Größtmögliche Selbständigkeit

„Größtmögliche Selbständigkeit der Bewohner“ – Unter diesem Motto standen beim Neubau des Behinderten-Wohnheims der Lebenshilfe die gesamte Planung und Ausführung. „Wir wollten eine Krankenhaus-Atmosphäre unbedingt verhindern, unsere Bewohner sollen sich hier richtig heimisch fühlen“, erklärte Ruth Kimmig, die Leiterin des Heims, am Freitag bei der feierlichen Schlüsselübergabe für die neuen Räumlichkeiten.

Der Bau wurde daher auf die individuellen Bedürfnisse der 32 Bewohner abgestimmt. Deren Behinderungen unterscheiden sich in Art und Schwere, weshalb die Wohnbereiche individuell ausgestattet sind und über moderne Hilfsgeräte wie zum Beispiel Aufstehhilfen oder spezielle Pflegebadewannen verfügen. Insgesamt 15 Quadratmeter darf jeder Bewohner hier sein „eigenes Reich“ nennen. Rollstuhlgerecht wurde auf Schwellen verzichtet und ein kleiner abgeschirmter Wohnhof für jede der drei Wohngruppen gestaltet. Besondere Highlights sind sowohl der „Sinnengarten“ mit Kräutern und Blumen in einem Innenhof der Einrichtung als auch ein sogenannter „Snoezel“-Raum, der durch absolute Abschirmung vom äußeren Geschehen in Verbindung mit sanften Licht- und Toneffekten eine beruhigende Wirkung erzielt. Durch den Einsatz von gut erkennbaren Farbakzenten in den Fluren des Hauses soll erreicht werden, dass sich die Bewohner in den einzelnen Gruppenbereichen gut orientieren können. „Die Betreuung, die wir geistig behinderten Menschen hier bieten können, gibt Eltern und Angehörigen Entlastung und eine Antwort auf die Frage, was wird, wenn ihre Kinder mit Behinderung erwachsen geworden sind“, betont Heimleiterin Kimmig. Seit Jahren seien in ganz Schwaben keine neuen Wohnplätze dieser Art gefördert worden. Gerade für Schwerstbehinderte, deren Angehörige sie aus verschiedenen Gründen nicht mehr ausreichend betreuen konnten, hätten sich aus dieser Platznot große Probleme ergeben. Aus diesem Grund hatte sich die Lebenshilfe entschlossen, den Neubau ohne staatliche Zuschüsse in Eigenregie durchzuführen. Rund 3,5 Millionen Euro hat der Neubau gekostet. 2003 wurde mit den ersten Planungen begonnen, Baubeginn auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück war dann im Frühjahr 2008. „Ich bin überglücklich, dass wir das Haus wie geplant eröffnen konnten“, freute sich Wolfgang Kimmig, Geschäftsleiter des Wohnbereichs der Lebenshilfe: „Dies ist nicht der Verdienst von Einzelpersonen, sondern so viele haben daran mitgewirkt. Daher möchte ich allen Beteiligten meinen größtmöglichen Dank für ihre Unterstützung aussprechen!"

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