Dreieinhalb Jahre Haft

36-jähriger Ostallgäuer missbraucht psychisch kranke Partnerin

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Kaufbeurer Amtsgericht.

Kaufbeuren – Zu dreieinhalb Jahren Haft wurde ein 36-jähriger Mann aus dem Ostallgäu vom Kaufbeurer Schöffengericht verurteilt, weil er nach Auffassung des Gerichts seine damalige psychisch kranke Freundin in zwei Fällen vergewaltigt hatte. Im Dezember 2017 hatte er gegen den Willen der Frau den Geschlechtsverkehr mit ihr vollzogen und ihr Schmerzen zugefügt.

Dem Angeklagten zufolge war der Geschlechtsverkehr einvernehmlich. Der Mann beteuerte vor Gericht, dass er „kein schlechter Mensch, kein Vergewaltiger“ sei. Er hatte seiner heute 32-jährigen seelisch kranken Partnerin in ihrer Beziehung, die er als „stressig und anstrengend“ beschrieb, helfen wollen, ihr Leben auf die Reihe zu kriegen. Dies wollte er mit einer Vereinbarung erreichen, die genaue Ziele wie den Umgang mit Geld, Essverhalten, Fernseh- und Alkoholkonsum festlegte, an die sich die Freundin halten sollte. Die Vorsitzende sprach angesichts des vermeintlichen Hilfeversuchs des psychisch labilen Angeklagten von „Bevormundung“, davon, sich eine Frau „nach eigenen Vorstellungen backen zu wollen“.

Sein Kontrollverhalten äußerte sich auch an anderen Stellen – so überschüttete der 36-Jährige das Opfer mit Textnachrichten und Anrufen, stellte ihr nach. Laut ärztlichem Attest liegen bei ihm eine depressive Störung und narzisstische Persönlichkeitszüge vor.

Der Angeklagte hatte seine damalige Freundin im Juni 2017 über eine Dating-Plattform im Internet kennengelernt. Warum die Geschädigte, die an einer Borderline-Störung und Depressionen leidet, trotz eigener Aussage, dass sie für den Angeklagten keine tieferen Gefühle hegte, sich auch nach den angeklagten Taten wiederholt auf intime Kontakte mit dem Mann einließ, konnte sie auf Nachfrage der Vorsitzenden nicht erklären. Die sichtlich aufgelöste junge Frau gab an, ein „zu schwaches Wesen“ zu haben – dass sie immer wieder zu ihm „musste“, sich in einer Beziehung gefangen fühlte, von der sie sich offenbar nicht aus eigener Kraft lösen konnte. Der Staatsanwalt bezeichnete die Beziehung in seinem Plädoyer als „höchst pathologisch und dysfunktional“.

Keinen Zweifel ließ die Vorsitzende bei der Urteilsverkündung daran, dass sie die Aussagen des Opfers, die auch durch Chatverläufe und Zeugen bestätigt wurden, für glaubwürdig hielt.

von Mahi Kola

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