Aufstellungsversammlung Stimmkreis Marktoberdorf: „Wer Grün haben will, muss auch Grün wählen“

Grüne wählen ihre Kandidaten

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„An den richtigen Stellen zündeln“ wollen die Kandidaten der Grünen, symbolisch mit großen Zündhölzern, wenn sie bei den Wahlen erfolgreich sind: Direktkandidat für den Bezirkstag Hubert Endhardt (v. li.), Listenbewerberin für den Bezirkstag Christine Räder, Direktkandidat für den Landtag Christian Vavra und Listenbewerberin für den Landtag Gerti Kustermann.

Marktoberdorf – Der Kreisverband Ostallgäu/Kaufbeuren der Grünen wählte kürzlich ihre Direkt- und Listenkandidaten für die kommenden Landtags- und Bezirkstagswahlen im Stimmkreis 711 Marktoberdorf. Einig waren sich die Kandidaten in der Forderung, dass mehr grüne Politik in Bayern verankert werden soll.

Kreisvorstand Dr. Günter Räder (Listenplatz Bezirkstag)bedauerte in seiner Begrüßung, dass es für seine Partei bei den Sondierungsgesprächen nicht für eine Regierungsbildung gereicht hatte. Gleichzeitig sprach er aber der SPD für den momentanen demokratischen Prozess seinen Respekt aus. Bayern müsse nach der nächsten Landtagswahl grün werden und Räder forderte deshalb: „Wer Grün haben will, muss auch Grün wählen!“

Da sich bei der anschließenden Aufstellungsversammlung jeweils nur ein Kandidat zur Wahl stellte und diese auch gewählt wurden, nutzten diese die Möglichkeit, ihre politischen Schwerpunkte einer grünen Politik nochmals herauszustellen.

So zielt das Engagement des langjährigen Ostallgäuer Kreisrates Hubert Endhardt (Direktkandidat Bezirkstag) auf die Kommunalpolitik in Bayerisch Schwaben mit vier kreisfreien Städten und zehn Landkreisen ab. Der Bezirkstag kümmere sich um soziale Angelegenheiten und gebe 96 Prozent des Geldes, 767 Millionen Euro, dafür aus. Der Bezirk bezahle Schulbegleiter und Integrationshelfer, sowie Wohn- und Tagesstätten. „Behinderte müssen aus den Behindertenwerkstätten heraus und in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden“, forderte Endhardt. Beispiele dafür gebe es derzeit in Füssen. Er wolle sich für verbesserte Angebote in der Pflege auf allen Ebenen und faire Bezahlung der Pflegekräfte einsetzen. Ebenso dürfe Kultur in Schwaben nicht nur Brauchtumspflege sein. „Ich will Mahner und Ideengeber sein und den Bezirkstag zum Klingen bringen“, sagte Endhardt in Anspielung auf sein Hobby als Mundartsänger.

Christine Räder, die sich im März um einen Listenplatz für den Bezirkstag bewirbt, ist seit mehr als 30 Jahren Mitglied bei den Grünen und als Markträtin und im Kulturverein in Obergünzburg aktiv. Sie will sich ähnlich erfolgreich wie die aktuelle grüne Bezirksrätin Barbara Holzmann einbringen.

Christian Vavra, Stadtrat in Marktoberdorf, will als erfolgreicher Direktkandidat im Bayerischen Landtag verstärkt grüne Ideen einbringen. Aus den bekannt gewordenen Sondier­ungsverhandlungen zur Großen Koalition würden in den nächsten vier Jahren die Themen Natur, Umwelt- und Klimaschutz vernachlässigt werden. Zum Thema Flächenverbrauch nannte er ein Beispiel aus der Region: „Firmen wie Amazon und Co. bauen hier riesige Flächen mit Lagerhallen zu und zahlen nicht mal Steuern in Deutschland“. Als Hohn bezeichnete er die Aussage eines CSU-Politikers, der die geplante Skischaukel am Riedberger Horn mit Barrierefreiheit verteidigte, gleichzeitig aber Bürger nicht mal barrierefrei von Roßhaupten, Füssen oder Marktoberdorf ins Klinikum Kaufbeuren kommen könnten. „Ich will barrierefreie Bahnhöfe“, forderte Vavra.

Gerti Kustermann, Kreisvorstandssprecherin der Grünen, bewirbt sich auch im März auf einen Listenplatz zur Landtagswahl und will ihre Erfahrungen in der täglichen Arbeit in der Schule einbringen. „Wir haben in den normalen Schulklassen Asylkinder, Inklusionsprojekte mit Behinderten und ADHS-Kinder und dann auch die anderen Schüler“, sagte Kustermann und forderte mehr Lehrer. Es brauche wieder ein lebenswertes Umfeld für Schüler, um psychische Erkrankungen schon bei Schulkindern vorzubeugen. Schulen sollen wieder selbständig entscheiden dürfen bei Ausstattung und Personal.

Gemeinsam wollen sich die Kandidaten im Bayerischen Landtag und im Bezirkstag für mehr grüne Politik einsetzen „und dann an den richtigen Stellen zündeln“. Dazu rüsteten sie sich symbolisch schon mal mit großen Zündhölzern aus.

von Wolfgang Krusche

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