Hauptthemen in der Buchloer Bürgerversammlung: Hallenbad und Bahnhofsplatz

Mehrere Sorgenkinder

+
Kopfzerbrechen bereitet die weitere Gestaltung samt Umbau des Bahnhofsplatzes und auch die Frage: wohin mit den täglich abgestellten Fahrrädern?

Buchloe – Hoch erfreut zeigte sich Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger über die gut besuchte Bürgerversammlung im Gasthaus „Eichel“. An die 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren erschienen um aus „erster Hand“ Informationen über Buchloe und seine Entwicklung zu erfahren. Dabei gab es eine ganze Reihe von interessanten Themen, die zur Sprache kamen.

„Für Buchloe war es im Großen und Ganzen ein gutes Jahr“, so Buchloes Rathauschef. „Für mich persönlich war der 4. März 2017 ein Schicksalstag. Der erlittene Herzinfarkt hat vieles verändert und so ist seitdem mein Leben nicht mehr so, wie es einmal war. Trotzdem will ich aber für Sie alle und für das wofür ich angetreten bin, mit vollen Kräften eintreten und da sein“. Unterstützt von Gerhard Städele, Sachgebietsleiter Einwohnermeldeamt, wurde im ersten Teil des Abends eine mit Bildern und Texttafeln aufbereitete Präsentation über die wichtigsten Projekte, Baumaßnahmen und Vorhaben des zurückliegenden Jahres gezeigt.

Die Gesamteinwohnerzahl ist auf 13.112 Personen gestiegen. Zur Zeit leben 135 Asylbewerber im Stadtgebiet, wobei von der Stadt Buchloe nach wie vor eine Koordinatorin finanziert wird. Probleme sieht Bürgermeister Schweinberger in naher Zukunft wegen fehlenden Wohnraums, der auch bezahlbar sein müsse. Er rechne mit weiterem Zuzug, allein schon wegen der bevorstehenden Elektrifizierung der Bahnstrecke. Zwei neue Wohngebiete im Süden und Osten sollen eine gewisse Entlastung bringen. Hier wurde die Frage laut: „Ist es überhaupt sinnvoll, dass Buchloe sich vergrößere und Wohnraum für ,Auswertige‘ schafft?“ Hier konnte Schweinberger beruhigen und festhalten, dass diese neu geschaffenen Bauplätze an Buchloer und keine Münchner gingen. Trotzdem gehöre man zum Großraum von München – das bringe auch Riesenprobleme mit sich. Insgesamt wurden 120 Bauanträge, angefangen von Einfamilienhäusern bis zu Gewerbebauten, eingereicht. Bauland stünde ausreichend zur Verfügung, jedoch wären nur wenige bereit diese dringend benötigten Flächen zu verkaufen.

Viel sei in letzter Zeit für die Kleinkinderbetreuung, für Kinderkrippen und Kindergärten getan worden. Die „Buchloer Storchenkinder“ haben zwischenzeitlich ihre neue „Heimat“ bezogen. Der Kindergarten St. Antonia wurde saniert (siehe eigener Artikel). Ein weiteres Problem: der Betrieb des Franziskuskindergartens muss zum 31. August 2018 eingestellt werden. Eine Begutachtung hatte ergeben, dass ein Abbruch leider einer Sanierung vorzuziehen sei. Die Stadt Buchloe sei dadurch im Zugzwang. Allein durch die Steigerung der Geburtenzahlen und dem zu erwartenden Zuzug entstehe weiterer Bedarf. So müsse im Süden von Buchloe eine neue Kindertagesstätte mit fünf Gruppen gebaut werden.

Hinsichtlich Kläranlage wurde festgehalten, dass die Genehmigung für den Betrieb zum 31. Dezember 2019 endet. Mit einem beauftragten Ing.-Büro werden zwischenzeitlich mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten die notwendigen Grundlagen, vor allem die erforderlichen Investitionen zur Erreichung des neuen Wasserrechtsbescheides erarbeitet.

Neben dem Hochwasserschutz werde großer Wert auf den Unterhalt des Straßennetzes gelegt. So wurden Straßenneubauten an der Werner-von-Siemens-Straße und der Max-Planck-Straße vorgenommen. Außerdem wurde zur Sicherheit der Fußgänger der Gehweg an der Staatsstraße im Ortsteil Lindenberg erhöht und ausgebaut.

Ein echtes „Sorgenkind“ sei nach wie vor das Hallenbad. Nach Meinung der Anwesenden sei der augenblickliche Zustand erbärmlich und entsetzlich zugleich. Alles sei Pfusch und man müsse sich fragen, „wie konnte es so weit kommen?“. Und so kam der Vorschlag eines Anwesenden, gegen das „Versagen des Architekten“ und gegen „pfuschende Baufirmen“ energisch vorzugehen. Auch die erheblichen Bauverzögerungen schlagen vielen Bürgerinnen und Bürgern mittlerweile „auf den Magen“. Die Posse des Berliner Flughafens macht allmählich in Buchloe ihre Runde. Aber so weit sei es Gottlob noch lange nicht, so Bürgermeister Schweinberger. Die Kosten würden immer noch im Rahmen liegen. Außerdem bemühe man sich alles zu einem baldigen zufriedenstellenden Abschluss zu bringen.

Zum Thema „Hochbaumaßnahmen“ berichtete Schweinberger vom erfolgreichen Umbau des ehemaligen Postamtes zur Nutzung als Bücherei und Volkshochschule. Außerdem stünden Mittel für Umbaumaßnahmen am Rathaus und für eine Sanierung des Ostflügels der „Comenius Grundschule“ zur Verfügung. Der Bahnhofsplatz werde in nächster Zeit noch viel Kopfzerbrechen bereiten. Vieles sei noch im Unklaren – so beispielsweise wo der Busbahnhof hinkommen soll und wie sich vor allen Dingen die Parkplatzsituation entwickle. Man müsse davon ausgehen, je schneller man per Bahn nach München komme, um so mehr Parkplätze werden gebraucht. So werde auch, wie Schweinberger betonte, über ein Parkdeck nachgedacht.

Teilnehmer monierten auch einige gefährliche Punkte im städtischen Bereich. Man wolle diese Dinge im Auge behalten und so beispielsweise an der Landsberger Straße einen Kreisverkehr und eine Querungsinsel gegenüber vom Gasthaus „Eichel“ schaffen. Erhöhte Geschwindigkeitsübertretungen im Bereich der Saubsdorfer Straße will man in einer der nächsten Sitzungen behandeln und das Ganze bei Bedarf durch Tempo 30 entschärfen. Mangelndes Spielgerät auf dem Kinderspielplatz an der Lamerdinger und Schwabmünchner Straße war ein weiterer Punkt der Aussprache.

von Klaus-Dieter Körber

Auch interessant

Meistgelesen

„Modern, aber nicht futuristisch“
„Modern, aber nicht futuristisch“
Radler beleben Stadtbild
Radler beleben Stadtbild
Kompetenter Partner mit Technologievorsprung
Kompetenter Partner mit Technologievorsprung
GEO-Tag der Natur am Kaufbeurer Kletterzentrum
GEO-Tag der Natur am Kaufbeurer Kletterzentrum

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.