Grüne stellen sich auf

Mitglieder nominieren ihre Kandidaten für den Landtag

+
Ordentlich Wind machen wollen die Kandidaten der Grünen im Wahlkampf in Bayern: Direktkandidat für den Landtag Dr. Günter Räder (v. li.), Listenbewerberin für den Landtag Ulrike Seifert, Listenbewerberin für den Bezirkstag Chrissi Myrtsidou-Jung und Direktkandidat für den Bezirkstag Albrecht Winter-Winkelmann.

Kaufbeuren – Im Stimmkreis 708 Kaufbeuren wählten die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen ihre Direktkandidaten für den Landtag und Bezirkstag. Dr. Günter Räder soll im Landtag und Albrecht Winter-Winkelmann im Bezirkstag grüne Politik vorantreiben.

Die Ortsvorsitzende der Grünen in Kaufbeuren, Ulrike Seifert, begrüßte die Mitglieder aus Kaufbeuren und Teilen des Unterallgäus zur Nominierungsversammlung. Der Wahlkreis 708 reicht von Kaufbeuren bis hinter Mindelheim und schließt Türkheim, Irsee, Pforzen und Germaringen mit ein.

Dr. Günter Räder begründete mit einem Augenzwinkern seine Nominierung: „Es braucht wieder Vollbartträger in der Politik“ und zog mit seinem echten Vollbart den Vergleich zur Prunksitzung beim fränkischen Fastnachtabend in Veitshöchheim, bei der unter anderem Markus Söder (CSU) als Prinzregent Luitpold von Bayern und Markus Rinderspacher (SPD) als Kurt Eisner jeweils mit angeklebten Vollbart auftraten. Dann wurde es schnell wieder ernst. Als Bioland-Berater unterstrich Dr. Räder eine moderne Biolandwirtschaft. Die neue Düngeverordnung bewertete er dazu als nicht geeignet, weil sie keinen echten Einfluss auf den Schutz des Grundwassers nehme. Nur Papieraufwand und Bürokratie steckten dahinter. Ebenso unterstütze Räder artgerechte Tierhaltung und forderte im Landtag und Bezirkstag eine grüne Mannschaft für grüne Politik mit Detailwissen. Gegen den Flächenverbrauch in Bayern – jeden Tag verschwänden 13 Hektar Bayern oder 18 Fußballfelder unter Asphalt und Beton – forderte Räder ein klares Gesetz und dessen klare Durchsetzung. „Ich bin auch ein starker Verfechter der Windkraft“, meinte Räder und forderte die Abschaffung der 10H-Regelung bei der Abstandsmessung.

Ohne Gegenkandidaten schickten die Kaufbeurer Grünen Dr. Räder in den Wahlkampf für den Landtag.

Als Kandidat für den Bezirkstag wurde Albrecht Winter-Winkelmann nominiert, der seit seinem Beitritt 1982 zu den Grünen in Berlin aktiv ist und nun im Unterallgäu lebt. Als Diplom-Pädagoge in der Behindertenarbeit will er besonders auf die Teilhabe von Behinderten achten und dafür sorgen, dass nicht bei den Schwachen gekürzt wird. Er monierte ein fehlendes Konzept bei psychisch geschädigten Flüchtlingen. Bei einer Wahl in den Bezirkstag wolle er sich dafür einsetzen, dass zumindest in Einrichtungen des Bezirkes auf die Verwendung von Glyphosat als Pestizid verzichtet werde.

Neben den Direktkandidaten werden im März die Bewerber für die Wahlliste der Grünen gewählt. Ulrike Seifert, Sprecherin im Ortsverband Kaufbeuren, wurde dabei für die Landtagsliste empfohlen. Als Erzieherin und Pädagogin arbeitet sie in der Familien-, Kinder- und Jugendarbeit. Seit 2010 ist sie Mitglied bei den Grünen und leitet seit 2016 das Regionalbüro der Europaabgeordneten Barbara Lochbihler. Sie will die verschiedenen Belange von Bürgern auf dem Land und in der Stadt zusammenbringen. „Es werden Frauen in der Politik gebraucht“, sagte Seifert, will sich einmischen und den Mund aufmachen. „Familienpolitik geht von den Kindern und nicht vom Arbeitgeber aus.“ Sie forderte eine Frauenquote, aber nur als „Gehhilfe“, bis es von alleine läuft. Natur sieht sie als Baustein für unsere Gesundheit.

Für die Liste zum Bezirkstag wurde Chrissi Myrtsidou-Jung empfohlen, eine junge dreifache Mutter, die für die Familie ihr Betriebswirtschafts-Studium unterbrochen hatte. Sie freue sich, in einer Partei zu sein, die gezielt Frauen und Mütter unterstütze. „Im Bezirkstag will ich als Neue Fragen stellen und frischen Wind hineinbringen.“

von Wolfgang Krusche

Auch interessant

Meistgelesen

Josef Müller aus Oberostendorf ist bester Milchviehhalter
Josef Müller aus Oberostendorf ist bester Milchviehhalter
Mal mit Puffer, mal wird es eng
Mal mit Puffer, mal wird es eng
Wahlergebnis mit Ansage: CSU bei 37,3 und Grüne bei 17,7 Prozent
Wahlergebnis mit Ansage: CSU bei 37,3 und Grüne bei 17,7 Prozent
Diskussion um „Brunnen der Barmherzigkeiten“ im Spitalhof
Diskussion um „Brunnen der Barmherzigkeiten“ im Spitalhof

Kommentare