He du - Hee!

Oberdorfer feiern die Fünfte Jahreszeit

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Der „Gaudiwurm“ eröffnete traditionell den 52. Oberdorfer Fasnachtsumzug.
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Eröffnungsgruppe des Oberdorfer Gaudiwurms
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Guggamusik Weissenhorn
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Guggamusik Weissenhorn
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Blumenverein und Männcherchor Hopferau: Paris-Eiffelturm.
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Ebersbacher Narren: Fred Feuerstein
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Trolls der Untrasrieder Lellabätscher
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Trolls der Untrasrieder Lellabätscher

Marktoberdorf - Bereits seit 1966 schlängelt sich der Oberdorfer Gaudiwurm unter dem Faschingsruf „He du – Hee!“ durch die Straßen der Ostallgäuer Kreisstadt. Auch in diesem Jahr feierten wieder mehrere Tausend Besucher mit den Narren aus Oberdorf und Freunden aus Nah und Fern die fünfte Jahreszeit.

Zum inzwischen 52. Mal schlängelte sich der Oberdorfer Gaudiwurm - mit rund 1600 Mitwirkenden und 66 Zugnummern einer der größten Faschingsumzüge in ganz Schwaben – musikalisch bestens unterhalten durch zahlreiche Kapellen aus der Umgebung, durch die Straßen Marktoberdorfs.

Dabei entzogen sich viele der teilnehmenden Musik- und Fußgruppen dem „Mainstream“ industriell in Massenware hergestellter Verkleidungen und präsentierten in stundenlanger Handarbeit gefertigte Wagen und Kostüme. So begeisterte die Gruppe „Jung und Fruchtig“ aus Marktoberdorf mit ihrem „Oberdorfer Spiegelkabinett“ und den liebevoll gestalteten Gaukler-Kostümen, der „Trachtenverein Marktoberdorf“ brachte unter dem Motto „50 Jahre Hippies“ Flower-Power in die Stadt, der „Pfeifenclub Bidingen“ schickte mit den „Cool Runnings“ eine Bob-Mannschaft zu Olympia und die „Hüttenfreunde Lengenwang“ ließen mit einem spektakulären, aus Holz gefertigten Oldtimer den legendären Mythos rund um den King of Rock wiederaufleben.

Das Fürchten lehrten die Schaulustigen gleich mehrere Gruppen, darunter die „Dorfconnection LHR“ (Lengenwang, Hummeratsried, Ronried) mit ihrer rollenden Gruft sowie der „TSV Bertoldshofen“ mit Schauergestalten wie Horrorclowns und -puppen aus dem Gruselkabinett.

Es wird politisch

Vor allem gegen Ende des Umzugs ging es dann zunehmend politisch zu. Einige der Gruppen befassten sich dabei auch mit ökologischen Themen. Während der „Burschenverein Geisenried“ seine Lege-Hennen in Käfighaltung zur Schau stellte und so den im vergangenen Jahr aufgedeckten „Eierskandal“ anprangerte, warben die „Faschingsfreunde Schwabsoien“ mit überlebensgroßen Blumentöpfen für mehr Artenvielfalt, um dem Bienensterben zu begegnen und die Stöttener Quallen strampelten gegen den steigenden Meeresspiegel an.

Die „Oberdorfer Maschkerer“ feierten bei einer zünftigen Maß Bier das hundertjährige Bestehen des Freistaates Bayern und die „Steadar und Hofar Hütte“ schaffte das, was die insolvente Fluglinie „Air Berlin“ nicht mehr zu leisten vermag und auch auf dem neuen Berliner Flughafen wohl noch einige Zeit ein Wunschtraum bleiben wird: Dass Flieger der „Auerberg Airline“ vom Boden in die Lüfte abheben. Auch die „Bachtelbacher Faschingskracher“ nahmen den umstrittenen Ausbau der B12 kurzerhand selbst in die Hand und lösten das derzeit bestehende Stau- und Umleitungschaos auf der Bundesstraße mithilfe des Baus eines „Allgäu Highways“.

Nach Ende des Umzugs hieß es für die Oberdorfer Narren jedoch noch lange nicht „Gute Nacht“. Noch bis in die späten Stunden feierte die Faschingsgesellschaft die fünfte Jahreszeit ausgelassen und angeheizt durch die Beats der DJs in mehreren Zelten in der Marktoberdorfer Innenstadt.

von Sabrina Hartmann

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