Tarifänderungen

Günstiger Bus fahren: Fahrgastoffensive Kaufbeuren-Ostallgäu

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Die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) wird sowohl für Schüler als auch Erwachsene günstiger, wenn sie ein Jahresabonnement haben. Ob der Umstieg am Plärrer (Foto) sein muss, stellte Oliver Schill (Grüne) in Frage.

Kaufbeuren – Die gute Nachricht vorweg: Das Jahresabbonnement des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Stadtverkehr wird für jeden Fahrgast günstiger. Im Zuge einer Fahrgastoffensive Kaufbeuren-Ostallgäu soll die Attraktivität des ÖPNV gesteigert werden, wie Wirtschaftsreferatsleiterin Caroline Moser im Verwaltungsausschuss vorstellte.

Das Jahresticket für Erwachsene soll künftig 261 Euro im Stadtverkehr (Zonen 1 und 2) kosten und wird damit um 33 Prozent günstiger. Sechs Monate zahlt der Fahrgast somit selbst, vier Monate übernimmt die Stadt und zwei Monate der Verkehrsunternehmer (VU) der Ostallgäuer Verkehrsgemeinschaft (OVG). Der Preis für Schüler (außerhalb der Schülerbeförderung) reduziert sich um 22 Prozent auf 212,80 Euro pro Jahr. Hier müssen also sieben Monate selbst bezahlt werden, auf die Stadt entfallen vier und auf den VU ein Monat. Sämtliche Jahresabonnements gelten durch die Einführung der sogenannten Netzgültigkeit ab 9 Uhr im Stadtgebiet und im kompletten Landkreis Ostallgäu. Die Preisklassen „Senioren“, „Pendler“ und „Schwerbeschädigte“ entfallen.

Monatskarten

Beim Bereich Monatskarten ändert sich für Erwachsene (43,50 Euro pro Monat) und Schüler (30,40 Euro pro Monat) nichts. Die Karten sind zeitlich auch weiterhin unbeschränkt gültig. Auch hier wird es die Preisklassen „Senioren“, „Pendler“ und „Schwerbeschädigte“ nicht mehr geben. Neu als Ersatzangebot eingeführt werden die Monats-Stadtkarte 63+ (und Schwerbeschädigte), die dem Fahrgast 30 Euro kostet, sowie die Monats-Netzkarte 63+ (gültig im OVG-Netz), für die 35 Euro für den Fahrgast anfallen. Erstere bezuschusst die Stadt mit 20 Euro, letztere mit 30 Euro. Gültig sind beide werktags ab 9 Uhr, also nach dem Schulverkehr, an anderen Tagen unbeschränkt. Für die Schülerbeförderung werden 46,05 Euro im Monat fällig. Sie ist im Stadtverkehr zeitlich unbeschränkt, im OVG-Netz verhält es sich wie mit den Monatskarten 63+.

Belohnt wird also, wer sich länger an den ÖPNV bindet und das Auto stehen lässt, so Moser. Sollten die Abonnentenzahlen gleich bleiben, steigen die Kosten für die Stadt von bisher rund 255.000 Euro um 50.000 Euro pro Jahr. 2020 soll die Verwaltung über die Entwicklung der Tarifreform informieren. Bereits zum 1. Juli 2019 soll sie umgesetzt werden. Zuvor muss es aber noch grünes Licht vom Stadtrat geben. Dann soll es auch Marketingmaßnahmen geben, um die Fahrgastoffensive bekannt zu machen.

Andere Problematiken

Während die Ausschussmitglieder das Konzept einstimmig dem Stadtrat empfahlen, verwiesen sie auf andere Probleme des Busverkehrs. „Der Preis ist das eine, das Kernproblem liegt aber darin, etwa mit dem Bus den Zug nach München zu erreichen“, sagte Oliver Schill (Grüne). Oberbürgermeister Stefan Bosse antwortete, dass die Synchronisierung von Bus und Bahn bei den dutzenden Verbindungen nicht hinzubekommen sei: „Auf welchen Zug soll der Bus warten – auf den aus München oder den aus Kempten, der zwei Minuten später einfährt?“ Schill fragte auch, ob es tatsächlich nötig sei, den Umstieg am Plärrer beizubehalten. Laut Moser sei die Überprüfung Gegenstand der Bestandsanalyse. Christian Sobl (CSU) regte an, eine Verbindung zur Therme Bad Wörishofen zu schaffen.

von Martina Staudinger

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