Ortstermin auf dem zukünftigen Standort des "Grünen Zentrums" in Kaufbeuren

Ein Zentrum für die Landwirtschaft

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Viel Unterstützung für das Grüne Zentrum von allen Seiten zeigte sich auch durch die große Anzahl der Anwesenden beim Ortstermin, die Staatssekretär Pschierers (6.v.re.) Einladung gefolgt waren.

Kaufbeuren – Lange wurde über eine Realisierung des „Grünen Zentrums“ in Kaufbeuren gesprochen, nun ist das Projekt in eine entscheidende Phase eingetreten.

Mit der Präsentation des zukünftigen Standorts für das "Grüne Zentrum" an der Kaufbeurer Mossmangstraße machten die Beteiligten rund um den offiziellen „Gastgeber“ Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) gleichzeitig klar, dass Kaufbeuren als Behördenstandort gestärkt werden soll. Geplant ist das „Grüne Zentrum“ als eine Art Knotenpunkt der Landwirtschaft in der Region. Neben der Technikerschule soll auch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) hier Platz finden. Beide Institutionen sind derzeit noch in der Heinzelmannstraße ansässig. Auch der Maschinenering Ostallgäu und der Bayerische Bauernverband (BBV) werden hier einziehen. 

Zusätzlich soll es im „Grünen Zentrum“ Beratungsangebote im landwirtschaftlichen Bereich sowie Möglichkeiten zum Austausch wie Kurse oder Gremien geben. Von einem „Dienstleistungszentrum der kurzen Wege für den ländlichen Raum“ sprach Martin Neumeyer, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Ein „starker ländlicher Raum“, so Neumeyer weiter, dürfe nicht nur in „Sonntagsreden“ seinen Platz finden, sondern müsse vielmehr nach Möglichkeit gefördert werden. „Grundsätzlich sollten überall, wo sich die Chance ergibt, Grüne Zentren für die Menschen eingerichtet werden. Und auch Pschierer betonte, die Landwirtschaft solle wieder den Stellenwert erhalten, wie sie ihn „in der Vergangenheit hatte“. 

 Große Zustimmung 

„Es ist schön, dass wir jetzt endlich anfangen können“, erklärte die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer (CSU) zu Beginn des Ortstermins. Zu verdanken habe man dies den mehrheitlichen Beschlüssen im Kreistag – „schön, dass dieses Projekt deutliche Fürsprecher hat“, so Schorer. Sie selbst ist nicht nur als Ostallgäuer Politikerin „nah dran“ am Grünen Zentrum: Ihr Ehemann Josef Schorer ist Vorsitzender des Maschinenrings. 

Diskussion um Standort 

Allerdings, so wollte es Franz Josef Pschierer in seiner Ansprache auch gar nicht verhehlen, sei die Standortfrage von Anfang an nicht ganz unstrittig gewesen. Es habe durchaus Stimmen gegeben, die das Grüne Zentrum lieber in der Ostallgäuer Kreisstadt Marktoberdorf oder an einem anderen Ort im Landkreis gesehen hätten. „Die Standortfrage wurde lange diskutiert, weil es auch wichtig war, dass Stadt und Landkreis hier an einem Strang ziehen“, erläuterte Pschierer. Jedoch habe der Gedanke, Kaufbeuren als Behördenstandort stark zu halten – auch im Hinblick auf die Konversion aufgrund des Bundeswehr-Abzugs 2017 – eine große Rolle gespielt. Es müsse aber klar sein: „Dies ist ein Amt für Kaufbeuren und den Landkreis!“ 

Pschierer dankte an dieser Stelle auch den ehemaligen Eigentümern aus dem Lager der Firma Dobler, dass man sich am Ende habe einigen können und dem Grünen Zentrum in Kaufbeuren auf knapp 17.000 Quadratmetern Fläche nun nichts mehr im Wege stehe. Eine erfreuliche Tatsache konnte Pschierer außerdem in finanzieller Hinsicht bekannt geben: Stolze 70 Prozent Förderung macht der Freistaat für einen Teil des Grünen Zentrums locker. „Die Technikerschule ist in ihrer Form einzigartig in Bayern. Für diese überregionale Bedeutung gibt es nun auch einen überdurchschnittlichen Fördersatz“, so Pschierers Begründung. Die Fördersätze für weitere Teile des Projekts variieren, für die Landwirtschaftsschule gebe es zum Beispiel voraussichtlich 40 Prozent Förderung. Insgesamt sprach Pschierer bei dem Gesamtprojekt von einer Summe von „etwa zwölf Millionene Euro, die hier verbaut werden“. Die Stadt Kaufbeuren hat hierbei einen Anteil von rund 1,5 Millionen Euro, wie Oberbürgermeister Stefan Bosse mitteilte. 

Beste Voraussetzungen also für eine rasche Realisierung des Grünen Zentrums. Spätestens Anfang 2014 wolle man mit dem Bau beginnen, prophezeihte der Finanzstaatssekretär. 

Psychologische Botschaft 

In seiner abschließenden Rede hob Landrat Johann Fleschhut besonders hervor, dass das Grüne Zentrum mit vergleichsweise vielen verschiedenen Partnern verwirklicht werde. Da sei eine gute Zusammenarbeit wichtig. Es gehe aber auch um eine gemeinsame Zukunft: „Ohne landwirtschaftliche Betriebe wird die Zukunft im Ostallgäu als ländlich geprägtem Raum nicht funktionieren“, so Fleschhut. Deshalb sei die „psychologische Botschaft“, dass es „hier weitergeht mit der Landwirtschaft – und das auf höchstem Niveau“, in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen. er erkenne hinsichtlich des Standorts an, dass es „schon starke Argumente“ gebraucht hätte, um die Technikerschule und weitere Kaufbeurer Einrichtungen in den Landkreis zu verlegen. Der finanzielle Anteil der Stadt „erleichtere“ aber widerum das gesamte Projekt. 

Oberbürgermeister Stefan Bosse betonte, er habe sich über die klaren Plädoyers der Beteiligten für den Standort Kaufbeuren gefreut. Auch im Hinblick auf das Grundstück sei dies für die Investoren nicht die schlechtest Wahl: „Am Alpenrand sind wir eine der günstigsten Regionen“, so der OB schmunzelnd. von Michaela Frisch

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