Neue Richtlinien und Aktionen

Herbstvollversammlung des Kreisjugenrings: Jahresplanung 2020 und neue Förderrichtlinien

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Victoria Saur und Markus Beging stellten dieses Jahr den Mitgliedsverband DPSG vor.

Landkreis – Bei der diesjährigen Herbstvollversammlung des Kreisjugendrings (KJR) standen zwei Themen im Mittelpunkt: die Jahresplanung 2020 und die neu ausgearbeiteten Förderrichtlinien.

Marktoberdorfs zweiter Bürgermeister Wolfgang Hannig (SPD) und der Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (FW) würdigten die Wichtigkeit der Jugendarbeit und deren Förderung in der aktuellen gesellschaftspolitischen Situation.

Jugendarbeit, so Hannig, sei in der Klimadebatte und gerade aber auch Angesichts der neuen Gefahr von Rechts als Instrument zur Demokratieförderung unverzichtbar. Pohl würdigte die politische Betätigung junger Menschen als zentrale Triebkraft zur Bewältigung der heutigen gesellschaftlichen Aufgaben. Er forderte, die Jugend solle sich stärker einmischen und bescheinigte ihr eine sehr gute Diskussions- und Streitkultur. Dabei sprach er sich auch für die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre bei Kommunalwahlen aus und erntete damit einhelligen Applaus.

Als Verband unter dem Dach des Kreisjugendrings stellte sich dieses Mal die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) vor, die in diesem Jahr ihr 90-jähriges Jubiläum feierte. Bei den beiden Referenten handelte es sich um Victoria Saur, die Vorsitzende des Stamms „Cassiopeia“, und um das KJR-Vorstandsmitglied Markus Beging. Die DPSG, so Beging, habe derzeit 20.000 erwachsene ehrenamtliche Leiter, die sich aus dem eigenen Nachwuchs rekrutierten. Die Förderung der Jugendleiterausbildung sei somit eine der wichtigen Aufgaben des Kreisjugendrings. Die Pfadfinderschaften leisteten den beiden Rednern zufolge mit ihren Zeltlagern und Jugendreisen einen wertvollen Beitrag in der Jugendarbeit, denn diese Aktionen förderten nicht nur die körperliche Gesundheit der Jugendlichen, sondern vermittelten diesen auch soziale Kompetenzen und den Sinn für ein produktives Miteinander.

Überarbeitete Förderrichtlinien

Im Folgenden stellten die Vorstandsmitglieder Ursula Zwick und Alexander Spitschan die überarbeiteten Förderrichtlinien des Kreisjugendrings vor. Abgesehen von den umfangreichen Neuerungen zum Datenschutz sind die Abänderungen zumeist punktuell, lassen jedoch zwei Linien erkennen. Da ist zum einen der Wunsch nach mehr Klarheit, der sich beispielsweise darin manifestiert, dass die Frist der Antragstellungen nun als explizites Datum in der Richtlinie auftaucht. Explizit benannt werden auch die einzelnen Förderungszwecke bei der Jugendleiter-Ausbildung, das Gleiche gilt auch für nicht förderfähige Kosten wie Alkohol, Zigaretten und Bankgebühren. Zum anderen erkennt man bei den Änderungen den Willen zu mehr Nachvollziehbarkeit und Transparenz. So wurde zum Beispiel vermerkt, dass eingereichte Belege den jeweiligen Abrechnungsposten eindeutig zuzuordnen sein müssen, aber auch verfügt, dass gemeinsame Projekte unterschiedlicher Verbände aus Transparenzgründen künftig nur in einem gemeinsamen Antrag eingereicht werden sollen.

Die neue Fassung der Förderrichtlinien wurde von den Versammelten einstimmig angenommen.

Was 2020 ansteht

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die Jahresplanung 2020. Auch im nächsten Jahr wird es wieder ein sommerliches Surfcamp geben (30. Mai bis 6. Juni in Moliets Plage an der französischen Atlantikküste) sowie eine Städtereise, deren Ziel noch nicht feststeht. Als weitere wichtige Aktivitäten wurde das Ferienfreizeitprogramm für Markt­oberdorf und den Kreis Ostallgäu benannt sowie die Seminarreihe zum Erwerb der JugendleiterInnencard (JuLeiCa), ein bundesweit anerkannter Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit. Besonders erwähnte Ursula Zwick auch die Fachstelle „Verein(t)Aktiv“, eine Anlaufstelle für konzeptionelle Fragen zu Jugendarbeit und Ehrenamt. Dort bekomme man beispielsweise Hilfe bei Konzepten für Workshops. „Kommt zu uns mit Euren Themen!“, so Zwick.

Auch im Bereich der neuen Medien wird es neue Vernetzungs-Angebote geben, wie die Freiwilligen-App „lets act“, bei der jeder ehrenamtlich Tätige eigene Projekte einstellen und nach Projekten anderer suchen kann, oder auch das What‘s Up-Projekt, das „Offline-Veranstaltungen“ mit online-basierten Beteiligungsmöglichkeiten kombiniert. Das Projekt soll es den Jugendlichen in der Region erleichtern, sich engagiert zu beteiligen und aktiv mitzumischen. Neben Multi­plikator-Workshops gegen Gewalt und Ausgrenzung soll es natürlich auch 2020 wieder die bekannten Aktionen in Schulen und Vereinen geben, sowie das große Jugend(kultur)festival am 10. Juli.

Generationenübergreifende Jugendarbeit

Bei der Wahl des Schwerpunktthemas präsentierte Mirko Zeisberg (Öffentlichkeitsarbeit und Mediengestaltung) den Versammelten drei zur Wahl stehende Möglichkeiten: Nachhaltigkeit und Umwelt, Generationenübergreifende Jugendarbeit und Jugendkultur. Nach einer Diskussionsrunde in Gruppen wählte eine deutliche Mehrheit das Thema Generationenübergreifende Jugendarbeit zum Schwerpunkt des kommenden Jahres.

Gegen Ende der Veranstaltung stellte der Geschäftsführer Erich Nieberle den neuen Haushaltsplan vor, der mit einem Volumen von 956.900 Euro von den Mitgliedern einstimmig verabschiedet wurde. Das derzeitige leichte Defizit, das unter anderem durch Mehrkosten bei der Verwaltung, tarifliche Anpassungen und durch den Unterhalt von Einrichtungen wie dem Wald-Wissen-Spielplatz Eschers entstanden sei, sagte Nieberle, könne problemlos durch die Entnahme von 20.000 Euro aus der Rücklage ausgeglichen werden. Der Rücklagenstand nämlich, so Nieberle, entspreche in seiner Höhe der Finanzordnung des Jugendrings.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde die langjährige Mitarbeiterin Claudia Wintergerst vom Vorstand mit einem Strauß Blumen zu ihrem 25. Dienstjubiläum beglückwünscht.

Felix Gattinger

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