CSU-Neujahrsempfang: Stadt verzichtet vorerst auf B12-Abfahrt bei Hirschzell

Gute Chancen für Fliegerhorst

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Stefan Bosse (li.) und Franz Josef Pschierer freuen sich über die gute Stimmung beim Neujahrsempfang der Kaufbeurer CSU.

Kaufbeuren – Fast hätte man Zweifel haben können, ob der diesjährige CSU-Neujahrsempfang auch wirklich am vergangenen Freitagabend stattfinden würde, denn in der vergangenen Woche fanden gleichzeitig einige wichtige Veranstaltungen mit CSU-Beteiligung statt, welche die Amtsträger auf Trab hielten. Ein wichtiger Punkt des Abends war die Nachricht, dass die Stadt Kaufbeuren vorerst auf die B12-Abfahrt bei Hirschzell verzichten werde.

Der gastgebende Orts-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke war noch auf dem Rückweg von den Koalitionsgesprächen in Berlin und kam später. Staatssekretär Franz Josef Pschierer war am Freitag eigentlich bei der Klausurtagung der CSU in Kloster Irsee im Einsatz und Oberbürgermeister Stefan Bosse hatte in dieser Woche bereits drei Termine mit dem Heimatminister Markus Söder und aktuell auch noch einen am Freitag in Irsee. So übernahm kurzerhand Ulf Jäkel die Leitung des Neujahrsempfanges und alle kamen, früher oder später.

Staatssekretär Pschierer wies in seiner Grußrede auf eine paradoxe Situation in Deutschland hin: einerseits gibt es seit vier Monaten ein Provisorium in Form einer geschäftsführenden Bundesregierung und andererseits eine SPD, die sich mit ihrer eigenen Nabelschau beschäftige. Er kritisierte die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Normalbürger verstehe nicht, wie Menschen ohne Pass in unser Land einreisen könnten und dann nicht abgeschoben werden dürften, weil sie keinen Pass hätten. Er versprach, dass die CSU weiter als Team auftreten werde und kündigte für die bevorstehenden Wahlen in Bayern „Wahlkampf nahe am Bürger“ an.

Erstmal keine B12-Abfahrt bei Hirschzell

Kaufbeurens Rathauschef Bosse betonte seinerseits Leidenschaft und Selbstbewusstsein als Stärken der CSU in Kaufbeu­ren. Er nahm Stellung zu den drei aktuellen „B’s“: B12, Bundeswehr und Bärensee. Er legte Wert auf die Tatsache, dass das staatliche Bauamt – und niemand sonst – empfohlen habe, die B12-Abfahrt Hirschzell momentan nicht weiter zu verfolgen, weil es sonst Verzögerungen im gesamten Ablauf geben könne. Die Stadt verzichte deshalb zunächst auf eine weitere Anschlussstelle bei Hirschzell.

Sehr positive Signale

Zum Thema Technische Ausbildung der Bundeswehr in Kaufbeu­ren gebe es „sehr positive Signale“ zum Verbleib und es sei noch nichts entschieden, so Bosse. Das Interessenbekundungsverfahren sei zu Gunsten der Bundeswehr ausgefallen, betonte zuvor Pschierer. Damit sei aber noch nicht über den weiteren Verbleib der Technischen Ausbildung entschieden.

Bosse will zusammen mit MdB Stracke weiter „im Hintergrund“ daran arbeiten, dass die technische Schule der Luftwaffe auf dem Fliegerhorst Kaufbeu­ren bleibt.

Der Bau einer Brücke, um eine Bärenseeumrundung zu ermöglichen, könnte sich sogar zur Attraktion entwickeln, weil man dann „Menschen übers Wasser gehen sehen kann“ erklärte Bosse mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen (siehe Artikel Seite 3). Bosse versicherte nochmals allen Naturfreunden, dass man bei einer Umsetzung sensibel vorgehen wolle.

CSU-Fraktionschef im Rathaus, Dr. Thomas Jahn, berichtete über das derzeit größte Bauvolumen aller Zeiten in Kaufbeuren, unter anderem Eisstadion, Gymnasium und Fußgängerzone. „Gleichzeitig haben wir mit rund 25 Millionen Euro den niedrigsten Schuldenstand seit 25 Jahren (Stand Dezember 2017, Anm. d. Red.)“, so Jahn. Obwohl man beschränkte Flächen in Kaufbeuren habe, sei kein Bauvorhaben abgelehnt worden, immer mit Blick auf Gewerbe und Familien.

Zum Abschluss lud Jäkel die anwesenden Vertreter von Industrie, Gewerbe, ehrenamtlichen Einrichtungen und Vereinen zu gemeinsamen Gesprächen und zum Gedankenaustausch ein. Mit dabei war auch die Junge Union, die in ihrer aktuellen politischen Arbeit erst einmal versuchen will, junge Menschen überhaupt für politische Arbeit zu interessieren.

von Wolfgang Krusche

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