Konzept kommt ins Rollen

Grünes Licht für Fuß- und Radwegekonzept für Kaufbeuren

Suboptimal ist die Situation für Radfahrer am Kreisverkehr in der Kemptener Straße. Daran soll sich in den nächsten Jahren etwas ändern.
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Suboptimal ist die Situation für Radfahrer am Kreisverkehr in der Kemptener Straße. Daran soll sich in den nächsten Jahren etwas ändern.

Kaufbeuren – Mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer, ein geschlossenes Wegenetz und ein fahrradfreundliches Klima – das sind die anvisierten Ziele des Rad- und Fußverkehrskonzepts, das das Aachener BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung gemeinsam mit Kaufbeurer Bürgern, Stadtverwaltung und Polizei erarbeitet hat. Ab dem kommenden Jahr sollen die einzelnen Punkte schrittweise umgesetzt werden. In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses wurde das Konzept jetzt vorgestellt.

Laut Oberbürgermeister Stefan Bosse sei je nach Aufwendigkeit der Maßnahmen mit einem Realisierungshorizont von circa sieben Jahren zu rechnen. Ob es um breitere Radwege, Querungshilfen oder fußgängerfreundliche Ampelschaltungen geht – rund 300 kleinere und größere Veränderungen sind im Konzept vorgesehen.

Rege Bürgerbeteiligung

In einem zweiten Bürgerworkshop, der coronabedingt online stattfand, konnten die Bürger wieder ihre Meinung und Anregungen einbringen. Wie Angelika Reinartz vom BSV Fachbüro im letzten Ausschuss für Umwelt und Mobilität mitteilte, zählten zu den häufig genannten Punkten zum Beispiel ein zeitnaher Winterdienst, Umleitungen an Baustellen auch für Radler, und mehr Falschparkerkontrollen. „Das Parken auf Radwegen wird oft als ‚Kavaliersdelikt‘ gesehen, aber ein Fünftel der Unfälle passieren so“, mahnte Reinartz. Viele Schüler wünschten sich außerdem mehr Abstellplätze für ihre Räder. Auch eine „aktivere Publizierung der Projekte“ werde laut Reinartz von den Bürgern gewünscht. Sie warb in diesem Sinne für eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, um in der Stadtbevölkerung „Verständnis und Akzeptanz für die Planungen zu bewirken“. Als Beispiel nannte sie etwa neue Angebote wie die Schutzstreifenführung in Kaufbeuren.

Gefahrenstellen entschärfen

Konkret äußerten die Teilnehmer im Rahmen der Bürgerbeteiligung Handlungsbedarf etwa bei der Verkehrssituation an der Kreuzung Neugablonzer und Liegnitzer Straße. Raum für Verbesserung sahen die Bürger auch in puncto Verkehrsführung in der Neugablonzer Straße sowie am Kreisverkehr in der Kemptener Straße. Für Letzteren sind im Konzept gleich drei mögliche Varianten zur Radverkehrsführung enthalten. Am besagten Kreisverkehr sorge der zu schmale Raum und die hohe Belastung durch die Schülerinnen der Marienschulen für „Konfliktpotenzial“, so Reinartz. Die Expertin hielt insofern das Angebot eines Schutzstreifens für „die beste Lösung“. Grünen-Stadträtin Marita Knauer begrüßte das Vorhaben und sah darin optimalerweise eine Erhöhung der Sicherheit und eine „Gleichberechtigung zwischen Radfahrern und Autofahrern“.

Catrin Riedl (SPD) sprach in diesem Zusammenhang von einem „Kräftemessen zwischen David und Goliath – einer fällt immer hinten runter“, meinte Riedl. So gelte es, Kompromisse zu finden und gegenseitige Rücksichtnahme zu fördern. Über den „ersten Schritt“ in diese Richtung freute sich auch Ulrike Seifert (Grüne), regte aber im gleichen Zuge an, das Vorhaben künftig weiter zu begleiten und an den „Brennpunkten“ dranzubleiben. Auch Julia Bosse (Generation KF) lobte das „gelungene Konzept“ und regte mehr E-Bike-Ladestationen an, die auch dazu beitragen sollen, „Kauf­beuren als Fahrrad-Tourismusziel zu etablieren“. Zunächst sollen laut Baureferent Helge Carl die kleineren Maßnahmen umgesetzt werden, um „nach und nach für die Bürger sichtbar zu machen: Es bewegt sich was“, so Carl.

Mahi Kola

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