Solide haushalten

Haushaltsentwurf Marktoberdorf: Rekord-Etat mit Investitionen für Bildung und Verkehr

 St. Martins Kindergarten Marktoberdorf
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Der alte St. Martins Kindergarten zieht um und auch der Hort wird einen neuen Platz finden. Und überhaupt investiert die Stadt 2021 insgesamt elf Millionen Euro in ihre Schulen.

Marktoberdorf – Erst am Ende der Debatte zum Haushaltsentwurf 2021 kam etwas Leben in den Finanzausschuss. Er sehe keine Zukunftvision im vorliegenden Papier, sagte Grünen-Stadtrat Christian Vavra und mahnte fehlende Investitionen in den ÖPNV oder überdachte Radabstellplätze als Signal für den Ausbau des Radlverkehrs an. „Wenn ein Haushalt zukunftsgerichtet ist, dann dieser“, entgegnete Thorsten Krebs (CSU). „Wir investieren allein für den Bau von Rad- und Gehwegen mehr als eine Million Euro. Hinzu kommen etliche Millionen, die in den Neubau von Schule und Kindergarten und damit in die Zukunft unserer Kinder aufgewendet werden.“

Doch der Reihe nach. Am vergangenen Dienstag empfahl der Finanzausschuss mit 12:1 Stimmen den Haushaltsplan für 2021 der weitergehenden Prüfung durch den Stadtrat. Und auch wenn Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell sich zunächst nur vorsichtig für den Entwurf aussprach, nannte er die finanzielle Entwicklung der Stadtkasse mehr als erfreulich. „Wider Erwarten konnten wir das Jahr 2020 solide abschließen und sehen keine bösen Überraschungen für 2021 auf uns zukommen.“ Mit einem Investitionsvolumen von rund 23 Millionen Euro sowie zwei Millionen Euro zur Tilgung von Darlehen – so schwer ist in diesem Jahr in der Summer der Vermögenshaushalt – knackt die Stadt denn auch Rekorde. Im vergangenen Jahr tätigte sie rund zehn Millionen Euro weniger. Der städtische Etat erreicht in diesem Jahr insgesamt ein Volumen von rund 75 Millionen Euro.

Bekanntlich stehen auch große Bauvorhaben an. Allein für ihre Schulen will die Stadt 2021 knapp elf Millionen Euro auf den Tisch legen. Davon sind vier Millionen Euro für den Bau der Ausweichschule beim Modeon eingerechnet, für den Ersatzbau der St. Martin Schule und den anhängenden Hort hat Stadtkämmerer Wolfgang Guggenmos fünf Millionen Euro gebucht. Und auch in der Saliterstraße wächst das neue Kindergartengebäude in die Höhe. 2,5 Millionen Euro sind dafür 2021 vorgesehen.

Infrastruktur, Brandschutz und der Sport

Tief in die Taschen greift die Stadt auch, wenn sie ihre Gemeindestraßen ausbaut oder saniert. Hier ist vor allem der Ausbau der Hochwiesstraße zu nennen, der mit 750.000 Euro für 2021 zu Buche schlägt. Desweiteren erwartet die Stadt Ausgaben für die Erneuerung der Ortsdurchfahrt Selbensberg (650.000 Euro), für den Ausbau von St. Mang Straße in Leuterschach (300.000 Euro), der Immenhofener Straße (340.000 Euro), des Fürgenwegs in Geisenried (300.000 Euro) und für die Sanierung von Geh- und Radwegen entlang der Schwabenstraße (150.000 Euro). Für die Planungen am alten Krankenhausareal und Brückensanierungen sind jeweils 100.000 Euro vorgesehen. Aus dem Verkauf von Grundstücken in Geisenried erwartet der Stadtkämmerer Einnahmen in Höhe von 500.000 Euro.

Auch für die Feuerwehren sowie die örtlichen Vereine und soziale Einrichtungen plant die Stadt Ausgaben in Millionenhöhe. 920.000 Euro gibt die Stadt für die Anschaffung von Fahrzeugen (530.000 Euro), für das Feuerwehrhaus Geisenried (190.000 Euro) und die Löschwasserversorgung (200.000 Euro) aus. An freiwilligen Leistungen zahlt sie wie in den vergangenen Jahren auch rund eine Million Euro. Saniert werden müssen das Hallenbad mit 55.000 Euro, das Bergwaldbächle Bertoldshofen (100.000 Euro) und das Modeon mit 150.000 Euro.

Zwei Kräne und ein erstes Geschoss… Am Kindergarten in der Saliterstraße wird kräftig gebaut. Rund 2,5 Millionen Euro sind dieses Jahr für den Neubau veranschlagt.

Auf der Einnahmenseite rechnet die Stadt mit rund 40 Millionen Euro, die insbesondere aus der Gewerbesteuer (23 Millionen Euro), dem Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer (rund elf Millionen Euro) und aus den Grundsteuern A und B (rund 2,8 Millionen Euro) fließen. Rund 8,8 Millionen Euro könnten aus dem Verwaltungshaushalt dem Vermögenshaushalt zugeführt werden, ist Stadtkämmerer Guggenmos zuversichtlich. Die Kreisumlage, also das, was die Stadt an den Landkreis zu zahlen hat, beläuft sich auf rund 11,8 Millionen Euro.

Ein solider Haushalt, wie Bürgermeister Hell nochmals bekräftigte. Der zwar keinen Grund liefere, allzu großzügig zu sein. Ein Etat jedoch, der mit zahlreichen Investitionen ein positives Signal an die Wirtschaft sende.

Angelika Hirschberg

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