Das Herz gerät aus dem Takt

„Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Klinikums Kaufbeuren“ sei ins Rollen gebracht worden, freute sich Ludwig Lederle, kommissarischer Stellvertreter des Vorstands der Kliniken Ostallgäu/Kaufbeuren, kürzlich beim Pressegespräch im Klinikum. Grund seiner Freude: Ab dem 1. April 2010 gibt es nicht nur ein zweites Linksherzkatheterlabor, sondern auch der „international anerkannte Experte“ Dr. Marcus Koller (41) wechselt an die Kaufbeurer Kardiologie.

Zwar ist Dr. Koller ein „gewisser Generalist für das Herz“, doch seine Spezialisierung liegt im Bereich der Elektrophysiologie. Zum Einsatz kommt diese bei allen Arten von Herzrhythmusstörungen, an denen jährlich allein in Deutschland Tausende von Menschen sterben. Darüber hinaus könne den Pa- tienten mit der Elektrophysiologie teils schwere Operationen oder auch die Behandlung mit Medikamenten erspart bleiben. Dr. Koller, der Anfang des nächsten Jahres mit seiner Ehefrau, den drei Kindern und der Oma nach Kaufbeuren ziehen wird, übernimmt zum 1. April 2010 die Funktion des leitenden Oberarztes und die Leitung der Elektrophysiologie in der Kardiologie. Im September 2011 tritt er die Chefarztfolge von Dr. med. Andreas Überreiter an, der in den Ruhestand geht. „Für die Weiterentwicklung des Hauses ist es einfach notwendig“, dass eine solche In- vestition geleistet werde, sagt Dr. Überreiter. Auch die Zahlen sprechen dafür. Denn diese wachsen in der Kardiologie stetig. Für 2009 sollen es 2670 behandelte Patienten sein und 2010 wird sogar mit 3285 Pa- tienten gerechnet. Für 1,5 Millionen Euro wird das neue Linksherzkatheterlabor eingerichtet. Das bereits existierende Labor bleibt bestehen, „um die 24 Stunden Bereitschaft garantieren zu können“, so Dr. Überreiter. Stolz ist Lederle darauf, dass durch das neue Gerät „Minimum der Gleiche“ Versorgungsstandard wie in Kliniken in München oder Augsburg geleistet werden kann. „Wir bieten hier wohnortnahe Versorgung mit einem Spitzenteam“, so Ludwig Lederle weiter. Dr. Koller, der gebürtig aus Weiden in der Oberpfalz stammt, hat sich nicht nur in seiner Doktorarbeit den Herz- rhythmusstörungen gewidmet, sondern die Forschung auch bei seiner Arbeit in New York (USA) vertieft. Auch als Privatdozent bildet der 41-Jährige Kollegen in diesem Bereich weiter und arbeitete lange Zeit an den Herzzentren in Würzburg und Neustadt an der Saale. Als neues Leistungsangebot wird künftig die Implantation der sogenannten biventrikulären Herzschrittmacher angeboten, wodurch die Pumpleistung des Herzens verbessert wird. Zwar ist Dr. Koller derzeit noch als Oberarzt am Rhönklinikum Bad Neustadt/Saale tätig, doch am Dienstag, 1. Dezember, stellt er vorab schon einmal seine Arbeit am Klinikum Kaufbeuren der Bevölkerung und potentiellen Patienten vor.

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