Kinokritik: "Logan"

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Seine Selbstheilungskräfte haben auch schon mal besser funktioniert: Logan (Hugh Jackman) kämpft mit dem Alter und neuen Feinden.

Am 2. März startet „Logan“ in den deutschen Kinos. Von allen X-Men Mutanten konnte die Figur „Wolverine“ alias Logan den besten Eindruck hinterlassen. Vom visionären Schriftsteller und Regisseur James Mangold kommt das entscheidende Kapitel in der filmischen Saga, eines der größten Comic-Helden. Der Oscar®-nominierte Schauspieler Hugh Jackman schlüpft also ein letztes Mal in seine ikonische Rolle als „Wolverine“.

Inhalt

Es ist 2029. Alle Mutanten sind ausradiert – oder beinahe. Ein isolierter, verzweifelter Logan verbringt seine Tage in einem Versteck auf einer abgelegenen Strecke der mexikanischen Grenze und verdient sich sein Geld durch einen unauffälligen Job als Fahrer. Seine Gefährten im Exil sind der ausgestoßene Caliban und ein kränkelnder Professor X, dessen einzigartiger Geist von Anfällen geplagt wird. Aber Logans Versuche, sich vor der Welt zu verstecken, werden von einer geheimnisvollen Frau mit einer dringenden Bitte wieder in die Welt des Lichts gerückt. Logan muss dieses außergewöhnliche junge Mädchen in Sicherheit bringen, und das gelingt – wie so oft – nicht ohne seine Klauen, die Logan gegen dunkle Kräfte und einen Schurken aus seiner eigenen Vergangenheit einsetzten muss. In einer letzten Mission muss er ein Schicksal erfüllen.

Rezension

Hauptdarsteller Hugh Jackman brachte erstmals seine elektrisierende Energie im Jahr 2000 auf die Leinwand, damals noch unter der Regie von Bryan Singer. Seitdem ist der gefeierte australische Schauspieler neun Mal in die Haut des legendären Mutanten geschlüpft – allerdings mit sehr unterschiedlicher Qualität seiner Filme. Es war nicht nur der Wunsch vieler Fans, auch die Macher wollten dem wahren Charakter der Figur endlich freien Lauf lassen. Dazu mussten ein paar Marketing-Regeln gebrochen werden. Mehr Blut heißt nämlich automatisch eine höhere FSK-Freigabe, und am Ende weniger Geld in den Kinokassen, wenn Kids zu Hause bleiben müssen. Scheinbar hatten die Produzenten genug im Honigtopf, denn Wolverine darf endlich so richtig loslegen. Action-Szenen wirken knallhart und authentisch. So ähnelt das Werk von Mangold eher einem klassischen Splatter-Western als einem Comic. Ärgerlich für eingefleischte Marvel-Fans könnten die Widersprüche zu anderen X-Men Filmen sein, doch diese Freiheit nimmt sich die Story einfach mal raus. Das komplexe Marvel-Universum wurde bereits mehrfach in Comics umgedichtet, also Schwamm über die Logik. Dafne Keen ist neben Jackman die eigentliche Entdeckung, ihre Rolle hätte aber fast noch mehr Tiefe vertragen.

Was wirklich schade ist: Es hat acht Anläufe gebraucht und erst der neunte hat annähernd die Ambivalenz des Wolverine zu Tage gebracht. Aber eben nur annähernd. In seinen Zeichnungen ist er unberechenbar „gerecht“ und gnadenlos brutal. Er ist das Gegenteil eines „Batman“ oder „Superman“, für den eine eiskalte Hinrichtung nach 20 Sekunden schon abgehakt ist. Man weiß nie, ob er nur seinen Feind oder eine ganze Stadt dem Erdboden gleich macht, wenn ihn die Raserei packt. Dennoch schlägt in ihm, neben diesen Adamantium-Klauen, ein großes Herz, welches seine Comic-Geschichten zum Kult gemacht hat.

Am Ende bleibt ein gemischtes Gefühl übrig, als hätte man eine große Chance vertan – aber wer weiß: auch andere Geschichten wurden im Kino einfach nochmal erzählt.

von Michael Denks

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