Kein Pilotprojekt zur offenen Ganztagsschule in Buchloe

"Es bleibt, wie es ist"

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Die beiden Buchloer Grundschulen, hier die Meinrad-Spieß-Grundschule, nehmen aus Kostengründen nicht am Pilotprojekt der offenen Ganztagsschule teil. Das beschlossen Hauptausschuss und Schulverbandsversammlung.

Buchloe – Man war sich in der jüngsten gemeinsamen Sitzung des Hauptausschusses und der Schulverbandsversammlung einig. Das einjährige Pilotprojekt der Staats- regierung zur Einführung der offenen Ganztagsschule an den Grundschulen wurde fast einstimmig abgelehnt. Bürgermeister Josef Schweinberger sagte, das Projekt sei mit der heißen Nadel gestrickt worden: „Der Freistaat muss hier noch seine Hausaufgaben machen“.

Ergänzend fügte er hinzu, als damals das Pilotprojekt vorgestellt wurde, sei man noch freudestrahlend aus der Sitzung herausgegangen. Eine Woche lang hatte Kämmerer Dieter Streit gerechnet. Für Buchloe als Sachaufwandsträger der Grundschulen sei das Pilotprojekt gegenüber der bisher praktizierten Mittagsbetreuung zu teuer, betonte der Finanzfachmann. 

Konkret lautete das Angebot der Regierung von Schwaben, für die Comenius-Grundschule zwei Gruppen bis 14 Uhr und weitere zwei Gruppen bis 16 Uhr zu fördern. Für die Meinrad-Spieß-Grundschule wären nur zwei Gruppen bis 14 Uhr vorgesehen gewesen. Die Förderung der Langzeitgruppen bis 16 Uhr war nicht im Angebot enthalten. „Das geht gar nicht“ betonte Josef Schweinberger. Wenn, müsse man beide Schulen gleich behandeln. Schwierigkeiten bei der Berechnung der Kosten hatte der Kämmerer schon deswegen, weil er zwar konkrete Bedarfszahlen für die heutige Mittagsbetreuung vorliegen habe. Die seien von den Eltern abgefragt worden. Das Pilotprojekt der offenen Ganztagsschule sei aber kurzfristig auf den Tisch geflattert. Dazu müsste der Bedarf erneut abgefragt werden. Das sei technisch aber fast unmöglich, da der Antrag beim zuständigen Schulamt schon am 1. Juli auf dem Tisch liegen müsste. Dieter Streit musste deshalb auf eine Schätzung zurückgreifen. Da die Teilnehmerzahlen für die offene Ganztagsschule nicht vorlagen, schätzte er die Kosten auf 95.000 bis 140.000 Euro. Die jährlichen Kosten für die Mittagsbetreuung liegen derzeit bei rund 55.000 Euro. 

Die offene Ganztagsschule orientiert sich überwiegend an der klassischen Unterrichtsstruktur der Halbtagsschule. Nach dem Unterricht wird ein zusätzliches freiwilliges Nachmittagsprogramm angeboten. Es richtet sich vor allem an den Bedürfnissen berufstätiger oder alleinerziehender Familien aus. Die bisher in Buchloe angebotene Mittagsbetreuung bietet zwei Varianten. Eltern können ihre Kinder bis 14 Uhr anmelden oder für eine verlängerten Mittagsbetreuung bis 16 Uhr. Zur Mittagsbetreuung gehören Hausaufgabenbetreuung und Mittagsverpflegung. Die meisten bayerischen Grundschulen bieten eine Mittagsbetreuung an. Man war sich bei den Mitgliedern des Hauptausschusses und der Schulverbandsversammlung einig, dass die offene Ganztagsschule im Vergleich zur Mittagsbetreuung zeitlich für die Kinder keinen Unterschied mache, nur der Aufwand für den Sachaufwandsträger sei erheblich höher. 

Bürgermeister Josef Schweinberger wies darauf hin, dass die offene oder auch geschlossene Ganztagsschule grundsätzlich von der Stadt vorbereitet werde. Man lehne eben nur das Pilotprojekt aus Kostengründen ab. Für den Rathauschef sind noch viele Fragen zu klären, unter anderem auch, welche Fördermittel für bauliche Umgestaltungen seitens der Regierung von Schwaben bereitgestellt werden. von ssp

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