Bockbierfest der Kaufbeurer CSU

„Hausl“ Jürgen Richter gibt richtig Zunder beim Derblecken

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Der „Hausl“ Jürgen Richter erzählte Neuigkeiten aus Kaufbeuren. Als Lösung gegen den Leerstand in der Innenstadt schlug er die „Shop-Rotation“ vor.

Kaufbeuren – Zum 2. Bockbierfest hatte die Kaufbeurer CSU in den Kolpingsaal eingeladen. Mit zünftigen Liedern und zotigen Witzen unterhielt das Bickenrieder Duo, verstärkt am Schlagzeug durch „Rob“ Heinle. Oberbürgermeister Stefan Bosse zapfte ein Fass „Buronator“ der Aktienbrauerei Kaufbeuren an. Das Derblecken übernahm Jürgen Richter als „Hausl“, bekannt durch Auftritte bei „Aufbruch Umbruch“ und „Schwaben weißblau“.

Ortsvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke begrüßte bei Weißwurst und Brezn die zahlreichen Gäste, sowie einige Ehrengäste aus der Wertachstadt und auch die Kreisvorsitzende der CSU Ostallgäu und Landtagsabgeordnete Angelika Schorer. Sie freute sich in ihrer Grußrede über die Fortführung der Tradition und erinnerte daran, dass sich Alte Bräuche auch ändern könnten, „... ja sogar Frauen dürfen jetzt hier oben stehen und reden.“ Viel sei von der CSU in Bayern erreicht worden: Landespflegegeld, Familiengeld und Kindergartenzuschüsse. Aber auch der Brexit stehe ins Haus. Laut einer Studie der Bertelsmannstiftung würden jährliche Einkommensverluste von 140 bis 190 Millionen Euro in Schwaben durch einen harten Brexit drohen. „Wichtig ist es, dass viele Deutsche zur Europawahl gehen.“

Auch Oberbürgermeister Bosse griff den Brexit auf, denn die Anteilseigner der Aktienbrauerei sitzen auch in Großbritannien. „Der Kontakt über den Kanal wird schwieriger werden“, meinte Bosse an den anwesenden Vertreter der Aktienbrauerei, Prokurist Bernd Trick, gerichtet. Anschließend schritt Bosse zur Tat und zapfte ein Fässchen „Buronator“ Starkbier an. Vorsichtshalber waren die Gäste aus der ersten Reihe aufgestanden und hatten sich in Sicherheit gebracht. Wegen eines falschen Abdichtgummis ging einiges des starken Gebräus verloren. Das geflügelte Wort: „Niemals ohne den richtigen Gummi“ machte die Runde.

Dann der Auftritt von „Hausl“ Jürgen Richter, der eigentlich mit seiner Rede über Kaufbeuren schnell fertig gewesen wäre, „...denn in dem Kaff ist nichts los.“ Nach einigen „Ohhhs“ der Gäste fand er dann doch noch etwas: „Der neue Kiosk im abgefucktesten Gebäude in Kaufbeuren.“ Gemeint war der „Grusel-Bahnhof“ Kaufbeuren. Im Modelleisenbahnland in Hamburg habe man den Bahnhof von Kaufbeuren als Vorlage für den Bahnhof in der Bronx in New York hergenommen, berichtete der „Hausl“ unter dem Beifall der Besucher. Mit „Mir stinkts“ prostete er auf die Deutsche Bahn AG. OB Bosse habe sich mit dem Forettle Center sein Mausoleum geschaffen. Er berichtete über die Eisdiele mit Außenbestuhlung am Parkplatz und vermutete, „...dass die Flocken auf dem Cappuccino wohl eher Feinstoffpartikel sind.“ Außerdem wusste der „Hausl“ über ein Vorhaben des deutschen Einzelhandelsverbandes zu berichten, der angeblich wegen der schlechten Einzelhandelssituation in der Innenstadt, der Stadt Kauf­beuren das „Kauf“ aberkennen wolle. Als Lösung gegen den Leerstand schlug der „Hausl“ die „Shop-Rotation“ vor. Dafür werde aber die Spittelmühlkreuzung durch den Großbildschirm zum New Yorker Broadway aufgewertet, da man als Linksabbieger im zwei-Auto-Rhythmus ganze Fernsehserien sehen könne. Den Bundestagsabgeordneten Stracke forderte der „Hausl“ auf, den Berlinern den fertigen Kaufbeu­rer Flugplatz anzubieten, weil der in Berlin eh nie fertig werde. Als Verwendungsempfehlung für den Fliegerhorst stellte er auch ein Grünes Spukschloss für die Partei die Grünen vor, „...denn wenn dann die Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze kommt und zu reden anfängt...“. Oder der Fliegerhorst als Reservat für die letzten beiden zeugungsfähigen SPD-Wähler. Vor dem abschließenden Prosit appellierte der „Hausl“ noch an den Stadtrat – in Anspielung auf die Alphatiere Bosse und Pohl –, trotz aller Differenzen, gemeinsam für Kaufbeuren da zu sein.

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