Halbzeit für das Stadtmuseum

Die jüngsten Richtfestbesucher konnten sich selbst im Bauen versuchen. Kinder ab sechs Jahren dürften sogar mit richtigem Mörtel und kleinen Ziegelsteinen kleine Häuser konstruieren. Foto: Kohlbauer

Zahlreiche Pfützen und fensterlose Wände, das sahen die Besucher am Freitag beim Hebauf des neuen Stadtmuseums im Kaisergässchen. Beim Bau waren auch die Handwerker anfangs irritiert, ein fensterloses Gebäude zu bauen – das soll später die Ausstellungs-Objekte vor Lichtschäden bewahren. Ohne die finanzielle und beratende Unterstützung zahlreicher staatlicher Einrichtungen, der ideellen Unter- stützung des Freundeskreises des Kaufbeurer Stadtmuseums e.V. und den vielen Spendern, wäre das Stadtmuseum, eine wichtige Kultur- und Bildungseinrichtung in der Altstadt, nicht realisierbar gewesen. „Vergangene Gene- rationen haben viel erarbeitet und unsere Pflicht ist es, dieses Gut zu erhalten und zu pflegen“, bestärkte Finanzstaatssekretär Franz Pschierer die Sanierung bei dem feierlichen Hebauf im Rohbau.

Mit der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes, der baulichen Erweiterung, der Neukonzeption und modernen Gestaltung werden rund 7,7 Millionen Euro in das neue Kaufbeurer Stadtmuseum gesteckt. Drei Millionen kommen von der Stadt Kaufbeuren, vier Millionen aus öffentlichen Mitteln und knapp 400.000 Euro hat der Freundeskreis des Kaufbeurer Stadtmuseums e.V. beigesteuert. Dabei wurden die geplanten Kosten aufgrund des schlechten Bodens überschritten. Alte Balken und Gemäuer aus dem Mittelalter in der Erde haben den Bauverlauf in die Länge gezogen und die Kosten in die Höhe getrieben. „Die Baukostenmehrung von nur wenigen Prozenten liegt bei einer sechsstelligen Zahl“, erklärte Oberbürgermeister Stefan Bosse. Das im Jahre 1879 gegründete Stadtmuseum musste im Jahr 2002 aus statischen Gründen schließen. Im November 2009 wurde mit den Abrissarbeiten begonnen. „Nun sind wir am Ende der 1. Halbzeit“ sprach Wallie Heinisch, vom planenden Architekturbüro Heinisch/ Lembach/Huber aus Stuttgart. „Nach dem Rohbau werden sich die Arbeiten nach innen ziehen und es wird erst einmal wenig für die Bürger zu sehen sein. Für das Erscheinungsbild eines Gebäudes ist der Rohbau erst der Anfang“, so die Architektin. Vorsitzender des Freundeskreises des Stadtmuseums, Bernd Kuhn, bedankte sich für die tolle Arbeit und auch bei den Nachbarn, die dem Baulärm ständig ausgeliefert waren. Eine Nachbarin machte das Beste aus der Situation und stärkte die Handwerker auf der Baustelle mit Kaffee und Kuchen. Da die gegenüberliegende Wohnung der Frau nur knapp drei Meter von der Baustelle entfernt ist, lieferten die Handwerker per Kran das Geschirr direkt an „Frau Fenster“ zurück. Fertigstellung 2012 Als eine der wichtigsten Kultur- und Bildungseinrichtung stellt das Stadtmuseum künftig einen markanten Mosaikstein im kulturellen Profil Kaufbeurens dar. Derzeit wird die Ausstellung noch konzipiert, während die Ausstellungsstücke im Depot, in der neuen Zeile, gut und sicher verstaut sind. Das Stadtmuseum wird in der Altstadt von Kaufbeuren voraussichtlich im Herbst 2012 mit seiner Neupräsentation wieder für Besucher zugänglich sein. ak

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