Zufriedene Gäste und Veranstalter beim 30. Internationalen Heinkel-Treffen

Kalter Regen, heiße Reifen

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In Wohnwagen, Caravans und Zelten hatten sich die „hartgesottenen“ Heinkel-Roller-Fans rund um die Halle beim Pforzener Sportplatz für die Dauer der Veranstaltung vom 30. Mai bis 2. Juni so gut es ging häuslich eingerichtet. Umso bedauerlicher, dass der Wettergott so gut wie überhaupt kein Einsehen zeigte – sogar die Wertach trat über die Ufer.

Pforzen – Den Spaß an ihren Schmuckstücken ließen sich die Teilnehmer des 30. Internationalen Heinkel-Treffens in Pforzen nicht vermiesen. Trotz anhaltender Regenfälle wurde gefachsimpelt, geschraubt und bei Ausfahrten gezeigt, was der eigene Roller so drauf hat.

„Von der schönen Allgäuer Landschaft haben wir wegen den widrigen Witterungsverhältnissen leider so gut wie gar nichts zu sehen bekommen – das ist schade, aber auch ein Grund, wiederzukommen“, so ein vom Regen völlig durchnässter Teil- nehmer aus Bremen beim diesjährigen Heinkeltreffen in Pforzen. Zum 30. Internationalen Jahrestreffen hatte der Heinkel-Club Deutschland e.V. seine Mitglieder diesmal vom 30. Mai bis 2. Juni ins Ostallgäu nach Pforzen eingeladen. Als Ausrichter fungierte das Team der Heinkel-Freunde Allgäu.

„Jahrelang wurde ich gedrängt, doch einmal der ,Heinkler-Familie’ das Allgäu zu zeigen“, erklärt Ansprechpartner Klaus Müller. Nach seinen Worten gibt es rund 4.000 Mitglieder in den verschiedenen euro- päischen Heinkel-Clubs. Die meisten davon in allen Teilen Deutschlands, die noch heute mit ihren Motorrollern und Klein-Kabinenfahrzeugen aus den 50er und 60er Jahren unterwegs sind und sich jedes Jahr an einem anderen Ort treffen. „Nachdem unser Regionalclub nur aus vier Mitgliedern besteht, habe ich mich immer wieder gesträubt, diese Veranstaltung, die sehr viel Einsatz und Arbeit erfordert zu übernehmen. Erst als Günther Blösch, der Betreiber der Pforzener Mehrzweckhalle, seine tatkräftige Unterstützung zugesagt hatte, gab ich meine Zusage“, so der 48-jährige Kaufbeurer im Gespräch mit dem Kreisboten

Und dann waren sie da, rund 380 Heinkelfans aus fünf Nationen mit annähernd 280 Motorrollern. Und in der Tat, Klaus Müller und vor allem Günther Blösch hatten alle Hände voll zu tun.   „Wir waren hier bestens aufgehoben und versorgt. Nur schade, dass der Wettergott mit dieser Veranstaltung kein Einsehen hatte. Trotzdem ,Hut ab’ was Organisation und Betreuung anbelangt“, erklärte ein rundum zufriedener Teilnehmer aus dem Ruhrgebiet. Obwohl das Wetter nicht mitspielte und der ei- ne oder andere Programmpunkt wegen der starken Regenfälle buchstäblich „ins Wasser fiel“, konnte dies der guten Stimmung trotzdem keinen Abbruch tun. Die Geselligkeit in der Festhalle stand dementsprechend im Mittelpunkt und so wurde in größeren und kleineren Gruppen gefachsimpelt und bei ,Benzingesprächen’ diskutiert. In einer Ecke wurde die Halle kurzerhand zu einer Werkstätte umfunktioniert und an den kostbaren Stücken geschraubt und gewerkelt – so kam keine Langeweile auf. Trotz alledem wagte man sich am Samstag auch ins Freie. Nach dem Gruppenfoto stand eine Ausfahrt von Pforzen über Ingenried, Schlingen, Rieden und Zellerberg zurück nach Pforzen auf dem Programm. Am Nachmittag gab es dann das angekündigte Roller-Geschicklichkeitsturnier. Sechs Unentwegte nahmen an der wahren „Schlammschlacht“ teil, die schließlich der „Lokalmatador“ Klaus Müller als Sieger beendete.  

An den Abenden sorgten die Lauchdorfer oder die Riedener Musikkapelle für Stimmung. Als Vertreterin des Heinkel-Club Deutschlands e.V. war Vorsitzende Petra Seykowsky angereist. verteilte unter anderem einige Ehrenpreise, so für den ältesten Teilnehmer der auf „eigener Heinkel-Achse“ angereist war. Diesen Preis konnte der 78-jährige Manfred May aus Leverkusen in Empfang nehmen. Für die weiteste Anreise, ebenfalls auf einem Roller, wurde Karl-Heinz Müller geehrt, der von Löwenstedt in Schleswig-Holstein bis Pforzen im Ostallgäu 1.270 km zurückgelegt hatte. Mit den meisten Teilnehmern konnte der Regionalclub „D´Schwoba-Heinkler“ aus dem Großraum Stuttgart ganz knapp vor den „Heinkelfreunden Bremen-Unterweser“ ausgezeichnet werden. 

Große Aufregung gab es noch bei der Schlussveranstaltung, als die Pforzener Feuerwehr mit Unterstützung mehrerer Landwirte und deren Zugmaschinen den vom Wertach-Hochwasser bedrohten Camping-Platz neben dem Sportplatz evakuieren musste. von Klaus-Dieter Körber

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