Elf Prozent Steigerung

Hallenbad: Marktoberdorf erhöht Eintrittspreis zum Januar 2020

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Alt und Jung (hier Kinder im Warmbecken) wissen es zu schätzen, dass es in Marktoberdorf ein Hallenbad gibt. Die Eintrittspreise werden zum Januar 2020 angehoben.

Marktoberdorf – Die Stadt Marktoberdorf erhöht zum Januar 2020 die Eintrittspreise für das Anton-Schmid-Hallenbad. Die Steigerung macht je nach Ticket bis zu elf Prozent aus. Das entspricht den tariflichen Steigerungen seit dem Jahr 2015. Durch die Anpassung der Preise erhofft man sich Mehreinnahmen von 15.000 Euro.

Ab dem Jahr 2021 soll der Eintrittspreis immer jährlich angehoben werden. Und zwar immer um die Ziffer, wie die Steigerung beim Tarifvertrag im öffentlichen Dienst (TvöD) ausfällt, nach der auch ein Fachangestellter für den Bäderbetrieb in Marktoberdorf bezahlt wird. Eine Mehrheit der Räte im Finanzausschuss folgte diesem Vorschlag aus der Stadtverwaltung.

Nicht durchgekommen sind Stadträte mit dem Ansinnen, auf diese jährliche Steigerung im TvöD noch ein Prozent draufzusatteln, um so auch steigenden Energiekosten Rechnung zu tragen bzw. den Mehraufwand auszugleichen, wenn langjährige Beschäftigte höher eingruppiert werden. Das mit den Energiekosten hatte Eduard Gapp zu bedenken gegeben.

Der Antrag mit dem Zuschlag von einem Prozent zum TvöD kam von Vroni Diepolder (CSU). Sie wünschte sich eine Berücksichtigung der Ausgaben durch die Altersstaffel und generell eine bessere Deckung bei den Ausgaben für das Hallenbad. Die Stadt wende für diese Sport- und Freizeiteinrichtung immerhin 1,3 Millionen Euro im Jahr auf.

Die Preise im Einzelnen

Zum Januar 2020 steigt der Eintrittspreis im Marktoberdorfer Hallenbad bei zwei Stunden von 4,50 Euro auf 4,90 Euro. Für eine Tageskarte sind es künftig 6,90 Euro (heuer noch 6,50 Euro). Ein Frühschwimmer zahlt an der Kasse künftig 2,80 Euro statt bisher 2,50 Euro. Die Familienkarte für zwei Stunden im Bad gibt es ab Januar 2020 für 10,90 Euro (bisher zehn Euro). Für den ganzen Tag muss eine Familie 13,90 Euro entrichten.

Was bleibt, sind die Ermäßigungen. Davon profitieren hauptsächlich Jugendliche unter 16 Jahren. Bewährt haben sich die vor drei Jahren eingeführten Wertkarten, schilderte Betriebsleiter Gary Kögel vom Anton-Schmid-Hallenbad. Wer 100 Euro ausgibt, erhält zehn Prozent Rabatt. Bei 200 Euro sind es 20 Prozent und bei 500 Euro sind es 25 Prozent. 2018 wurden immerhin 117.500 Euro über Wertkarten eingenommen. „Die werden angenommen“, berichtete Kögel im Finanzausschuss. Am häufigsten würden Bade- und Saunagäste in die 100 Euro-Wertkarte investieren.

Wer im Hallenbad die Sauna nutzen möchte, der hat ab 2020 bei zwei Stunden genau 8,90 Euro zu begleichen (bisher sind es acht Euro). Für den ganzen Tag werden dann 16,60 Euro genommen.

Nach den Worten von Betriebsleiter Kögel wirkt sich die Preiserhöhung so aus, dass die Einnahmen pro Jahr von 385.000 Euro auf 400.000 Euro steigen. Gut die Hälfte wird laut Prognose fürs Jahr 2020 im Bad erzielt, immerhin knapp die Hälfte in der Sauna.

Ein Vergleich mit den Mitbewerbern

Kögel zeigte in der Präsentation auch die Eintrittspreise der Mitbewerber zwischen Schongau und Kempten sowie zwischen Kaufbeuren und Nesselwang auf – sowohl fürs Bad als auch für die Sauna. „Im Vergleich zu Wettbewerbern sind wir der billige Jakob“, kommentierte Peter Fendt von der Bayernpartei. Mit Blick darauf, dass im Hallenbad nur ein Drittel der Ausgaben durch Einnahmen gedeckt werde, plädierte Fendt für eine deutlichere Erhöhung, um allmählich einen 50-prozentigen Kostenabgleich zu erreichen.

Dem entgegnete Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell: Für dieses finanzielle Ziel müsste man beim Eintrittspreis „saftig steigern“. Das sei dem Querschnitt der Bevölkerung nicht zu vermitteln. „Das geht nicht“, schlug auch Vroni Diepolder in die gleiche Kerbe. Für eine Kostendeckung von 50 Prozent (bisher ist es ein Drittel) müssten die Preise um35 Prozent angehoben werden. Dies sei nicht darstellbar. Diepolder plädierte ebenso wie Walter Breiner dafür, bei der Sauna künftig ein bisschen mehr Eintritt zu verlangen.

Deutlich länger als eine Stunde wurde im Finanzausschuss das Thema mit allen Facetten behandelt, wobei auch Öffnungszeiten, die Beckentemperatur, der gestrichene Warmbadetag oder der Bistro-Betrieb (Hell: „Ein Problem“) zur Sprache kamen. Erst spät konnten sich die Stadträte und die Vertreter der Stadt bei dem Thema wieder „frei“ schwimmen und zur Abstimmung gelangen. Um letztlich die Eintrittspreise doch so zu beschließen, wie es aus der Kämmerei und vom Betriebsleiter vorgeschlagen wurde.

Letztes Jahr kamen 66.600 Besucher ins Bad, wozu neben Schwimmhalle und Kinderbereich auch der Freibereich mit Außenbecken und Liegewiese gehört. Das waren 5000 mehr als im Jahr 2017. In der Sauna gab es in den vergangenen zwei Jahren einen Rückgang. Da waren es gut 26.000 Gäste – 3000 weniger als im Jahr 2016.

jj

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