"Hee Du Hee" trotz Eis und Schnee

Aktuelle Themen wie der Bürgerentscheid und der Beschluss des Klinikenverwaltungsrats, das Marktoberdorfer Krankenhaus zu schließen, wurden von den zahlreichen Teilnehmern des Gaudiwurms aufgegriffen. Foto: Bauer

Es scheint, als wenn sich die Veranstalter in diesem Jahr nicht mit Petrus abgesprochen hätten, denn pünktlich mit dem Ende des Gaudiwurms hörte auch das Schneegestöber auf. Dass aber gute Laune nicht unbedingt etwas mit dem Wetter zu tun haben muss, bewiesen die rund 1.600 Zugteilnehmer, die mit ihrer tollen Stimmung die meisten der etwa 16.000 Zuschauer in die fünfte Jahreszeit mitreißen konnten.

Der Marktoberdorfer „Gaudiwurm“, der als größter Faschingsumzug in ganz Schwa- ben gilt, konnte in diesem Jahr nicht die erwarteten 30.000 Besucher in die die Kreisstadt locken, denn das dichte Schneetreiben hielt den einen oder anderen Jecken doch davon ab, sich auf die Straße zu wagen. Da konnte auch die Fußbodenheizung, die die Stadt laut Moderator Arno Jauchmann eigens unter der Rauh-Kreuzung eingebaut hatte, nicht weiter helfen. Mit allerlei gymnastischen Übungen hielt er jedoch die Faschingsbegeisterten warm, bis sich dann der traditionelle Tausendfüßler pünktlich dem Verkehrsknotenpunkt näherte. Nun gab es kein Halten mehr, die Stimmung kochte hoch und schlug der Winterattacke ein Schnäppchen. Von phantasievoll über akrobatisch bis kommunalpolitisch tiefsinnig reichte die Palette dessen, was hier am Fasnetssonntag geboten wur- de. Besonders das Fehlen eines Nachtlebens in der Kreisstadt wurde thematisiert, nicht ohne dabei auf Verbesserungsvorschläge zu verzichten. Mit dem Umbau des Krankenhauses zur Disco hielten die Narren auch gleich ein alternatives Nachnutzungskonzept bereit. Dem im Maya-Kalender prognostizierten „Weltuntergang 2012“ setze die „Elite aus Stötten“ ungebremste Fröhlichkeit entgegen. Auch das Landratsamt kam nicht ungeschoren davon. Mit der Devise, „Fleschhut raus und Hühner rein“, wurde die „Großvoliere LRA“ mit Spott bedacht. Der Stadtrat musste ebenfalls für allerlei Ironie herhalten. Dabei wurde die Arbeit der Räte mit einem Kasperletheater oder gar mit einer „Stadtrat(zen)-plage“ verglichen. Als besonders innovativ darf der Vor- schlag der Ruderatshofener angesehen werden, die der fehlenden Traglast ihrer Brücken mit Heliumreifen begegnen wollen. Die vielen Gruppen, die sich des Problems „Krankenhaus Marktoberdorf“ angenommen hatten, wollten der Klinik wohl keine gute Zukunft mehr voraussagen, denn Slogans wie „In Marktoberdorf gehen die Lichter aus, wir putzen noch die Klinik raus“ dominierten dieses Fastnachtsthema. kpb

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