Heiterer Abend im Sonnenhof

Ausgelassene Stimmung beim Benefiz-Maibock des Lions Club

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Der Kaufbeurer Kabarettist Wolfgang Krebs sorgte als Edmund Stoiber für viele Lacher.

Mauerstetten – Für einen ausgelassenen Abend und köstliche Unterhaltung sorgten am vergangenen Samstag Kabarettist Wolfgang Krebs und sein oberbayerischer Kollege Stefan Kröll beim Benefiz-Maibock im Mauerstettener Sonnenhof. Zahlreiche Besucher füllten die ausverkaufte Halle. Die Osterzeller Musikanten boten eine musikalische Umrahmung des Programms. Der gesamte Erlös kommt der Kaufbeurer Tafel „Gratislädle“ zugute.

Lions-Präsident Dieter Schaurich zeigte sich in seiner Eröffnungsrede erfreut über die vielen Unterstützer und auftretenden Künstler, die „an die gute Sache glauben“.

Entsprechend heiter war die Stimmung und so blieben die Lacher nicht aus: Sichtlich zufrieden fühlte sich etwa der bayerische Ministerpräsident Markus Söder alias Krebs im Gewand König Ludwigs, seinem „Büroanzug“, mit der „bayerischen Monarchie“.

Als ehemaliger Ministerpräsident meldete sich auch Horst Seehofer mit seiner charakteristischen Lache zu Wort, der zunächst seine Stammwähler im Saal begrüßte. Dass Söder diese Position übernimmt, hätte er „um ein Haar verhindert“. Er selbst sei aber in seiner Berufung zum Heimatminister genug beschäftigt und denke noch lange nicht ans Aufhören, schließlich sei er „als 80-Jähriger schon seit über 80 Jahren in der Politik“.

Wortakrobat Stoiber freute sich unterdessen über den Erfolg der CSU mit einer Mitgliederzahl aus „über 135 Prozent“, ging mit dem Ex-SPD-Kanzlerkandidaten und ehemaligen Bürgermeister von Würselen hingegen nicht so milde ins Gericht: „Darf ein Ort überhaupt Würselen heißen?“ – schließlich höre sich das vielmehr nach keiner guten Tätigkeit an: „Tod durch ‚Erwürselen‘“, spottete Stoiber. Der „Immobilien-Heini Dagobert Trump“, der sich als Termite konsequenterweise auf dem Holzweg befinde, bekam ebenfalls sein Fett weg. Unmut wurde auch über das neue Polizeiaufgabengesetz, das größtenteils einfach vom türkischen Text abgeschrieben worden sei, sowie über das Thema Gleichberechtigung geäußert, die in den Augen der CSU „ein Irrweg ist“.

In der Rolle seiner Alter Egos stellte Krebs außerdem fest, dass es in Kaufbeuren neuerdings viele Einkaufsmöglichkeiten gibt, nun da „alle freien Flächen bebaut sind“. Nur den Namen des „Forelle“-Centers kapiere er nicht ganz, denn „für mich steht da Rewe drauf“.

Zwischendurch gab Kabarettist Kröll Einblicke in den allgemeinen bayerischen Wahnsinn und abenteuerliche Alltagssituationen, wie der Begegnung mit „von Intelligenz nur zart gestreiften Skinheads“ in der U-Bahn oder irritierenden Erlebnissen beim Einkaufen. Eine Einführung in den bayrischen Dialekt, mit dem man so manchen Germanisten in die Flucht schlagen könne, gab es obendrein; so sage man in Oberbayern zu Münchnern etwa „Ois Deppa“. Außerdem äußerte sich Kröll zu aktuellen Themenstellungen: So könne er die Angst vor einer Islamisierung nicht nachvollziehen, befürchte er doch viel eher eine „Ingwerisierung“ des Landes durch Star-Koch Alfons Schuhbeck.

Ihre Musikalität stellten Kröll am Piano und Krebs durch seine glamouröse Performance als Schlagersänger Meggy Montana eindrücklich unter Beweis, und machten durch ihre Darbietungen Lust auf eine Wiederholung der Benefiz-Veranstaltung im nächsten Jahr.

von Mahi Kola

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