Große Nachfrage nach Plätzen

Stadt Marktoberdorf reagiert mit Einrichtung dreier neuer Kindergartengruppen

Spielendes Kind
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Drei neue Gruppen für Kindergartenkinder entstehen „auf die Schnelle“, denn die Nachfrage fürs Betreuungsjahr 2021/22 ist unerwartet groß.

Marktoberdorf – Die Stadt Markt­oberdorf unterhält 16 Kindertageseinrichtungen und stellt rund 1000 Betreuungsplätze für Kinder zwischen vier Monaten und elf Jahren zur Verfügung. Mit Spannung hatte die Stadt nun die Einschreibung der Kinder erwartet, die ab September 2021 in Krippe, Kindergarten und Hort betreut werden.

Das berichtete Wolfgang Wieder, der bei der Stadt für die Kindertagesstättenverwaltung zuständig ist, den Stadträten in ihrer vergangenen Sitzung. Coronabedingt warteten die Anmeldezahlen tatsächlich mit einigen Überraschungen auf, die die Stadt zu schnellem Handeln und den Bürgermeister zu einer Eilentscheidung zwangen. So könnten zwar Hort und Krippe die Nachfrage nach Betreuungsplätzen gut abdecken, bei den Kindergartenplätzen sei die Situation jedoch „dramatisch“, so Wieder. Auf 160 Kinder, die zum Schuljahresbeginn an die Grundschulen wechseln, kämen über 220 Kinder, die neu in einem der städtischen Kindergärten betreut werden sollen. Nicht hinzu gerechnet seien zwölf Kinder aus umliegenden Gemeinden, die in Marktoberdorf einen Platz angefragt hätten. „Damit platzen die Kindergärten aus allen Nähten“, sagte Wieder. Die Stadt könnte ihrem Auftrag nicht gerecht werden, wenn Eltern einen Platz tatsächlich einklagen würden. „Dieses Szenario mag man sich gar nicht ausmalen“, betonte er.

Die große Nachfrage in den Kindergärten erklärte sich Wolfgang Wieder unter anderem mit der pandemiebedingten Situation in den Schulen. Viele Eltern hätten ihre Kinder, die zwischen Juli und September geboren sind und als sogenannte Korridorkinder gelten, in diesem Jahr zurückgestellt. Von 42 solcher angehender Erstklässler werden nur zwölf tatsächlich in die Schule wechseln, die anderen bleiben noch ein Jahr im Kindergarten. Das seien ungewöhnlich viele, so Wieder. 35 weitere Plätze sind für Kinder reserviert, die behindert oder von Behinderung bedroht sind. Sie benötigen außerdem einen erhöhten Betreuungsbedarf.

Was also tun? Wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell informierte, sei die Verwaltung inklusive des städtischen Gebäudemanagements aktiv geworden und hätte auf die Schnelle drei weitere Kindergartengruppen installiert. So sei die Bereitstellung von 65 weiteren Betreuungsplätzen ermöglicht worden. Zwei dieser drei Gruppen schließen sich an die Hortbetreuung an der Grundschule Thalhofen und im Familienzentrum St. Magnus an. Das heißt, dort werden die Räumlichkeiten insofern ertüchtigt und das Personal aufgestockt, dass ab dem frühen Morgen auch Kindergartenkinder betreut werden können. Dabei soll die Gruppe in Thalhofen einen Schwerpunkt bei Sport und Bewegung setzen, im Familienzentrum wird es eine Gruppe aus reinen Vorschulkindern geben. Die dritte Kindergartengruppe wird in der ehemaligen Hausmeisterwohnung nahe des Modeons eingerichtet. Dort soll eine Sprachfördergruppe unterkommen. In alle drei neuen Einrichtungen der Kinderbetreuung wird die Stadt baulich insgesamt rund 150.000 Euro investieren.

Angelika Hirschberg

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