Grünes Licht für Maßnahme

Mindelheimer Straße in Buchloe: Fuß- und Radweg auf beiden Seiten

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Über 100 Jahre ist die Bahnunterführung an der Mindelheimer Straße in Buchloe alt. Im Rahmen der Brückenerneuerung werden Fuß- und Radwege auf beiden Seiten eingeplant. Dazu gab Buchloes Stadtrat grünes Licht. Gebaut werden soll voraussichtlich im Jahr 2021.

Buchloe – Jetzt ist es endgültig. Buchloes Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung einen beidseitigen Rad- und Fußweg in der Unterführung Mindelheimer Straße. Damit hob das Gremium einen Beschluss von 2014 auf. Damals hatte nur ein einseitiger Rad- und Fußweg eine Mehrheit gefunden.

Diese Maßnahme steht in Zusammenhang mit der für das Jahr 2021 geplanten Erneuerung der Unterführung durch die Bundesbahn. Das über 100 Jahre alte Brückenbauwerk ist nicht mehr sanierungsfähig und muss erneuert werden. Der vorhandene separate Fußgänger- und Radfahrertunnel entfällt.

Bereits in der letzten Sitzung im März war über das Thema diskutiert worden (wir berichteten). Die erneute Diskussion brachte keine neuen Erkenntnisse. Maximilian Hartleitner (FDP) und Elfriede Klein (Grüne) sind weiterhin gegen die Lösung, zumal die endgültigen Kosten im gegenwärtigen Planungsstand noch überhaupt nicht zu beziffern sind. Elfriede Klein erneuerte ihre Kritik, dass das neue Brückenbauwerk durch die größere Durchfahrtshöhe mehr Lkw-Verkehr anlocke. Das wies Bürgermeister Josef Schweinberger zurück. Bei der heutigen Durchfahrtshöhe von vier Metern könnten fast alle heute gebräuchlichen Lkws unter der Brücke durchfahren. Geplant sei eine Höhe von 4,50 Metern, was dem heutigen Standard entspricht, sagte der Rathauschef. Im übrigen hätte ein derartiger Beschluss keine Auswirkungen, da es sich um eine Kreisstraße handele. Zuständig sei allein der Landkreis.

Das Gesamtprojekt wird nach Auskunft der Bahn rund 6,5 Millionen Euro kosten. Um überhaupt eine Daumengröße der Kosten zu bekommen, zog die Verwaltung den Unterführungsbau in der Augsburger Straße als Grundlage heran. Dort habe der Anteil des Geh- und Radweges, den die Stadt bezahlen musste, bei zehn Prozent der Gesamtkosten gelegen. Unter Berücksichtigung eines 50-prozentigen Zuschusses würden sich dann für einen beidseitigen Fuß- und Radweges Kosten in der Größenordnung von 660.000 Euro ergeben. Allerdings beruht diese sehr grobe Kostenschätzung auf den Baupreisen von 2016/2017. Bürgermeister Josef Schweinberger wies ausdrücklich darauf hin, dass niemand die Baupreise im Jahr 2020/2021 voraussagen können. Hier ginge es letztlich aber um eine Grundsatzentscheidung: „Wir legen uns hier für die nächsten 100 Jahre fest“.

Schweinberger betonte, dies sei eine in die Zukunft gerichtete Entscheidung. Damit würden die Entwicklungsperspektiven für den Buchloer Westen mit einbezogen.

Mit Ausnahme von Maximilian Hartleitner und Elfriede Klein war die Mehrheit der Stadträte für die Lösung eines beidseitigen Fuß- und Radweges. „Die Welt hat sich verändert“, sagte Manfred Beck (SPD). Vor hundert Jahren sei die Unterführung für Pferdefuhrwerke ausgerichtet worden. „Ich finde diese Diskussion ermüdend“. Für Rudolf Grieb (UBI) ist es eine Entscheidung mit Weitblick. Eva Kienzle (FWV) sprach von einer Entscheidung in die Zukunft, denn Buchloe werde weiter wachsen und für Robert Pöschl (CSU) hat das Projekt Signalwirkung. Auch die anderen Stadträte schlossen sich an. Für den Rathauschef war klar: „Wenn man zu neuen Erkenntnissen kommt, kann und muss man auch einmal gefasste Beschlüsse ändern“.

Mit diesem Beschluss kann die Stadt ihre Wünsche nach einem beidseitigen Fuß- und Radweg nun formell bei der Bundesbahn anmelden. Dort beginnen die Planungen gerade.

von Siegfried Spörer

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