Kostja Ullmann und Aylin Tezel erzählen im Kreisbote über ihr neuestes Projekt

Die "Coming-In"-Stars im Interview

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Die Schauspieler Kostja Ullmann und Aylin Tezel lesen den Kreisboten.

Kostja Ullmann (30) und Aylin Tezel (30) sind das Traumpaar aus Marco Kreuzpaintners Komödie „Coming In“: Der homosexuelle Starfriseur Tom Herzner (Kostja Ullmann) lernt, während der Werbekampagne zu seiner neuen Produktlinie, die Kiezfriseuse Heidi (Aylin Tezel) kennen. Als Tom kurzentschlossen eine Auszeit bei ihr im Salon nimmt, kommen sich beide unerwartet näher. Ist Tom doch nicht so schwul, wie er immer dachte? Kreisboten-Redakteurin Sandy Kolbuch traf das gutgelaunte Dreamteam im Oktober in Berlin, wo es ausgelassen übereinander herzog.

Scheinbar werden Sie nicht so schnell wieder einen Film zusammen drehen? 

Aylin Tezel: Also ich bin für alles offen! 

Kostja Ullmann: (übertrieben kopfschüttelnd) 

Aylin Tezel: Ich muss zugeben, ich habe Kostja während der Drehpausen gequält. Er musste immer mit mir Tanzen und Singen... 

Kostja Ullmann (gespielt genervt): BEIDES finde ich ganz großartig. Die Songs, die wir da gesungen haben, die gab es überhaupt nicht. 

Aylin Tezel: Kostja, du hast sie ganz beglückt mitgesungen! Und jetzt im Nachhinein fällst du mir in den Rücken (lacht). 

Fürchten Sie sich vor Negativschlagzeilen für die implizierte Aussage des Films, dass man jeden umkrempeln kann? 

Aylin Tezel: Tom sagt ja immer wieder im Film, dass er schwul ist und schwul bleibt und im Moment nicht weiß, was mit ihm los ist. Er verliebt sich halt einfach in eine Frau. Es wäre aber auch denkbar gewesen, dass er sich in einen anderen Mann verliebt! Beide Varianten hätten die Beziehung zu seinem Freund erschüttert. Es wird nur komplizierter, weil er sich in ein anderes Geschlecht verliebt. Am Ende geht es um die Liebe und darum, dass man respektieren sollte, in wen sich jemand verliebt. Man weiß nicht, wie es mit Tom und Heidi weitergeht und ob sie überhaupt eine Zukunft haben. Marco Kreuzpaintner hat erzählt, dass ihm eine ähnliche Geschichte passiert ist. Sein Freund hat sich, nachdem sie nicht mehr zusammen waren, in eine Frau verliebt und das gesamte Umfeld hat komisch reagiert und es als Phase abgetan. Doch sie sind zusammengeblieben. 

Kostja Ullmann: Wir wollen mit unserem Film zeigen, dass man sich frei von den gängigen Schablonen machen soll. Es gibt nicht nur hetero oder homo. Es gibt Mann und Frau und letztendlich ist es doch völlig egal, in wen man sich verliebt. 

Wie sind Sie zu dem Projekt gekommen? 

Kostja Ullmann: Ich kenne Marco jetzt schon seit über zehn Jahren. Wir haben damals „Sommersturm“ zusammen gemacht und sind seither gut befreundet. Er rief mich eines Tages an und erzählte, dass er an einen sehr schönen Film arbeitet, den er gerne mit mir machen würde. Er hat mir kurz den Inhalt erzählt und ich wusste, dass wird nicht einfach. Ich hatte unglaublich große Lust wieder mit ihm zu arbeiten und es war mir egal, was es ist. Denn ich wusste, wenn er den Film macht, wird es kein Blödsinn. 

Haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet? 

Kostja Ullmann: Selbstverständlich (lacht). Vor allem ging es darum, einen guten Friseur zu spielen. Wir hatten beide eineinhalb Monate Zeit, wo wir in Salons gelernt und an Köpfen gearbeitet haben. Es war viel Arbeit. Ich habe anfangs auch geschaut, wie spiele ich Tom Herzer. Wie extrovertiert kann ich ihn spielen und wo wird es zu viel. Irgendwann wusste ich einfach, wer Tom Herzner ist und musste dann nicht mehr darüber nachdenken. 

Aylin, wie sind Sie zu dem wundervollen Waschsalon gekommen?

Aylin Tezel: Es war von Anfang an klar, dass sich Heidi ihre eigene kleine Welt geschaffen hat, die ihrem Wesen entspricht. Erst später wird klar, dass sie den Salon von ihren Großeltern übernommen hat. Sie möchte sich um ihre Familie kümmern. Und genauso bunt, chaotisch und liebevoll ihr Salon aussieht, so sieht es auch in ihr drin aus. Die Szenenbildner haben wirklich stückweise etwas märchenhaftes erschaffen. Die Welten von Tom und Heidi laufen da wirklich auseinander. Bei Tom im Salon ist alles sehr stylisch und clean, während es bei Heidi wie bei einer Explosion ist. 

Sind Sie privat ebenso chaotisch wie Heidi? 

Aylin Tezel: Nein, überhaupt nicht. 

Kostja Ullmann: (nickt und flüstert) Sie ist total verrückt!! Während des Drehs war es schon unheimlich, weil sie irgendwann sehr wie Heidi war. 

Aylin Tezel: (lacht) Entschuldige, aber du warst auch total Tom und bist nur noch mit ganz weichen Händen durch die Gegend gelaufen. 

Die Dreharbeiten waren scheinbar sehr lustig… 

Kostja Ullmann: Also einer von uns hatte auf jeden Fall Spaß (zeigt auf Aylin). 

Würden Sie persönlich Heidis Salon besuchen? 

Aylin Tezel: Niemals! Wenn man sieht, wie beherzt sie in ihren Geltopf greift und was für einen Spaß sie dabei hat. Das waren Momente, wo ich bei den Dreharbeiten auch sehr viel Spaß hatte. 

Kostja Ullmann: Ganz bestimmt nicht! Der arme Kerl, dem Aylin die Haare gegelt hat! Sie hat immer zwei Hände voll Gel genommen und breit gegrinst. Wir haben die Szene so oft gedreht, dass der arme Mann am Ende schon blaue Klumpen in den Haaren hatte (lacht). 

Vielen Dank für das Gespräch!

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