Mehr Gründerkultur für Digitalisierung

Allgäuer Unternehmer in Videokonferenz mit Staatsministerin Dorothee Bär

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Vom Rücksitz ihres Dienstwagens aus nahm Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, an einer Videokonferenz mit dem Gründerzentrum Allgäu Digital in Kempten teil.

Kaufbeuren/Allgäu – Zum Beginn ihrer Digitalen Sommertour hat Dorothee Bär (CDU), Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, in einer Videokonferenz mit dem Digitalen Gründerzentrum Allgäu Digital das Gespräch mit Allgäuer Jungunternehmern gesucht.

Gastgeber dieser abendlichen Videokonferenz war der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU), der aus seinem Kaufbeurer Wahlkreisbüro die Gespräche moderierte. Staatsministerin Dorothee Bär sprach während der Rückfahrt aus Berlin in einer störungsfreien Übertragung von der Rückbank ihres Dienstwagens mit den aus Kempten zugeschalteten Vertretern vom Gründerzentrum Allgäu Digital.

Antonia Widmer stellte als Leiterin das Gründerzentrum Allgäu Digital als Wissensplattform und regionales Kooperationsnetzwerk für Startups und etablierte Unternehmen mit Digitalisierung als Schwerpunkt vor. Allgäu Digital ist ein Projekt der Allgäu GmbH und der Stadt Kempten. Klaus Fischer, Geschäftsführer der Allgäu ­GmbH, forderte weitere Aktivitäten im ländlichen Raum. Auch die frisch gewählte Aufsichtsratsvorsitzende der Allgäu GmbH, Landrätin Maria Rita Zinnecker, nahm an der Videokonferenz teil und machte zum Auftakt der Staatsministerin den dringenden Nachholbedarf bei der Basisinfrastruktur deutlich: „Die Wirtschaft fordert einen intensiveren Einsatz“.

Staatsministerin Bär sieht im ländlichen Raum alle Vorteile für die Digitalisierung, aber ohne die Nachteile der Großstadt. „Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und die Digitalisierung im Mittelstand ist dementsprechend wichtig“, sagte Bär. Als Voraussetzung für Unternehmensgründungen nannte sie ein gründungsfreundliches Land, ein positives Bild vom Unternehmertum und eine Gründerkultur, wofür auch Gründerzentren wichtig seien. Für Gründungen stünde extra ein Förderungsfond zur Verfügung. „Wir müssen nach Corona noch viel mehr Gas geben“, sagte Bär.

Von seinem Wahlkreisbüro aus moderierte MdB Stephan Stracke die Videokonferenz mit Staatsministerin Dorothee Bär und dem Gründerzentrum Allgäu Digital in Kempten.

Als Beispiel stellte Dr. Julia König, Mathematikerin und Geschäftsführerin der Ehrenmüller GmbH aus Kempten, ihre Unternehmensgründung 2018 vor. Sie berät derzeit mit ihren Mitarbeitern mittelständische Unternehmen bei Fragen und Nutzung der Künstlichen Intelligenz (KI) bei der Bildanalyse oder Absatzprognose. Als reines Dienstleistungsunternehmen bemängelte sie deutlich geringere Fördermöglichkeiten bei der Gründung. Staatsministerin Bär bestätigte diese Problemstellung und berichtete über erste Planungen für Gespräche zur Verbesserung.

Neele De Vries von der Picture Framing GmbH, der mit seiner Firma eine App zur selbständigen und komfortablen Erstellung von Erklärvideos auf dem Smartphone entwickelt hatte, zeigte in seiner Vorstellung für die Staatsministerin ähnliche Stolpersteine auf: „Wir haben unsere Firma bereits als Studenten gegründet. Dabei fällt man aber als Student schnell durch alle Prüfungen für Förderungen“. Auch diese Situation nahm Dorothee Bär als Aufgabenstellung mit.

Andreas Breher und Simon Cordella, die ein kamerabasierendes Pflanzenschutzssystem als Anbauteil an Traktoren entwickelt haben, bemängelten den hohen bürokratischen Aufwand bei Förderungen, wodurch viele erfolgversprechende Projekte gehemmt würden.

Abschließend fragte Stephan Stracke die Jungunternehmer noch nach ihren persönlichen Erfahrungen: „Macht es denn Spaß, Unternehmer und Gründer zu sein?“ Alle teilnehmenden Jungunternehmer bejahten ihren Schritt und Neele De Vries bestätigte: „Ja, es geht mal hoch und mal tief. Aber, weil man alles selbst machen muss, lernt man nirgends so viel wie als Gründer“.

von Wolfgang Krusche

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