Hadern mit dem Supermark

Mit Blick auf die Ansiedlung von Supermärkten nahe der Altstadt hat der Kaufbeurer Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung keine klare Aussage getroffen. Im Fokus stehen ein Einkaufszentrum an der Mindelheimer Straße beziehungsweise im Forettle. Dorthin könnte nämlich das Unternehmen Feneberg ausweichen, dem der alte Standort in der Alten Weberei zu klein wird.

Dem Gremium wurde nun ein Bauantrag des Investors für die Mindelheimer Straße vorgelegt, der so von den Räten abgelehnt wurde, „da die Zielsetzungen des Rahmenplans für die Innenstadt nicht erreicht werden“. Gleichwohl schuf das Gremium dort Baurecht für ein solches Vorhaben. Allerdings mit Auflagen, denn die Stadträte befürchten Nachteile für den Einzelhandel im Altstadtkern. So muss das Sortiment unter anderem definiert werde. Immerhin sahen die Pläne des Investors unter anderem vor, einen Drogeriemarkt zu errichten. Darüber hinaus soll die Verwaltung prüfen, inwieweit ein großflächiger Einzelhandel im Forettle möglich ist. Die Idee, hier einen freistehenden Supermarkt mit 1200 Quadratmeter Fläche und vorgelagerten ebenerdigen Parkplätzen zu schaffen, lehnten die Räte ebenfalls ab. Auch reichten die Informationen hierzu noch nicht aus. Stadtplaner Manfred Pfefferle betonte mit Blick auf beide Standorte, dass es „keinen Anspruch auf Genehmigung dieser Nutzungen gibt“. Ferner müssten beide Areale als Sondergebiete ausgewiesen werden. Zu beiden Standorten äußerte sich OB-Stefan Bosse kritisch: „Ich sehe keinen Bedarf für beide Projekte. Wir haben eine Überbelegung an Nahrungsmittelhandel.“ Darüber hinaus käme eine Zustimmung nur in Frage, wenn es einen Zusatznutzen für die Stadt gibt. Keine großen Nachteile für das Stadtzentrum sieht jedoch das Büro für Standort-, Markt- und Regionalmanagement Dr. Heider. Demnach solle Feneberg in die Mindelheimer Straße umziehen. Dadurch sei eine Verbesserung der Nahversorgung nördlich der Innenstadt zu erwarten. Lediglich einen weiteren Drogeriemarkt hält das Büro für schädlich. Der Investor hat jedoch bereits zugesagt, darauf zu verzichten. Auch Catrin Riedl-Schmied (SPD) sieht den positiven Nutzen eher in der Mindelheimer Straße. Die dort entstehenden Parkplätze kämen auch der Innenstadt zu gute. Darüber hinaus würde das Areal auch wieder aufgewertet. Mit Blick auf das Forettle könnte sie sich was anderes vorstellen: „Es ist ein Filetstück der Stadt. Wenn wir das jetzt vergeben, haben wir auf lange Sicht etwas verbaut.“ Auch Ernst Schönhaar (CSU) betonte: „Wir dürfen uns dort nicht die Entwicklungsmöglichkeiten aus der Hand nehmen lassen.“ OB Bosse betonte nachdrücklich, dass auch die Regierung von Schwaben beiden Projekten kritisch gegenüberstünde. Schließlich wurde die Verwaltung beauftragt, weitere Untersuchungen zu tätigen, um letztlich eine breitere Entscheidungsgrundlage zu haben.

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