"Haus 28" füllt sich mit Leben

Feierliche Eröffnung

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An der Stelle, an der einst eines der ältesten Häuser in Hattenhofen stand, hat nun das neue Dorfgemeinschaftshaus seinen Platz.

Hattenhofen – Das „Haus 28“, wie es liebevoll von den Dorfbewohnern des Marktoberdorfer Ortsteils Hattenhofen genannt wird, wurde am vergangenen Samstag offiziell seiner Nutzung übergeben.

Nach nur sieben Monaten Bauzeit und in zahlreichen Stunden ehrenamtlicher Arbeit ist ein technisch und energetisch modernes Gebäude entstanden, das den charmanten bäuerlich-dörflichen Charakter seines Vorgängergebäudes erhalten halt. 

Ein Dorfgemeinschaftshaus für eine 160-Seelen Gemeinde? „Ja braucht’s denn das wirklich?“, wird sich in letzter Zeit so manch einer gefragt haben. „Ja, das braucht’s“, befand nicht nur die Hattenhofener Dorfgemeinschaft. Auch die Belegungszahlen des alten Gemeinschaftshauses sprachen für sich. Die Hattenhofener hatten nämlich nachgerechnet. „Wir sind auf rund 200 Tage gekommen, an denen unser altes Gemeinschaftshaus geöffnet war“, erzählt Detlev Diepolder von der Dorfgemeinschaft Hattenhofen. Ob Stammtisch, Vereinstreffen, Musikproben, Dorfpartys oder Kinderfasching – in der rührigen Gemeinde ist immer etwas los. 

Doch das alte Gebäude, in dem sich die Hatttenhofener regelmäßig getroffen hatten, war nicht mehr sanierungsfähig. Als der damalige Bürgermeister der Stadt Marktoberdorf, Werner Himmer, dem Ort vorschlug, sich für das Dorferneuerungsprogramm des Amts für Ländliche Entwicklung Schwaben zu bewerben, war schon bald die Idee geboren, die Fördergelder unter anderem für den Abriss und den Neubau des Gebäudes zu beantragen. 

Doch durch das Förderprogramm allein konnte das Projekt nicht realisiert werden. So musste auch die Stadt Marktoberdorf für das Projekt gewonnen werden, um Zuschüsse beizusteuern – „in Zeiten finanzieller Knappheit“, darüber ist sich Stadträtin Vroni Diepolder bewusst, keine einfache Entscheidung für die Stadt. Doch die Hartnäckigkeit der Hattenhofener Bürger zahlte sich letztendlich aus. Im Juni 2012 kam nach mehreren ablehnenden Entscheidungen das erlösende Einverständnis des Stadtrates für das Projekt. 

Endlich hatten die Hattenhofener die Zusage für ihr Dorfgemeinschaftshaus. „Die Feier, die danach im Haus 28 stattfand, vergisst niemand“, ist sich Stadträtin Vroni Diepolder sicher, die als Hattenhofenerin im Stadtrat für das Gemeinschaftshaus gekämpft hatte. Nach nur sieben Monaten Bauzeit entstand an der Stelle, wo einst das baufällige „Haus 28“ stand, in rund 4000 Stunden Eigenleistung und mit circa 30000 Euro Eigenbeteiligung der Hattenhofener ein funktionelles Gebäude, das der Dorfgemeinschaft jederzeit offen steht. Am vergangenen Samstag konnten die Bürger des Marktoberdorfer Ortsteils nun auch offiziell den Schlüssel zu ihrem neuen Gemeinschaftshaus mit Gruppenräumen und einem angeschlossenen Stadel für größere Feierlichkeiten entgegennehmen. 

Auch das Equipment für eine Außengruppe der Freiwilligen Feuerwehr Geisenried ist in dem neuen Dorfgemeinschaftshaus untergebracht. Dass sich das Haus nun mit Leben füllen möge, wünschte Landrätin Maria Rita Zinnecker den Hattenhofenern bei der Einweihungsfeier, bei der der große Stadel bis zum letzten Platz besetzt und wohl fast jeder aus der Gemeinde anwesend war. 

Doch dass es anders kommen könnte, daran hat ohnehin keiner der Dorfbewohner seinen Zweifel – ihr Projekt „Dorfgemeinschaftshaus“, bei dem „Jung und Alt, Alteingesessene und Zugezogene zusammengeholfen haben“ so Diepolder, hat die ohnehin bereits starke Dorfgemeinschaft noch ein bisschen enger zusammenwachsen lassen. von Sabrina Hartmann

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