Hallenbad zukünftig flexibel geöffnet

Leere Liegewiese, leere Becken: leider keine Seltenheit im Sommer 2010. Foto: Frisch

Ein wetterbedingt eher bescheidener Sommer und die neuen Attraktionen im Kaufbeurer Hallenbad hatten bereits vor einigen Monaten bei vielen Bürgern zu dem Wunsch geführt, dieses doch auch im Sommer geöffnet zu halten. In ihrer jüngsten Sitzung hatten sich die Mitglieder des Verwaltungsausschusses nun zwischen drei Umsetzungs-Möglichkeiten zu entscheiden. Die Wahl fiel auf eine flexible Öffnungszeitlösungen.

Bereits nach dem Bau der neuen Rutsche und der Vergrößerung von Wellness-Becken und Mutter-Kind-Bereich stand die Frage im Raum, in wie weit sämtliche Innenanlagen auch im Sommer genutzt werden könnten. „Es ist unsinnig, wenn bei schlechtem Wetter im Sommer das Freibad kaum belegt ist, und der angrenzende Innenteil nicht benutzt werden kann“, hatte Oberbürgermeister Stefan Bosse damals erklärt. Nach umfassender Begutachtung der Belegungszahlen und Kostenrechnungen wurden auf der Sitzung nun drei Szenarien in die engere Wahl genommen. Nach längerer Diskussion, in der unter anderem von Bürgermeister Ernst Holy (KI ) der Betrieb „dreier Bäder in einer relativ kleinen Stadt“ allgemein in Frage gestellt wurde, stimmte die Versammlung dem Konzept „alternativer Parallelbetrieb“ zu. Zukünftig wird also im Sommer morgens je nach Wettereinschätzung entweder das Hallenbad oder das Freibad im Jordan-Badepark geöffnet. Im Zweifelsfall wird das Hallenbad bevorzugt, da in Neugablonz mit dem Erlebnisbad ein alternatives Freibad zur Verfügung steht. Zusätzlichen Kosten von rund 480 Euro für Betrieb und Personal pro Tag stehen dabei geschätzte Mehreinnahmen von 255 Euro gegenüber. Oberbürgermeister Bosse zeigte sich zufrieden mit der Einigung: „So verbinden wir ein optimales Angebot mit akzeptablen Kosten“. Auf den Vorschlag einer Schließung des Kaufbeurer Freibades, der während der Diskussion gefallen war, wollte das Stadtoberhaupt nicht eingehen: „Für mich hat Kaufbeuren nicht drei Bäder, wie immer kritisiert wird, sondern der Jordanpark ist ein Betrieb mit einem Freibad und einem Hallenbad. Dafür haben wir jetzt eine voraussichtlich gute Lösung gefunden“. Diese ist laut Referatsleiter Siegfried Knaak sowohl kosten- als auch angebotsmäßig ein Kompromiss. Bei der sogenannten „Großen Lösung“ hätte das Hallenbad den Besuchern ganzjährig und im Sommer gleichzeitig mit dem Freibad zur Verfügung gestanden. Dies hätte zwar die größtmögliche Wahlfreiheit beinhaltet, aber gleichzeitig die höchsten Kosten verursacht. Als weitere Möglichkeit wurde ein „eingeschränkter Parallelbetrieb“ vorgestellt. Dabei hätten beide Bäder am Vormittag gleichzeitig geöffnet. Um die Mittagszeit wäre dann die täglich neue Entscheidung gefallen, je nach Wetterlage entweder Freibad oder Hallenbad für den Rest des Tages zu öffnen. Dies wäre die finanziell günstigste Variante, aber laut Knaak auch die unpraktischste gewesen. Bei der gewählten Lösung wird es nun sogar möglich sein, die Eintrittspreise in der betreffenden Zeit an den Freibadpreisen zu orientieren. Sonst ist normalerweise der Besuch des Hallenbades teurer.

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