Verdiente Anerkennung

Gustav-Leutelt-Schule Kaufbeuren für preiswürdigen Demokratie-Film geehrt

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Die Delegation der Schüler der Gustav-Leutelt-Schule zeigte sich sichtlich zufrieden mit ihrem Erfolg. Rechts Minister Michael Piazolo, daneben Vertrauenslehrerin Tanja Kozicz, in der Mitte zweite Reihe Schulrätin Eva Schwemmer und links Deutschlehrer Stefan Gläsel.

Kaufbeuren – Eine Einladung des Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus, Prof. Dr. Michael Piazolo, zum zehnten Jubiläum der Mittelschulen in Bayern zum Festakt in die Allerheiligen-Hofkirche der Residenz München kann nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet werden.

Wenn eine kleine Delegation von Lehrern und Schülern der Gustav-Leutelt-Schule es zu dieser besonderen Ehre geschafft hat, dann ist diese Einladung durch eine besondere Leistung – einen Demokratie-Film – durchaus gerechtfertigt.

Das Jubiläum war zur Wertschätzung dieses Schultyps ein notwendiges Zeichen, da die Mittelschulen noch immer ein wenig im Schatten von Realschulen und Gymnasien stehen. Zu Unrecht, bereitet dieser Schulzweig doch auf den späteren Arbeitsalltag und eine praktische Berufsausbildung ganz gezielt durch ein angepasstes Unterrichtsangebot optimal vor. Dabei muss sich diese Schulform, wie die Neugablonzer Schule, flexibel und kreativ an die oft schwierigen sozialen und kulturellen Ausgangsbedingungen anpassen.

Unterschiedliche Schulprojekte

Dass das Lehrerteam sich mit dieser Anerkennung einmal mehr für vorbildliche Leistungen auszeichnen konnte, ist keineswegs ein Zufall, denn die Schule stellt sich unter der Leitung von Rektor Frank Hortig bereits seit vielen Jahren erfolgreich mit den unterschiedlichsten Schulprojekten der besonderen Herausforderung in Neugablonz.

Der Erfolg basiert auf einer wohldurchdachten und angepassten Konzeption. Rektor Hortig wird nicht müde zu betonen, dass eine praxisorientierte Schule Teil des konkreten multikulturellen Lebensraumes der Schüler darstellt. Unterrichtsthemen, Inhalte und gewählte Projektformen werden also weitgehend von den konkreten Bedürfnissen und den tatsächlichen Gegebenheiten des sozialen Umfeldes bestimmt. Die kreative Herausforderung bei der praktischen Umsetzung des Konzepts besteht darin, verschiedene pädagogische Bedürfnisse und Erwartungen in Einklang zu bringen.

Einrichtung von Übergangsklassen

Konkret bedeutete dies für die Produktion des Films Folgendes: Unleugbare Tatsache ist, dass viele Schüler nicht oder nicht ausreichend die deutsche Sprache beherrschen, um dem Unterrichtsgeschehen zu folgen. Dementsprechend mussten Übergangsklassen eingerichtet werden, in denen pädagogisch geschulte Fachkräfte die entsprechenden Sprachkenntnisse vermitteln. Aber Integration, so Hortig, bedeutet weit mehr, als die korrekte Anwendung von Verhältnisworten und Verben. Gleichzeitig müssen die Heranwachsenden auch Kultur und demokratische Werte hierzulande erkennen und verstehen lernen, kurz, eine Doppelanforderung, die sich sicherlich nicht allein durch theoretischen Unterricht verwirklichen lässt.

Auf diesem Hintergrund entschloss sich die Klasse, den Demokratiefilm „Gemeinsam mit Europa in die Zukunft“ zu drehen. Für den spezifischen Sprachunterricht wurden für die Schüler so auch realitätsnahe Sprachanlässe geschaffen, die eine natürliche Einübung des Sprachgebrauchs ermöglichten. Gleichzeitig mussten die Schüler sich inhaltlich mit demokratischen Themen wie Kulturvielfalt, Menschenwürde, Gleichheit, Freiheit und Frieden auseinandersetzen.

Im Internet unter www.gustav-leutelt-schule.de/index.php/deutsch-klasse kann man sich von der hohen Qualität des achtminütigen Film überzeugen. Lehrer Stefan Gläsel und Sozialarbeiterin Alexandra Aschenbrenner ist es bei diesem Filmprojekt gelungen, alle beteiligten Schüler in den Entstehungsprozess aktiv mit einzubeziehen. Gut nachvollziehbar ist auch die sichtliche Zufriedenheit von Rektor Hortig gegenüber unserer Zeitung: „Die Einladung zu diesem Festakt freut mich sehr, weil sie in erster Linie die Wertschätzung unserer pädagogischen Arbeit in der Gustav-Leutelt-Schule spiegelt“.

Auf jeden Fall ist ein weiteres Vorzeigeprojekt entstanden, denn in beeindruckender Weise wurden praktische Notwendigkeit und ästhetische-kreative Unterrichtsgestaltung harmonisch miteinander verbunden.

Peter Suska-Zerbes

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