Staatssekretär Eck besichtigt Baufortschritt – Grüne sind gegen B12-Ausbau

B12-Ausbau sorgt für Diskussion

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Der Brückenbau auf der B12 liegt laut dem Staatlichen Bauamt Kempten im Zeitplan. Wenn alles klappt, soll die Überführung im September wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Jengen – Der CSU kann es nicht schnelle genug gehen, die Grünen sind kategorisch dagegen: Der anvisierte Ausbau der B12 spaltet die Gemüter. Bei einer Besichtigung des Baufortschritts der Auffahrt bei Jengen sprach Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) über das Thema.

Die Meinungen könnten konträrer nicht sein. Anlässlich der Besichtigung des Baufortschritts beim Neubau der B12-Auffahrt bei Jengen sprach Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) kürzlich auch über einen möglichen vierspurigen Ausbau der Bundesstraße zwischen Buchloe und Kempten. Diesen lehnen die Grüne kategorisch ab. 

Der auf Einladung der Landtagsabgeordneten Angelika Schorer (CSU) ins Ostallgäu gekommene Politiker wollte sich auf einen Zeitpunkt für die Entscheidung über einen vierspurigen Ausbau jedoch noch nicht festlegen. Man müsse das Bewertungsverfahren für den Bundesverkehrswegeplan und die Einstufung der Dringlichkeit abwarten, bevor über Termine gesprochen werden könne, erklärte Eck. Allerdings befürworte er den zukunftswei- senden Ausbau der Brückenbauwerke auf der B12, um im Fall einer Entscheidung für die Vierspurigkeit schnell handeln zu können. Der aktuelle Brückenbau auf die B12 bei Jengen geht indes zügig voran. 

Wie Bruno Fischle und Josef Merk vom Staatlichen Bauamt in Kempten berichteten, wolle man im September die Brücke für den Verkehr freigeben. 

Grüne sind gegen den Ausbau der B12 

Theresa Schopper, MdL und Vorsitzende von Bündnis90/Die Grünen Bayern sowie Christian Vavra vom Kreisverband der Grünen im Ostallgäu sind jedoch gegen gegen eine Erweiterung der B12 auf vier Spuren. Dazu erklärt Schopper: „In dieser Frage sollten sachliche Argumente und nicht Wahlkampfgeplänkel im Vordergrund stehen“. Es mache aus ihrer Sicht keinen Sinn, einen weiteren Ausbau zu fordern, bevor der dreispurige Ausbau noch nicht mal vollendet sei. „Durch den dreispurigen Ausbau wird es genug Überholmöglichkeiten geben, so dass sich die von vielen Bürgerinnen und Bürgern empfundene Überbelastung, vor allem im Hinblick auf den Schwerlastverkehr, deutlich entspannen wird“, so Schopper. Außerdem dürfe man nicht außer Acht lassen, dass sich das Mobilitätsverhalten der Menschen ändern werde. Der demografische Wandel und die prognostizierte Verteuerung des Individualverkehrs würden ebenfalls dazu führen, dass keine Verkehrszunahme zu erwarten sei. 

„Möchte man in die Zukunft investieren, muss man den Bahnverkehr ausbauen und nicht Geld in Straßenbeton verbuddeln“, so die Grünen-Politikerin. Laut den Grünen ist die B12 bereits heute für 20.000 Fahrzeuge pro Tag ausgelegt, wobei die aktuelle Belastung bei- spielsweise zwischen Germaringen und der Auffahrt zur A96 mit 17.500 Fahrzeuge pro Tag immer noch unter der Belastungsgrenze liege. Und Christian Vavra ergänzt: „Derzeit eine vierspurige B12 anzuvisieren ist für mich ein Zeichen der Ignoranz gegenüber den Ostallgäuer Bedürfnissen. Die Ostallgäuer profitieren kaum vom vierspurigen Luxusausbau, bezahlen das jedoch mit einer höheren Verkehrsbelastung und Steuergeldern“. Andere neuralgische Unfallschwerpunkte wie zum Beispiel auf der B472 Marktoberdorf/Schongau warteten längst auf ihre Entschärfung, so Vavra. Zudem wäre es aus Sicht der Grünen sinnvoller, „den ÖPNV und die Bahn in unserer Region mehr zu fördern. Die Elektrifizierung der Bahnstrecken schieben wir schon viel zu lange vor uns her“. von Kreisbote

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