HBE informiert in einer Tagung zum Thema Onlinehandel

"Licht ins Dunkel bringen"

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Wolfgang Puff (li.), Simone Streller, Alexander Spickenreuther (re., alle HBE) und Rainer Hesse geben Starthilfe in Sachen Onlineauftritt von Unternehmern.

Kaufbeuren – „Alles online – oder was?” – unter diesem Leitthema stand die 42. Jahrestagung des Handelsverbandes Bayern (HBE), die diese Woche in Kaufbeuren stattfand. Der allgemeine Tenor lautete, dass kein Händler mehr daran vorbeikommt, im Internet vertreten zu sein.

Mehrere Redner informierten etwa 80 Teilnehmer aus ganz Bayern über die hochaktuelle Bedeutung des Spannungsfeldes von Offline- und Onlinewelt für den stationären Einzelhandel. Wolfgang Puff, stellvertretender Hauptgeschäftsführer forderte die Händler auf: „Ihr müsst was machen!”, aber niemand dürfe Angst vor der Herausforderung haben, Präsenz im Internet zu zeigen. 

Es führe aber kein Weg daran vorbei, zumindest die virtuelle Sichtbarkeit des Unternehmens im Netz zu gewährleisten. Der Mindeststandard bestehe darin, dem Kunden zu zeigen, „was biete ich wann an welchem Standort an”, so Puff. Es gebe Firmen, die Netzwerkgestaltung anbiete und die könne man, auch mit Unterstützung der HBE, für das eigene Gewerbe nutzen. 

Simone Streller, Geschäftsführerin Standort und Verkehr der HBE, fügte hinzu, dass sich die Spannung zwischen Standort und virtuellem Standort verschärft habe und dass man sich als Unternehmen auf die Auffindbarkeit im Netz als ersten Schritt konzentrieren müsse. Dies schaffe „Regionalität im Internet”. 

Der Kunde sei aber nicht schwarz oder weiß, nicht nur online oder offline unterwegs und so müsse man von der Sicht des Kunden denken, so Streller. Der Geschäftsführer Wirtschaft und Verbraucherpolitik der HBE, Alexander Spickenreuther, sprach in diesem Zusammenhang von einem „Cross-Channel”, der die Verquickung von Handel und Internet darstelle. Beispielsweise könne man online ein Produkt bestellen, dieses aber dann im Geschäft vor Ort abholen und zurückgeben. Dies schaffe eine gewisse Nähe zum Kunden: „Selbst die Onlinehändler Zalando und Amazon haben bereits stationäre Geschäfte!” 

Puff sei klar, dass einige Händler den Schritt ins Internet vor dem Hintergrund von Zeit- und Kostenfaktoren kritisch betrachten, doch die HBE unterstütze in Form von Schulungen und Seminaren und fände „gangbare Wege” für klein- und mittelständische Unternehmen, um „Licht ins Dunkel zu bringen”, vor allem was die rechtlichen Belange AGBs und Datenschutz angeht. 

Die HBE sieht sich als Ideengeber im Miteinander mit Händlern und Stadtmarketing. Rainer Hesse, Geschäftsführer Kaufbeuren Marketing, ist „erschlagen von den Möglichkeiten, die es gibt”. Ihm zufolge sei die Zielsetzung für Kaufbeuren, alle Kunden zu beachten – diejenigen, die nur online einkaufen, jene, die ausschließlich vor Ort einkaufen und die, die beides nutzen. 

Vor allem Touristen möchten keine leere Innenstadt vorfinden, informieren sich aber gerne im Voraus online über Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. Dafür seien auch die „Gastfreund” und „City”-Apps hilfreich. In Kaufbeuren gebe es aber noch keinen „lokalen Marktplatz”, man werde aber „garantiert demnächst Angebote durchgehen, sichten und sortieren.” 

Laut Hesse gebe es aber auch den Gegentrend zum analogen, stationären Handel. Eines sei aber klar: „In zehn Jahren werden wir nicht mehr so einkaufen, wie wir es heute gewohnt sind”, so Puff.

von Martina Staudinger

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