den entsprechenden Gemeinden der Dringlichkeit einer solchen Maßnahme sei. Zuletzt im Jahre 2005 war Thalhofen vom Hochwasser heimgesucht worden. So überzeugt Fachleute und Politiker von dem Hochwasserschutzkonzept sind, so skeptisch sehen viele Landwirte das Projekt. Dabei geht es vor allem um die für das jeweilige Bauvorhaben benötigten Ge-ländeabschnitte sowie die dafür fälligen Entschädigungen. „Wir sind uns der Verantwortung für ein solches Großprojekt durchaus bewusst und hoffen, dass die Bevölkerung Akzeptanz übt. Schließlich ist die Maßnahme zum Schutz der Bürger bestimmt!“, erklärt Richard Ficker. In Thalhofen ist diese Einigung gelungen, in manch anderen beteiligten Gemeinden herrscht diesbezüglich jedoch noch immer Uneinigkeit. „Niemand soll hier übers Ohr gehauen werden. Wir bemühen uns, die Gebietsabtretungen für alle Beteiligten möglichst gerecht zu verteilen“, betont Josef Schweinberger. Die „größtmögliche Fairness“ sei hier oberste Prämisse. Die Vollendung des gesamten Vorhabens, aber auch die finanzielle Förderung vom Freistaat Bayern für das Projekt sind stark von der Kooperationsbereitschaft der Landwirte in den Verbandsgemeinden abhängig: der Freistaat bezu-schusst das Projekt in einer Höhe von 75 Prozent, allerdings nur, wenn der Antrag mit allen erforderlichen Angaben bis zum Jahresende eingereicht wird. Und dazu gehört eben auch, dass keine Grundstücksfragen mehr strittig sind.

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