Beispiel für Nachverdichtung

Günstig wohnen in Marktoberdorf: Hebauf beim Neubau der Genossenschaft

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Beim Hebauf: Vor dem Neubau (links) und dem Sanierungsobjekt (rechts) Zimmerer Mathias Osterried (links), WBG-Geschäftsführer Robert März, zweiter Bürgermeister Wolfgang Hannig, Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Schneider sowie David Blömeke und Markus Zendath (ehrenamtliche Mitglieder im Vorstand).

Marktoberdorf – Sie ist der größte Vermieter in Marktoberdorf; wenn der Neubau zur Jahresmitte 2020 fertiggestellt ist, sind es 381 Einheiten: Gemeint ist die Wohnungsbaugenossenschaft Marktoberdorf. Im August konnte der Hebauf beim Objekt an der Hans-Weber-Straße begangen werden. Im Altbau werden neun Wohnungen saniert. Nördlich davon wird ein Neubau mit elf Einheiten errichtet.

Die künftigen Mieter können sich auf ein günstiges Wohnen in ruhiger Lage freuen, wo der Weg in die Stadtmitte (circa ein Kilometer) nicht weit ist. Der Mietpreis liegt unter dem des freien Marktes, was auch Ziel des Genossenschaftsgedankens ist. Zu bedenken ist, dass auf dem Grundstück an der Hans-Weber-Straße 8 nachverdichtet wird und daher beim Neubau keine Kosten für Grundstückserwerb anfallen.

Wie viel Geld investiert wird

Beim Hebauf schilderte Geschäftsführer und Vorstand Robert März, dass die Wohnungsbaugenossenschaft im Quartier an der Alemannenstraße und Hans-Weber-Straße über vier Jahre verteilt ein Volumen von gut 3,5 Millionen Euro investiert. In den drei Blöcken aus der Nachkriegszeit befanden sich noch die letzten Objekte, die mit einzelnen Ölöfen in den Wohnungen ausgestattet waren.

Allein der Neubau mit den Garagen und Stellplätzen macht gut zwei Millionen Euro aus. Das Gebäude an der Hans-Weber-Straße 6, das saniert wird, ist mit gut 700.000 Euro veranschlagt. Es wird ebenso wie der direkt anschließende Neubau über eine gemeinsame Zentralheizung versorgt. Zum aktuellen Stand der Technik gehören Pufferspeicher und eingebundene solare Unterstützung. Das Warmwasser wird mit Frischwassermodulen aufbereitet. Ein kleiner Beitrag zur Ökobilanz sind dezentrale Lüftungsanlagen mit einer Wärmerückgewinnung.

Geschäftsführer März nutzte die Hebauffeier, auf der Zimmerer Mathias Osterried den Richtspruch vorbrachte, auch dazu, weitere Leistungen der Wohnbaugenossenschaft aufzulisten. Zusätzlich zur Tatsache, dass sie mit bald 381 Wohnungen größter Vermieter in Marktoberdorf ist, wies der Vorstand darauf hin, dass gut ein Viertel des Bestandes an Immobilien noch über viele Jahre öffentlich gefördert wird und somit preisgebunden ist.

Neben der Verwaltung hat die Wohnbaugenossenschaft auch einen Regiebetrieb. Das heißt: Eigene Mitarbeiter erledigen viele Aufträge selbst. Zur Dienstleistung gehört auch ein Hausmeister- und Reinigungsservice. Weitergehend betreut die Genossenschaft über 500 Mietwohnungen und WEG-Einheiten (die drei Buchstaben stehen für den Begriff Wohnungseigentumsgesetz) – das alles konzentriert auf den Standort Marktoberdorf.

Noch einen Aspekt griff März auf: Politiker würden ständig vom dringend benötigten sozialen Wohnraum reden. Doch würden die Baukosten immer noch – zum Teil losgelöst von der Konjunktur – durch Verschärfung gesetzlicher Bauvorschriften und Vorgaben verteuert. Das gelte insbesondere für öffentlich geförderte Wohnungen. Hinzu kämen noch Urteile des Bundesgerichtshofs zu Ungunsten der Vermieter. Darum werde die „Nachfragekluft“ immer größer. Beim aktuellen Neubau habe man sich bewusst für ein frei finanziertes Objekt entschieden, wobei man dennoch Fördermaßnahmen des Staates nutze.

Jahrelang habe man dafür „gekämpft“, dass endlich wieder ein Neubau realisiert werden könne. So formulierte es Thomas Schneider, der Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnbaugenossenschaft. Ebenso wie Geschäftsführer März drückte er die Hoffnung aus, dies möge „nicht unser letztes Richtfest“ sein.

Wohnraum, der erschwinglich ist

Gesellschafter bei der Wohnungsbaugenossenschaft Markt­oberdorf sind auch der Landkreis Ostallgäu und die Stadt. Wolfgang Hannig, der stellvertretende Landrat und zudem zweiter Bürgermeister, bezeichnete neuen und erschwinglichen Wohnraum als wichtig für die Stadt Marktoberdorf. Dass nach „Jahren der Konsolidierung und der Renovierung“ wieder ein Neubau verwirklicht werde, sei ein erfreuliches Zeichen, bekundete Hannig, der selbst Mitglied im Aufsichtsrat ist.

An der Alemannenstraße 5 und 7 wurden 2017 beziehungsweise vergangenes Jahr insgesamt zwölf Wohnungen saniert. Der Altbau an der Hans-Weber-Straße, der bereits verputzt und geweißelt ist, wird mit den neun Wohnungen im Januar 2020 bezugsfertig. Die elf Wohnungen im Neubau (Architekt ist Thomas Schäfer) werden Mitte nächsten Jahres so weit sein. Zu den neun Einheiten vom Erdgeschoss bis zum zweiten Stock kommen zwei größere Wohnungen unter dem Dach hinzu, die mit großen Gauben belichtet werden.

jj

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