Haus für Kinder feiert Sommerfest

Halbzeit im Ausweichquartier

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Ein kleines süßes Dankeschön erhielten: Harald Plaschke vom Erziehungs- und Jugendhilfe Verein Kaufbeuren-Ostallgäu EJV, Stefan Leister, Abteilungsleiter der Kinder- und Jugendhilfe der KJF, sowie Markus Mayer, Vorstandsvorsitzender der KJF. Rudolf Wisbauer war wichtiger Koordinator bei der Quartiersuche.

Kaufbeuren – Auch wenn die Verantwortlichen des „Haus für Kinder St. Josef“ derzeit in einem Provisorium untergebracht sind, gefeiert wird dennoch. Denn das jährliche Sommerfest hat Tradition. Außerdem begeht die Einrichtung Bergfest. Noch ein Jahr müssen die Kinder und ihre Betreuer im Ausweichquartier im Postgebäude an der Heinzelmannstraße verweilen.

Die Mitarbeiterinnen, Elternbeiräte und die Leiterin des „Haus für Kinder St. Josef“, Antoinette Stöckeler, sehen das jedoch positiv, denn in einem Jahr wollen sie in ihrem Neubau, der derzeit entsteht, umgezogen sein. Dort wurde am 7. Juli Richtfest gefeiert (wir berichteten) und man ist guter Dinge über den Baufortschritt.

Für den Ersatzneubau der Einrichtung unter der Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. (KJF) waren sie, wie berichtet, vor einem Jahr aus der Pfarrgasse in das Postgebäude in der Heinzelmannstraße umgezogen.

Im oberen Stockwerk haben sich 162 Kinder von einem bis zehn Jahren in den Bereichen Kinderkrippe, Kindergarten und Schulkinder eingerichtet, erzählt die Leiterin. Der Bereich Kinderkrippe arbeitet mit vier Gruppen. Wenn die Kinder älter werden, löst sich die feste Gruppeneinteilung zugunsten eines individuellen, gruppenoffenen Konzeptes auf. Das Haus öffnet um sieben Uhr, so können zum Beispiel die Schulkinder bei Bedarf vor der Schule betreut werden. Nach dem gemeinsamen Mittagessen machen die Schulkinder selbständig ihre Hausaufgaben und erhalten Unterstützung durch erfahrene Erzieher. Im anschließenden Freizeitteil gibt es verschiedene Funktionsräume, den gemeinsamen Garten oder die Turnhalle. Dabei ist es dem 20-köpfigen Team auch ein Anliegen, durch engen Kontakt die Eltern mitzunehmen und auf ihrem individuellen Erziehungsweg zu begleiten.

Anna, die Mutter von Sara, einem Kind im Krippenalter, bestätigte: „Wir wurden so liebevoll aufgenommen und haben inzwischen sehr viel gemacht“. Sie sehe den stufenlosen Übergang und die Durchgängigkeit in der Einrichtung als Vorteil für ihr Kind.

Bereichsleiter Harald Plaschke lobte die Kreativität und das gemeinsame Ringen um die Räume. Zusammen mit Markus Mayer, Vorstandsvorsitzender der KJF, und Abteilungsleiter Stefan Leister erhielt er von den Mitarbeitern ein kleines süßes Dankeschön.

Schill verabschiedet sich

Eine Überraschung wartete an diesem Abend auch auf Grünen-Stadtrat Oliver Schill: Seit 2009 ist er Vorsitzender des Elternbeirats im „Haus für Kinder St. Josef”. Mit dem Ausscheiden seines Kindes mit dem Ende der Grundschulzeit geht auch seine Amtszeit planmäßig zu Ende. Sein langjähriges Engagement waren für Eltern und Mitarbeiterinnen Anlass, ihn im Rahmen des Sommerfestes gebührend zu verabschieden und vor allem Danke zu sagen. Sein Mitvorsitzender David Berno lobte den außerordentlichen Einsatz von Schill. „So war es sein erfolgreiches Anliegen über die lange Zeit, die drei früher getrennten Einrichtungen Kinderkrippe, Kindergarten und Schulkinder zu einem durchgängigen Haus für Kinder zusammen zu führen.“ Berno wies außerdem darauf hin, dass Schill sich vorbildlich um die Zusammenarbeit mit Schrader-Grundschule, der Kooperationsschule für das Haus für Kinder, kümmerte. Schill war zugleich auch Vorsitzender des Elternbeirats der Schrader-Grundschule und Mitglied im Gesamtelternbeirat der Stadt Kaufbeuren. Die Mitarbeiterinnen verabschiedeten ihn mit einem selbst gedichteten Lied.

Oliver Schill (blaues T-Shirt) bei seiner Verabschiedung als langjähriger Vorsitzender des Elternbeirates.

Vorstandsvorsitzender Mayer betonte: „Diese Unterbringung ist keine Alltagssituation und am meisten freut mich, dass hier gut zusammengearbeitet wurde“. Ausdrücklich bedanken wollte sich Mayer bei Rudolf Wisbauer, Stiftungspfleger der Schegg’schen katholische Waisenhausstiftung, die Eigentümerin des Geländes an der Pfarrgasse ist, für die rasche Hilfe bei der Quartiersuche. Wisbauer spielte sein Engagement bescheiden herunter und sagte: „Schwierig war nur die zeitliche Koordination“.

Musikalisch umrahmten vier junge Musiker aus der „Pic Pänth“ Bigband der Musikschule Kaufbeu­ren das diesjährige Sommerfest mit flotten Jazzstandards.

von Wolfgang Krusche

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