Kunst zwischen Geschichte und Glaube

Herbert Wittmann stellt sein neues Buch „153 Sakrale Kunstwerke im Detail“ vor

+
Bereits sein drittes kunsthistorisches Buch kann Herbert Wittmann mit sichtlicher Zufriedenheit im barocken Ambiente der Martinskirche in Marktoberdorf der Öffentlichkeit vorstellen.

Marktoberdorf – Für die Vorstellung seines Buches über sakrale Kunst hätte Autor Herbert Wittmann kaum einen besseren Ort als die barocke Kirche St. Martin in Marktoberdorf auswählen können. Autor und Herausgeber Dr. Wolf Albes unterstreichen in ihrer Festrede, dass es sich bei dem mit über 500 farbigen Fotografien ausgestattetem Werk um ein Bilder-Lesebuch handele.

Bereits mit seinem dritten kirchen- und kunstgeschichtlichen Werk lädt der 83-jährige Autor zu einer faszinierenden Reise durch die sakrale Kunstgeschichte seiner Kaufbeurer und Ostallgäuer Heimat ein.

Der ehemalige Stadtpfarrer Wolfgang Schilling und der bewanderte Autor selbst wiesen ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei der im Titel genannten Anzahl von 153 um eine biblisch-symbolisch Zahl handelt, die eine große Anzahl bezeichnet.

Einfühlsam und anschaulich

In den vorgetragenen drei Textpassagen, zeigte der ehemalige Gymnasiallehrer, dass sein Buch im Gegensatz zu manch anderem akademischen Kunstführer durch seine schlichte jedoch sehr anschauliche Sprache Lust auf mehr christlich-historische Hintergründe aus vier, fünf Jahrhunderten macht.

Die ausgewählten Meisterwerke sind nicht nur für das heimische Allgäu von größter kunsthistorischer Bedeutung. Geschickt mischt Wittmann das faszinierende Bildmaterial mit Berichten, Anekdoten und Erläuterungen über heimische Traditionen und theologisch-christliche Hintergründe, um die „Botschaft“ des dargestellten Kunstwerkes auch für den Laien besser erschließbar zu machen. Auf diese Weise profitiert nicht nur eine auf das Gebiet spezialisierte Fachwelt von dem Buch, sondern auch weniger kundige Einheimische und Touristen können sich ein eigenes vertieftes „Bild vom Bild“ machen.

Corinna Malek, ehrenamtliche Heimatpflegerin der Stadt Kaufbeuren und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Heimatpflege des Bezirks Schwaben, betonte in ihrer Festansprache, wie wichtig dieses Werk mit seinem Detailreichtum auch für die historische Auseinandersetzung und Erschließung der kunstgeschichtlichen Entwicklung in unserer Region ist. Mit der vertieften Darstellung ginge das vorgestellte Werk auch weit über die Möglichkeiten eines gängigen Reiseführers hinaus.

Inhalt und Botschaft

Das umfangreiche und präzise Inhaltsverzeichnis ist in fünf Kapitel eingeteilt, in denen der Autor auf die Baumeister der Sakralbauten, die für den bayerischen Barock bekannte Stuckarbeiten und die Deckenpracht, sowie auf die kunstvoll gearbeiteten Altäre eingeht. In aller Ausführlichkeit widmet sich das Buch auch den Marienbildern und der Passionskunst.

So griff Wittmann beispielsweise in seiner Präsentation den Palmesel-Christus in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Unterthingau auf, der um 1680 entstanden sein dürfte. Im gekonnt leichten Erzählton berichtete der Autor vom Palmsonntag-Brauch und einer damit verbundenen historisch nachgewiesenen Anekdote aus dem Jahr 1750, die belegt, dass Kunstgeschichte alles andere als eine trockene theoretische Angelegenheit darstellen muss.

Gleichgültig ob der Leser sich selbst auf eine Entdeckungsreise durch die besprochen Baudenkmäler in der Region machen möchte, oder ob er es vorzieht, sich zuhause mit dem faszinierend-anregenden Thema auseinandersetzt, in jedem Fall kann er ohne große Vorbereitung und begleitende Recherchen eine Fülle von Eindrücken und Informationen sammeln, die das Glaubensleben im Allgäu über Jahrhunderte prägten.

Zum Buch:

153 sakrale Kunstwerke im Datail. Ostallgäu und Kaufbeuren

Autor: Herbert Wittmann

Verlag: Edition Atlantis

Hardcoverausgabe, 210 Seiten

Im Buchfachhandel für 34,90 Euro

von Peter Suska-Zerbes

Auch interessant

Meistgelesen

Mädchen wird in Kaufbeuren gegen Windschutzscheibe geschleudert
Mädchen wird in Kaufbeuren gegen Windschutzscheibe geschleudert
Freitag: Unterricht an allen Schulen im Ostallgäu und Kaufbeuren fällt aus
Freitag: Unterricht an allen Schulen im Ostallgäu und Kaufbeuren fällt aus
Baby und alkoholisierte Mutter in Kaufbeuren vor Kälte gerettet
Baby und alkoholisierte Mutter in Kaufbeuren vor Kälte gerettet
Kaum zu glauben, was sie in Marktoberdorf gefunden hat...
Kaum zu glauben, was sie in Marktoberdorf gefunden hat...

Kommentare